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Die Werkstudentin

Vier Studenten stehen vor einem Kunstwerk der HS Ansbach.
Bis zu 20 Stunden in der Woche dürfen Studierende während des Semesters arbeiten.
Foto: Katharina Kemme

Studienfinanzierung mit einem Nebenjob

Die Werkstudentin

Lisa Rentzsch (22) hat einen Nebenjob als Werkstudentin im Personalwesen bei der Jobbörse Academic Work. Damit finanziert sie nicht nur ihre monatlichen Ausgaben, sondern ebnet sich auch ihren Weg in die Berufswelt.

Einfach mal so 900 Euro und mehr im Monat aufzubringen, ist gar nicht so leicht. Aber das ist in etwa die Summe, die Lisa Rentzsch braucht, um all ihre monatlichen Ausgaben in einer kostspieligen Stadt wie München zu finanzieren. Allein die Miete schlägt mit mehr als 500 Euro zu Buche: „Es ist fast unmöglich, hier ein günstiges Zimmer zu finden“, erzählt sie. In der bayerischen Landeshauptstadt studiert sie Tourismusmanagement an der Hochschule. Aufgrund eines Praxissemesters beträgt die Regelstudienzeit sieben Semester. Aktuell arbeitet sie an ihrer Bachelorarbeit.

Seit über einem Jahr hat die 22-Jährige eine Stelle als Werkstudentin, was jedoch zu Beginn ihres Studiums nicht machbar gewesen wäre. Der Semesterwochenplan sah vier bis fünf Tage Vollzeit auf dem Campus vor. „Zum Jobben blieb einfach wenig Zeit“, sagt Lisa Rentzsch. In den ersten vier Semestern hat sie immer mal wieder im Service gejobbt, konnte aber zum Glück hauptsächlich auf die finanzielle Unterstützung ihrer Eltern bauen.

Nach dem Praxissemester änderte sich der Semesterwochenplan: „Im sechsten Semester hatte ich weniger Vorlesungen, dafür mehr Projektarbeiten und konnte so das Studium flexibler gestalten“, erzählt sie. Mit dem Praxissemester kamen auch erste Überlegungen auf, wie es nach ihrem Studium weitergehen könnte: „Ich habe in meinem Praxissemester in Argentinien in einer Praktikumsvermittlung für Studierende gearbeitet. Die Gespräche, die Vermittlung, überhaupt das Thema Personal hat mir großen Spaß gemacht“, erinnert sich die 22-Jährige.

Bis zu 20 Wochenstunden arbeiten

Ein Porträt-Foto von Lisa Rentzsch

Lisa Rentzsch

Foto: Academic Work

Wieder zurück in München, machte sie sich über die gängigen Jobportale auf die Suche und fand bei Academic Work eine Stelle als Werkstudentin: „Das ist ein schwedisches Unternehmen, das sich auf die Vermittlung von Jobs an Studierende und Absolventen spezialisiert hat. Ich gestalte zum Beispiel Stellenausschreibungen, poste sie auf den gängigen Kanälen, kümmere mich um die Bewerber im ersten Schritt, chatte mit Besuchern unserer Website oder führe zum Beispiel Vorinterviews. Als Assistentin der Consultingmanagerin koordiniere ich zudem Termine und bereite Meetings vor – was halt so anfällt.“ Was ihr besonders gut daran gefällt: „Ich arbeite nicht einfach nur Aufgaben ab, sondern bin beispielsweise auch bei Interviews und Kundengesprächen dabei, um möglichst viel vom Arbeitsfeld mitzubekommen.“

Lisa Rentzsch arbeitet als Werkstudentin bis zu 20 Stunden in der Woche, verteilt auf Montag, Dienstag und Mittwoch. Zwei volle und einen halben Tag verbringt sie in der Agentur. „Nach einem vollen Arbeitstag mache ich nur dann noch etwas für die Hochschule, wenn es absolut sein muss“, räumt sie ein. Dafür verbringt sie den Dienstagnachmittag, den Donnerstag und den Freitag auf dem Campus und am Schreibtisch zuhause: „Und an der Bachelorarbeit arbeite ich natürlich auch am Wochenende.“

Studium muss der Fokus bleiben

Eine Werkstudententätigkeit ist unkompliziert, solange sie sich an die 20-Stunden-Regel hält. Die soll garantieren, dass das Studium die Haupt- und der Job die Nebensache bleibt. Mit Blick auf die Sozialabgaben müssen Studierende und Arbeitgeber keine zusätzlichen Beiträge zur Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung zahlen. Beiträge zur Rentenversicherung fallen zwar an, aber nur geringfügig.
Das Gute an der Tätigkeit ist für Lisa Rentzsch nicht nur, dass sie finanziell nicht mehr allein von ihren Eltern abhängig ist. Nun hat sie auch eine Idee davon, wie ihre berufliche Zukunft aussehen könnte.

abi>> 05.09.2017