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Für das Plus im studentischen Geldbeutel

Eine Frau steckt einen 20-Euro-Schein in einen Geldbeutel.
Sich neben dem Studium etwas dazuverdienen? Das machen zwei Drittel aller deutscher Studierenden, weiß das Deutsche Studentenwerk. abi>> zeigt dir auf, welche Optionen du hierfür hast.
Foto: Julien Fertl

Jobben neben dem Studium

Für das Plus im studentischen Geldbeutel

Ob zur Finanzierung des Studiums, als zusätzliches Taschengeld oder um berufliche Kontakte zu knüpfen – zwei Drittel der deutschen Studierenden verdienen sich nebenbei etwas dazu. Hierfür bieten sich vielfältige Möglichkeiten.

Im Durchschnitt verdienen sich deutsche Studierende monatlich 384 Euro dazu – das ergab die 21. Sozialerhebung des Deutschen Studentenwerks. „Die meisten arbeiten als Werkstudierende“, erklärt Fabian Schmidt, der als politischer Referent beim Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB) in der Abteilung Jugend und Jugendpolitik arbeitet. „Das heißt konkret, sie arbeiten in der Vorlesungszeit bis maximal 20 Stunden pro Woche. In den Semesterferien und an Wochenenden ist mehr erlaubt.“ Allerdings dürfen Studierende im Laufe des Beschäftigungsjahres nicht mehr als 26 Wochen lang über 20 Wochenstunden arbeiten und brauchen auch hierfür die Genehmigung ihrer Krankenkasse.

Der Vorteil als Werkstudierender: Sie sparen sich die Beiträge zur Arbeitslosen-, Kranken- und Pflegeversicherung und zahlen nur den Arbeitnehmeranteil zur Rentenversicherung. „Selbstverständlich können Studierende auch mehr arbeiten, dann werden sie aber wie normale Arbeitnehmer behandelt und müssen ganz regulär Sozialbeiträge bezahlen.“

Viele sind in einem Unternehmen und in einer zum Studiengang passenden Branche tätig. „Ob man Logistik nur aus dem BWL-Lehrbuch kennt oder in einem Betrieb in diesem Bereich arbeitet, macht schon einen großen Unterschied“, betont Fabian Schmidt. „Bei solchen Tätigkeiten mit Bezug zum Studium gibt es erste Einblicke in die spätere Arbeitspraxis, die Themen sind dann weniger abstrakt.“ Außerdem, ergänzt der DGB-Experte, knüpfe man wertvolle Kontakte, die bei der späteren Jobsuche ein Vorteil sein können. Das alles gilt natürlich auch für die Arbeit als studentische Hilfskraft, bei der man von der Hochschule angestellt wird und Dozenten oder Fachbereiche in organisatorischen Aufgaben unterstützt. (Mehr über die Tätigkeit als studentische Hilfskraft erfährst du in „Persönlich und fachlich weiterentwickeln“.)

Von Minijobs bis Praktika

Ein Porträtbild von Fabian Schmidt

Fabian Schmidt

Foto: DGB

Eine weitere Möglichkeit ist die geringfügige Beschäftigung, worunter auch Minijobs fallen. Hier verdient der Arbeitnehmer maximal 450 Euro und erhält sein Geld brutto wie netto. Ab 450 Euro und einem Cent gilt man dann als Midi-Jobber und bezahlt, je nach Verdienst, reduzierte Beiträge zur Sozialversicherung. Ab 2019 kann man als Midijobber bis zu 1.300 Euro brutto pro Monat verdienen. Wessen Brutto-Jahreseinkommen nicht über 9.168 Euro liegt, muss in der Regel keine Steuern zahlen. Auch kurzzeitige Beschäftigungen wie auf Messen oder als Saisonarbeiter in den Semesterferien sind möglich. (Wie ein Nebenjob in der Gastronomie mit dem Studium vereinbar ist, kannst du nachlesen in „Einen Nebenjob mit Milch und Zucker, bitte!“.)

Darüber hinaus bieten Praktika sowohl finanzielle als auch studienbezogene Vorteile, etwa fachliches Know-how oder Firmenkontakte. Und wer lieber im Ausland arbeiten möchte, kann sich zum Beispiel bei der Studienberatung der Hochschule über die Vorgaben informieren. In den meisten europäischen Ländern besteht Arbeitnehmerfreizügigkeit, außerhalb Europas gelten je nach Land unterschiedliche Visa- und Arbeitsbedingungen.

Vor- und Nachteile kennen

Egal für welches Arbeitsmodell man sich letztlich entscheidet, man sollte sich immer über die jeweiligen Vor- und Nachteile im Klaren sein. So müssen sogenannte Pflichtpraktika, die in der Prüfungsordnung vorgeschrieben sind, beispielsweise nicht vergütet werden. „Anders ist das bei freiwilligen Praktika“, betont Fabian Schmidt. Dauert dieses länger als drei Monate, muss der Arbeitgeber die Arbeit minimal mit dem Mindestlohn vergüten.

Wer als Selbstständiger arbeiten möchte, sollte darauf achten, dass er nicht über den jährlichen Freibetrag kommt und so vielleicht am Ende des Jahres noch Einkommenssteuer zahlen muss. (Mehr über Steuern, Versicherungen und Co. erfährst du in „Was muss ich beim Jobben beachten?“.) Ein Vorteil der Selbstständigkeit ist zwar die freie Zeiteinteilung, jedoch: „Als Selbstständiger hat man keine Arbeitsrechte wie die Lohnfortzahlung im Krankheitsfall oder Urlaubsanspruch.“ Diese wiederum sind in regelmäßigen Jobs mit fester Wochenstundenzahl gegeben, wie das bei der Werkstudierendentätigkeit oder beim Midijob der Fall ist. „Hier haben die studierenden Jobber die gleichen Rechte und Pflichten wie andere Arbeitnehmer“, erklärt DGB-Experte Fabian Schmidt.

Wichtig: schriftlicher Vertrag

In Sachen Arbeitsvertrag rät er: „Auch wenn ein mündlich geschlossener Vertrag bereits gültig ist und man erst nach einem (Arbeits-)Monat ein Recht auf einen schriftlichen Vertrag hat, sollte man sich den Arbeitsvertrag möglichst vor Arbeitsbeginn geben lassen. Dann ist man auf der sicheren Seite.“

Und ein weiterer Punkt liegt dem Referenten für Jugendpolitik am Herzen: „Für Studierende werden oft Jobs mit einem geringen Stundenumfang pro Woche angeboten. Gerade für diejenigen, die kein BAföG oder Unterhalt von den Eltern bekommen, wären aber mehr Arbeitsstunden wichtig, um sich den Lebensunterhalt verdienen zu können.“ Deshalb hätten viele Studierende zwei Nebenjobs, was das Studium nicht gerade erleichtert. Sein Tipp: sich über die Studienfinanzierung bei den Studentenwerken oder auf der Website der DGB-Jugend informieren, ob nicht doch andere, individuell greifende Optionen bestehen.

Der Weg zum Studentenjob

Und wie finde ich einen Nebenjob als Studierender? „Die Studentenwerke haben dafür oft Arbeitsvermittlungen, in Berlin gibt es zum Beispiel die ‚Heinzelmännchen‘. Außerdem werden oft am Schwarzen Brett in der Hochschule oder der Mensa aktuelle Stellengesuche ausgehängt. Auch in der JOBBÖRSE der Bundesagentur für Arbeit oder anderen Online-Stellenportalen kann man fündig werden. Und manchmal sind eben, wie bei jedem anderen Job auch, Empfehlungen von Freunden und Bekannten Gold wert“, sagt Fabian Schmidt vom DGB.

Mehr Infos

JOBBÖRSE der Bundesagentur für Arbeit

In der Suche lässt sich gezielt nach geringfügigen Beschäftigungen und Minijobs filtern.

www.jobboerse.arbeitsagentur.de

studienwahl.de

Infoportal der Stiftung für Hochschulzulassung in Kooperation mit der Bundesagentur für Arbeit. Hier kannst du im „finder“ nach Studiengängen in ganz Deutschland suchen und erhälst viele Infos rund ums Studieren.

www.studienwahl.de

Deutsches Studentenwerk (DSW)

Allgemeine Infos für Studierende zum Thema Finanzen, zu Versicherungen, Ausbildungsförderung etc.

www.studentenwerke.de

DGB Jugend

Abteilung des Deutschen Gewerkschaftsbunds insbesondere für junge Menschen mit Tipps zu Finanzen, Arbeitsrecht und Versicherungen

www.jugend.dgb.de/studium

Deutsche Rentenversicherung

www.deutsche-rentenversicherung.de

Minijob-Zentrale

www.minijob-zentrale.de

abi>> 18.01.2019