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Die Insider: Studentische Hilfskräfte

Auf dem Foto sind Geldscheine zu sehen.
Um Miete, Versicherungen und Auto zu bezahlen, müssen viele Studierende nebenbei Geld verdienen.
Foto: Heidrun Hönninger

Studentische Hilfskraft an der Hochschule

Die Insider: Studentische Hilfskräfte

Sebastian Müller (25) studiert an der Hochschule Kempten den ingenieurwissenschaftlichen Studiengang Energie- und Umwelttechnik. In seinem Job als studentische Hilfskraft schult er nebenbei sein Kommunikationstalent.

Auf der Facebook-Seite der Hochschule stöberte Sebastian Müller gezielt nach Jobs für studentische Hilfskräfte. Er suchte etwas mit Kommunikation und Projektmanagement. „Ich studiere zwar Energie- und Umwelttechnik, habe aber im Laufe des Studiums gemerkt, dass ich gerne ingenieurwissenschaftliche Themen mit Kommunikation und Projektmanagement verbinden möchte“, erzählt er. „Mir macht es Spaß, Technologien zu erklären, zu präsentieren und andere für eine Sache zu begeistern. Ich habe in meinem Praxissemester bei einem Automobilhersteller mitbekommen, dass diese kommunikativen Kompetenzen für Ingenieure sehr wichtig sind.“

Sebastian Müller wollte aber kein zusätzliches theoretisches Wissen anhäufen, nicht noch ein Seminar besuchen, sondern Praxiserfahrung sammeln. Dass er sich gezielt an der Hochschule und nicht bei Unternehmen umschaute, hatte mehrere Gründe: „Man verdient dort Geld, wo man ohnehin viel Zeit verbringt, hat einen guten Zugang zu den Dozenten und zur Infrastruktur.“

Bürojob mit Mehrwert

Ein Porträt-Foto von Sebastian Müller

Sebastian Müller

Foto: Privat

Gefunden hat er einen Job beim Team „hochschule dual“, das sich um die dualen Studienangebote in Kempten kümmert. Hier werden Studierende beraten, Verträge erstellt und Kontakte zu Unternehmen geknüpft und gepflegt. Sebastian Müller recherchiert zum Beispiel, wie Hochschulen in anderen Bundesländern ihre dualen Angebote organisieren, erstellt Datenbanken, betreut die Homepage oder textet auch mal Flyer. Fünf Stunden pro Woche arbeitet er dort. Die kann er sich flexibel einteilen, an feste Zeiten ist er nicht gebunden: „Das ist natürlich für meine Studienorganisation super.“

Was auf den ersten Blick wie ein gewöhnlicher Bürojob wirkt, erfüllt für Sebastian Müller genau den Zweck, den er sich erhofft hatte. „Vor allem in Sachen Kommunikation habe ich sehr viel gelernt: Wie man Unternehmensvertreter anspricht, mit denen man noch nie zuvor Kontakt hatte, wie man Firmen zusammenbringt, wie man ein Netzwerk aufbaut und vor allem, was man alles tun kann, um den Kontakt aufrecht zu erhalten“, erzählt der 25-Jährige. „Das sind Themen, die wir so im Maschinenbaustudium nicht mitbekommen.“ Außerdem mache ihm die Arbeit in dem Team einfach Spaß.

Aufpassen bei mehreren Jobs!

Es gibt bundesweit keine einheitliche Bezahlung für studentische Hilfskräfte, nur eine Richtlinie in der Tarifgemeinschaft deutscher Länder. Der Stundensatz von Sebastian Müller liegt bei knapp 10,50 Euro. Die fünf Stunden reichen aber bei weitem nicht aus, um seine Lebenshaltungskosten zu decken. Für seine Wohnung, Auto, Versicherungen und so weiter braucht er über 1.000 Euro im Monat. Daher hat er seit mehreren Semestern einen weiteren Job, der aber weder einen Bezug zur Hochschule noch zu seinem Studienfach hat. „Da geht es einfach nur ums Geldverdienen“, erzählt er.

Studentische und wissenschaftliche Hilfskräfte müssen der Hochschule Bescheid sagen, wenn sie parallel eine andere Beschäftigung ausüben, damit sozialversicherungsrechtliche Fragen geklärt werden können. Sie werden bei der Sozialversicherung so behandelt wie andere Werkstudenten auch: Es kommt darauf an, in welchem Umfang sie die Tätigkeit machen – und bei der Steuer gilt wie für alle anderen Arbeitnehmer der Grundfreibetrag. Dazu sind weitere Infos im Glossar aufgeführt.

Solange Sebastian Müller in seinen beiden Jobs nicht mehr als 20 Stunden pro Woche arbeitet, fallen nur Beiträge in der Rentenversicherung an. Außerdem behält er so für die Krankenkasse seinen Studierendenstatus. „Aber wenn man ernsthaft studieren will, bleibt sowieso nicht mehr Zeit zum Arbeiten“, erklärt er.

abi>> 11.04.2016