Logo Bundesagentur für Arbeit
Logo Bundesagentur für Arbeit
  • Drucken
  • Versenden
  • PDF (Öffnet sich in neuem Fenster)

Kategorien

Parteizugehörigkeit kein Muss

Antragsformular für ein Studienstipendium
Die Bewerbungsabläufe für Stipendien variieren von Stiftung zu Stiftung.
Foto: Hans-Martin Issler

Heinrich-Böll-Stiftung

Parteizugehörigkeit kein Muss

Maria Drenk (21) studiert im dritten Semester International Business an der Technischen Hochschule in Köln. Ihr Studium finanziert sie über ein Stipendium der Heinrich-Böll-Stiftung.

Nach ihrem Abitur machte sich Maria Drenk auf die Suche nach Finanzierungsmöglichkeiten für ihr Studium. „Ich habe mir politisch orientierte Stiftungen angeschaut. Mit zweien konnte ich mich ganz gut identifizieren, wobei die Heinrich-Böll-Stiftung einfach am besten zu mir passt“, sagt die 21-jährige Kölnerin, die sich für Themen wie Nachhaltigkeit oder bewussten Konsum interessiert.

In drei Schritten zum Stipendium

Ein Porträt-Foto von Maria Drenk

Maria Drenk

Foto: privat

Die Bewerbungsabläufe variieren von Stiftung zu Stiftung. Bei der Heinrich-Böll-Stiftung (HBS) musste sie in einem ersten Schritt ein Online-Formular bearbeiten: „Zwei Wochen vor Bewerbungsschluss wurde das Formular freigeschaltet. Es gibt in der Regel zwei Bewerbungstermine, zum Sommer- und Wintersemester. In meinem Fall war es der 1. September“, schildert sie. Beantworten musste sie rund zehn Fragen. Maria Drenk rät, sich für die Antworten Zeit zu nehmen. „Fragen wie: ‚Warum passt du zur HBS?‘ oder ‚Was möchtest du in der Welt verändern?‘ klingen zwar harmlos, haben es aber in sich“, sagt sie.

Auf einige Wochen Wartezeit folgte die Einladung zu einem halbstündigen Gespräch mit einem Vertrauensdozenten der HBS an ihrer künftigen Hochschule. „Der Dozent hatte meine Bewerbung gründlich gelesen und mit mir über meine Antworten diskutiert. Man sollte auf jeden Fall parat haben, was man geschrieben hat“, empfiehlt sie. Zudem musste sie ein Fachgutachten einreichen – entweder von einem Dozenten, oder – sollte man noch nicht studieren – von einem Schullehrer: „Ich hatte Leistungskurs Geschichte und habe mir ein Gutachten von meiner ehemaligen Lehrerin erstellen lassen, die mich seit Jahren kennt.“ Ihre Lehrerin bewertete unter anderem Maria Drenks Leistungsbereitschaft, ihr freiwilliges schulisches Engagement, zum Beispiel als Schulsprecherin, ihre fachliche und persönliche Eignung für das Stipendium.

Im dritten Schritt wurde Maria Drenk nach Berlin zu einem Auswahl-Workshop eingeladen: „Mit rund 20 anderen, ebenso furchtbar aufgeregten Bewerbern“, erzählt sie lachend. Neben Diskussionen über tagesaktuelle Themen gab es Einzelgespräche mit einer Auswahlkommission: „Zum Glück erhält man gleich am nächsten Tag eine Rückmeldung.“

Engagement vorweisen können

Maria Drenk hat es geschafft. Dass nur Kandidaten mit Bestnoten eine Chance haben, stimme nicht, betont sie. Sie selbst hat zwar einen Einserschnitt im Abitur, kennt aber mittlerweile viele Stipendiaten, die einen Zweierschnitt mitbringen und sich durch ihr großes soziales Engagement empfohlen haben. Engagement konnte sie auch vorweisen, wenn auch nicht im politischen Bereich: „Ich trainiere seit Jahren eine Leichtathletikgruppe. Engagieren kann man sich nämlich in vielen Bereichen, und auch eine Parteizugehörigkeit wird nicht vorausgesetzt“, weiß sie.

Die Förderung hat viele Gesichter. So bekommt Maria Drenk eine Grundförderung von 300 Euro plus den Betrag, den sie analog zum BAföG erhalten würde. „Ich komme damit sehr gut zurecht“, berichtet sie.

Austausch mit anderen Stipendiaten

Nicht missen möchte die 21-Jährige den Austausch mit den anderen Stipendiaten: Es gibt regelmäßige Treffen, mit der Ortsgruppe, aber auch mit Stipendiaten aus ganz Deutschland, und immer wieder Aktionen, die von den Stipendiaten organisiert werden. „Wir haben Arbeitsgruppen etwa zu Wirtschaftspolitik, Gender, Rassismus und Diskriminierung. Darüber hinaus gibt es ein offizielles Programm der HBS, wo wir nicht als aktive Gestalter, sondern als Zuhörer teilnehmen“, erzählt sie.

Gefördert wird sie über die Regelstudienzeit hinweg. Jedes Jahr schreibt Maria Drenk einen Bericht über ihre Aktivitäten und Studienleistungen: „Man muss nicht zu den Allerbesten gehören, sollte aber auch nicht in einen kritischen Bereich absinken“, weiß sie.

abi>> 18.01.2016