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Zweigleisig fahren

Junge Frau und junger Mann unterhalten sich.
Wer neben dem Studium jobbt, verdient Geld und kann gleich Berufserfahrung sammeln.
Foto: Martin Rehm

Nebenjob

Zweigleisig fahren

Neben seinem Studium der Medienwissenschaft an der Universität zu Köln ist Lukas Kley als Werkstudent tätig. Die Vorteile weiß der 22-Jährige zu schätzen: „Das Gehaltsniveau liegt höher als bei einem 450-Euro-Job, man hat einen Fuß in der Tür bei potenziellen Arbeitgebern, die Sozialabgaben sind niedrig und viele Stellen haben einen fachlichen Bezug zum Studium.“ Profitieren kann aber nur, wer das Studium dabei nicht vernachlässigt.

Medienwissenschaft zu studieren und gleichzeitig im Onlinemarketing zu arbeiten, klingt nach einer genialen Kombination, dachte Lukas Kley, als er die Seiten von jobmensa nach einem passenden Nebenjob durchforstete. Die Stelle, die ihn interessierte, schaltete das Jobportal in eigener Sache: Anbieter war das Unternehmen Studitemps, das jobmensa betreibt.

Seit fast einem Jahr arbeitet Lukas Kley nun am Standort Köln 20 Stunden pro Woche im Onlinemarketing. Da er sich in seinem Studiengang auf den Schwerpunkt Medieninformatik konzentriert, befasst er sich mit der Schnittstelle zwischen den Inhalten, also dem Content, und der technischen Seite. „Studium und Nebenjob haben bei mir viele Berührungspunkte“, sagt er.

20 Stunden an zweieinhalb Tagen pro Woche

Im Joballtag entscheidet Lukas Kley zum Beispiel, wie neue Stellenangebote beworben werden sollen: „E-Mail-Marketing, Facebook oder SMS: Je nachdem, wie schnell eine Stelle besetzt werden soll und um welche Aufgaben es geht, ist das eine oder das andere Tool effizienter“, erzählt er.

Ein Porträt-Foto von Lukas Kley

Lukas Kley

Foto: Privat

Die 20 Stunden Arbeitszeit verteilt der Werkstudent auf zweieinhalb Tage in der Woche: „Das geht nur, weil ich meinen Stundenplan flexibel zusammenstellen kann. Natürlich gibt es auch Pflichtmodule, aber die Freiräume lassen sich so legen, dass ich mir die Zeit freischaufeln kann“, sagt er. Dieses Modell ist sicherlich nicht mit jedem Studiengang umsetzbar: Lukas Kley muss keine Klausuren schreiben, dafür stehen umso mehr Hausarbeiten und Mitarbeit in IT-Projekten an. „In den Semesterferien habe ich meist sehr viel zu tun, weil dann viele Hausarbeiten geschrieben werden müssen“, schildert er.

Sein Studium gewährt viele Freiheiten, aber mit denen muss man auch umgehen können: „Natürlich besteht die Gefahr, dass man bei 20 Stunden Arbeit das Studium vernachlässigt. Schließlich müssen ja auch die Veranstaltungen an der Uni vor- und nachbereitet werden. Das ist aber alles machbar, wenn man entsprechend motiviert ist“, findet er.

Aufpassen bei Stundenzahl und Verdienst

Mit seinen 20 Stunden kommt der 22-Jährige auf über 1.200 Euro im Monat. Klingt gut, aber sowohl beim Verdienst als auch bei der Stundenzahl muss er einiges bedenken: „Um nicht den Studentenstatus zu verlieren, darf man als Werkstudent generell nicht mehr als 20 Stunden in der Woche arbeiten. Ausnahme ist die vorlesungsfreie Zeit“, weiß er.

Die 20-Stunden-Regel ist auch die Voraussetzung dafür, dass Werkstudenten keine zusätzlichen Beiträge zur Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung zahlen müssen – und das unabhängig von der Höhe ihres monatlichen Einkommens. Von allen Sozialabgaben sind sie jedoch nicht befreit, denn es fallen geringfügige Beiträge zur Rentenversicherung an. Wichtig ist, dass Werkstudenten ihre Krankenkasse vor Aufnahme einer Beschäftigung informieren. Eine Besonderheit: Eine Familienversicherung über die Eltern besteht nur bis zu einem monatlichen Einkommen von bis zu 405 Euro (Stand: 2015). Da die Krankenkassen über den Einzelfall entscheiden, sollte sich, wer unsicher ist, beraten lassen.

Übrigens: Wer jobbt und BAföG erhält, sollte wissen, dass sich die Förderung ändert, wenn mehr als 4.880 Euro brutto im BAföG-Bewilligungszeitraum verdient werden.

Plan A: Masterstudium im Ausland

Mit Blick auf seine Bachelorarbeit und die Abschlussprüfungen wird Lukas Kley seine Stundenzahl auf 14 reduzieren. Und wie es weitergeht, weiß er auch schon: Plan A ist ein Masterstudium, nach Möglichkeit im Ausland. „Da es aktuell aber auch sehr gute Jobangebote nach dem Bachelor gibt, bin ich auch bereit, davon abzuweichen.“

Tipp:

Mehr Infos zum Thema "Jobben neben dem Studium" findest du auf den Seiten des Deutschen Studentenwerks unter www.studentenwerke.de/de/jobben.

abi>> 16.06.2015