Logo Bundesagentur für Arbeit
Logo Bundesagentur für Arbeit
  • Drucken
  • Versenden
  • PDF (Öffnet sich in neuem Fenster)

Kategorien

„Eine Chance, den Horizont zu erweitern“

Ein junger Mann bringt Mitarbeitern eines Unternehmens bei, Abläufe von den Finanzen bis zur Personalwirtschaft per Software zu steuern.
Einige Stipendiengeber unterstützen nicht nur finanziell, sondern auch ideel, etwa durch Workshops oder Coachings.
Foto: Thomas Lohnes

Stipendium der Heinrich-Böll-Stiftung

„Eine Chance, den Horizont zu erweitern“

Umweltschutz, Klimawandel, Inklusion und Gerechtigkeit: Das sind die Themen, die Markus Haun (24) neben seinem Masterstudium der Physik an der Universität Heidelberg noch interessieren. Als Stipendiat der Heinrich-Böll-Stiftung kann er ihnen intensiv nachgehen.

Lange hat Markus Haun nach dem Abitur überlegt, was er studieren will. „Ich bin vielseitig interessiert und tat mich schwer, mich auf eine Sache festzulegen“, erzählt der 24-Jährige. Er entschied sich zunächst für ein Freiwilliges Soziales Jahr, denn „ich wollte über den Tellerrand schauen und Menschen mit einem ganz anderen kulturellen Hintergrund kennenlernen“. In Ghana unterrichtete er Kinder, die seit Jahren keine Schule mehr besucht hatten. Danach machte er ein Orientierungsstudium, besuchte Kurse verschiedener Fachrichtungen und legte sich auf eine Favoriten fest: Physik. „Aber ich wollte mich nicht den Rest meines Lebens nur mit Physik beschäftigen – weil mich eben auch gesellschaftliche und geisteswissenschaftliche Themen sehr interessieren.“

Ein Freund erzählte Markus Haun von der Heinrich-Böll-Stiftung – eines von 13 Begabtenförderungswerken in Deutschland, die Studierende mit herausragenden Leistungen finanziell und ideell unterstützen. „Mich hat vor allem die ideelle Förderung interessiert. Ich sah darin die Möglichkeit, ein naturwissenschaftliches Fach zu studieren und mich über die Seminar- und Kursangebote der Stiftung auch mit gesellschaftlichen Themen zu beschäftigen und neuen Input zu bekommen.“

„Man muss kein Parteimitglied sein“

Ein Porträt-Foto von Markus Haun.

Markus Haun

Foto: Katrin Kaiser/Regina Sandig

„Die grüne politische Stiftung“ nennt sich die Heinrich-Böll-Stiftung selbst. „Das heißt aber nicht, dass man Parteimitglied bei den Grünen sein muss, um dort ein Stipendium zu bekommen“, stellt Markus Haun klar. „Und man muss auch nicht Böll gelesen haben“, fügt er lachend hinzu – aber natürlich schadet es nicht. „Am wichtigsten ist, dass die Werte der Stiftung zu einem passen.“ Er selbst ist nicht politisch aktiv, aber politisch sehr interessiert und gesellschaftspolitisch engagiert. „Ich kann mich mit den Ideen der Stiftung sehr gut identifizieren: Umweltschutz war für mich immer ein wichtiges Thema, genauso der Klimawandel – mit dem ich mich nun auch im Studium beschäftige.“ Zudem sind Inklusion und Gerechtigkeit sowohl für die Stiftung als auch für den Stipendiaten Herzensangelegenheiten. Für geflüchtete Kinder organisierte er beispielsweise Spielenachmittage.

Für Markus Haun war schnell klar: „Das passt!“ Er bewarb sich für ein Stipendium. Dafür reichte er zunächst einen Bewerbungsbogen ein; ein Motivationsschreiben, sein Lebenslauf und Zeugnisse eingeschlossen. „Es gibt keinen Mindestnotenschnitt“, erklärt der Student, der einen Abischnitt von 1,0 hat. „Aber sehr gute Noten verbessern natürlich die Chancen.“ Genauso wichtig sind der Stiftung gesellschaftliches Engagement und politisches Interesse – beides soll mit Referenzen nachgewiesen werden.

In der zweiten Bewerbungsstufe folgte ein Gespräch mit einem Vertrauensdozenten der Stiftung: „Das ist in der Regel ein Dozent, der an einer Uni in der Nähe im gewählten Studienbereich lehrt.“ Sie sprachen über Politik sowie aktuelle gesellschaftliche und naturwissenschaftliche Themen. „Das war kein Abfragen, aber es lohnt sich, vor dem Gespräch öfter mal in die Zeitung zu schauen“, findet der junge Mann. Mit etwa 100 weiteren Bewerbern wurde er anschließend nach Berlin eingeladen. „Hier gab es Gespräche mit Vertretern der Stiftung und aktuellen Stipendiaten sowie eine Diskussionsrunde mit fünf, sechs Personen über ein aktuelles Thema.“

Geld, Seminare und Workshops

Wenig später bekam Markus Haun Bescheid, dass er ein Stipendium erhält. „Darüber habe ich mich natürlich sehr gefreut“, erinnert er sich. Die Förderung lief über die Regelstudienzeit seines Bachelorstudiums hinaus. „Für den Master habe ich einen Antrag auf Weiterförderung beantragt, der bewilligt wurde.“ Die finanzielle Förderung der Stiftung ermöglicht es ihm, sich auf sein Studium zu konzentrieren. Stipendiaten bekommen eine Studienpauschale von 300 Euro, dazu – je nach Bedarf – bis zu 735 Euro pro Monat.

„Außerdem nehme ich pro Semester mindestens an zwei Veranstaltungen der Stiftung teil“, erzählt er. Das ideelle Angebot des Stipendiums reicht von Seminaren zur politischen Bildung über Workshops, um Schlüsselqualifikationen auszubauen, bis zur Beratung rund um Studium und Beruf. „Das ist eine große Chance, den eigenen Horizont zu erweitern – und natürlich lernt man viele interessante Menschen kennen.“

Info

Stipendien der Heinrich-Böll-Stiftung

www.boell.de/de/stiftung/stipendien

abi>> 30.04.2018