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Was muss ich beim Jobben beachten?

Eine junge Frau schaut sich mit einer älteren Kollegen Unterlagen und Daten am Laptop an.
Als Werkstudierender, freiwilliger Praktikant, beim Jobben und weiteren Gelegenheiten können sich Studierende etwas dazuverdienen. Dabei gibt es allerdings, einige Rechte und Pflichten zu beachten.
Foto: Axel Jusseit

Jobben neben dem Studium – Glossar

Was muss ich beim Jobben beachten?

Wer sich neben dem Studium etwas dazuverdienen möchte, sollte seine Rechte und Pflichten kennen. abi>> klärt mit Fabian Schmidt vom Deutschen Gewerkschaftsbund, was du beachten musst – von B wie BAföG bis W wie Werkstudierender.

BAföG

Verdienst du während des einjährigen Bewilligungszeitraum brutto maximal 5.416,20 Euro (3.480,00 Euro + 1.000,00 Euro Werbungskostenpauschale + 21,2 Prozent Sozialpauschale), ändert sich nichts an deiner Förderung nach BAföG. Kommst du über diesen Betrag, wirkt sich das auf die Förderhöhe aus.

Jobben während der Semesterferien

Ein Porträtbild von Fabian Schmidt

Fabian Schmidt

Foto: DGB

Studierende, die während der Semesterferien jobben, sind nicht auf eine bestimme Wochenarbeitszeit beschränkt. Bleiben sie unter einem gesetzlich festgelegten Freibetrag (siehe Punkt „Steuern“) erhalten sie bezahlte Steuern im Rahmen der jährlichen Steuererklärung wieder zurück. Auch in den Semesterferien sind Studierende von den gehaltsabhängigen Beiträgen zur Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung befreit.
Bei kurzfristigen Beschäftigungen oder Praktika, die von vornherein auf die Dauer von maximal drei Monaten beziehungsweise 70 Arbeitstagen im Kalenderjahr begrenzt sind, fallen in der Regel keine Beiträge zur Rentenversicherung an. Wichtig ist, dass die Tätigkeit nicht berufsmäßig ausgeübt wird.

Kindergeld

Anspruch auf Kindergeld haben Studierende bis zum vollendeten 25. Lebensjahr, solange sie nicht mehr als 20 Stunden in der Woche arbeiten beziehungsweise lediglich einen 450-Euro-Job ausüben.

Mindestlohn

Der gesetzliche Mindestlohn liegt ab dem 1. Januar 2019 bei brutto 9,19 Euro pro Stunde. Davon ausgenommen sind Praktika, die von der Hochschule vorgeschrieben sind, oder solche, die nicht länger als drei Monate dauern.

Minijob/450-Euro-Job

Beim Minijob handelt es sich um eine geringfügige Beschäftigung, bei der die Arbeitnehmer maximal 450 Euro pro Monat verdienen. Die Tätigkeit wird vom Arbeitgeber bei der Minijob-Zentrale angemeldet. Minijobber zahlen üblicherweise eine sehr geringe Pauschalsteuer von 2 Prozent. Außerdem können sie sich freiwillig rentenversichern.

Midijob

Hier können Studierende ab 2019 zwischen 450,01 und 1.300 Euro brutto verdienen. Bleibt das Jahresgehalt bei unter 9.168 Euro brutto (plus Werbekostenpauschale von 1.000 Euro) werden in der Regel keine Steuern fällig, beziehungsweise erhält man die an das Finanzamt bezahlte Lohnsteuer im Rahmen der jährlichen Einkommenssteuererklärung wieder zurück. Midijobber befinden sich in der sogenannten Gleitzone. Hier sind reduzierte Beiträge zur Sozialversicherung fällig.

Rente

Wer nur studiert, muss in der Regel keine Rentenversicherungsbeiträge zahlen – es sei denn, er übt einen Nebenjob aus. Außerdem können Studienzeiten zur Rente angerechnet werden. Für einen späteren Anspruch auf Rente müssen nicht nur eine gewisse Beitragszeit, sondern auch eine Wartezeit von 35 Jahren erfüllt sein. Deshalb braucht die Deutsche Rentenversicherung von jedem Studierenden eine Bescheinigung über die Studiendauer.

Steuern

Bei Minijobs oder Studierendenjobs, die unter dem jährlichen Freibetrag von derzeit 9.000 Euro (plus 1.000 Euro Werbekosten) liegen, fallen in der Regel keine Steuern an. Ab Juni 2019 erhöht sich der Freibetrag auf 9.168 Euro.

Versicherungen

Studierende können bis zum 25. Geburtstag im Rahmen der Familienversicherung bei der Krankenkasse ihrer Eltern versichert werden – allerdings nur, wenn sie nicht mehr als 450 Euro beim Minijob sowie 445 Euro beim Midijob (ab 1. Januar 2019) plus Werbekostenpauschale von etwa 83,30 Euro verdienen.

Außerdem sind Studierende in der Regel von der Arbeitslosenversicherung befreit, weshalb sie keinen Anspruch auf Arbeitslosengeld haben. Eine Ausnahme gilt für Studierende, die in der Woche mehr als 20 Stunden arbeiten. In diesem Fall sind, wie bei jedem anderen Job auch, 2,6 Prozent vom Brutto-Verdienst als Beitrag zur Arbeitslosenversicherung zu zahlen.

Werkstudierender

Studierende arbeiten in diesem Modell während des Studiums bis zu 20 Stunden pro Woche. Dabei wird zusammen mit dem Arbeitgeber ein Arbeitsvertrag geschlossen. In der vorlesungsfreien Zeit kann der Werkstudierende bis zu 48 Stunden pro Woche arbeiten. Solange das Studium vor dem Job den Vorrang behält und man unter dem jährlichen Freibetrag von 9.000 Euro (9.168 Euro ab 2019) bleibt, können Studierende von einigen Beiträgen zur Sozialversicherung befreit werden.

Das Einkommen von Studierenden, die noch zu Hause wohnen und deren Familie Arbeitslosengeld II (Hartz IV) erhält, kann unter Umständen auf das Gesamteinkommen angerechnet werden und sich dadurch auf die Zahlungen auswirken – individuelle Beratung zu diesem Thema liefern die örtlichen Agenturen für Arbeit.

abi>> 18.01.2019