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Auf mehrere Geldquellen setzen

Junger Mann sitzt an einer Wand mit einer Kiste voller Alltagswaren vor sich auf dem Boden.
Ein Studium kostet Geld - aber nicht überall gleich viel. Ballungsräume sind teurer, außerdem gibt es ein West-Ost-Gefälle.
Foto: Martin Rehm

Studienfinanzierung

Auf mehrere Geldquellen setzen

Geld von den Eltern, BAföG und Nebenjob sind die gängigsten Bausteine der Studienfinanzierung. Bei den meisten Studierenden reicht eine Geldquelle allein nicht aus, um die Kosten für Miete, Mittagessen und Mobiltelefon zu stemmen. abi» gibt einen Überblick über Finanzierungsmöglichkeiten.

Warmmiete: 298 Euro, Essen: 165 Euro, Fahrtkosten: 82 Euro, Kleidung: 52 Euro, Smartphone und Co: 33 Euro, Lernmittel: 30 Euro, eigene Krankenversicherung: 66 Euro – und abends ausgehen möchte man ja auch noch (68 Euro). Im Sommersemester 2012 kamen für Studierende im Schnitt mal eben 794 Euro monatlich an Ausgaben zusammen. Die Angaben sind Durchschnittswerte aus der 20. Sozialerhebung des Deutschen Studentenwerks (DSW). Je nachdem, wo man studiert, fallen die Kosten unterschiedlich hoch aus. „Zum einen sind die Lebenshaltungskosten in den Ballungsräumen höher als andernorts, zum anderen gibt es ein West-Ost-Gefälle“, erklärt Nicolai Preuße, Referent für Studienfinanzierung beim DSW. „Letztlich spielt auch der Lebenswandel jedes einzelnen eine Rolle. Spielraum nach unten gibt es aber kaum.“

Der größte Posten unter den monatlichen Ausgaben ist die Miete inklusive Nebenkosten. Über ein Drittel ihrer monatlichen Einnahmen müssen Studierende, die nicht mehr bei den Eltern wohnen, für ihre Unterkunft aufbringen. Die Wahl des Studien- und Wohnorts spielt dabei eine große Rolle: Während eine 30-Quadratmeter-Wohnung beispielsweise in Köln derzeit bei durchschnittlich gut 400 Euro monatlich liegt, zahlt man etwa in Chemnitz rund 160 Euro dafür. „Wenn man BAföG bekommt, ist der Mietkostenzuschuss jedoch bundesweit einheitlich, egal wie hoch die Miete tatsächlich ist“, gibt Nicolai Preuße zu bedenken.

Zweit- und Langzeitstudium kann kosten

Auch die Wahl des Studiengangs wirkt sich auf die Ausgaben aus: Während etwa Studierende der Architektur Papier, Pappe und Kleber für ihre Modelle kaufen müssen, buchen angehende Juristen mitunter teure Repetitorien zur Vorbereitung aufs Staatsexamen bei privaten Anbietern. Das Thema Studiengebühren hingegen ist – bei den staatlichen Hochschulen – aktuell vom Tisch: In keinem Bundesland werden sie derzeit erhoben. Dennoch sind viele Hochschulen weiterhin an den Gebühren interessiert, weil sie eine wichtige Einnahmequelle darstellen. „Dies ist eine politische Diskussion, die sicher immer wieder aufflammen wird. Aber hier Prognosen zu wagen, wäre reine Spekulation“, betont Nicolai Preuße.

Dennoch sind nicht alle Studienangebote kostenfrei: Abgesehen von kostenpflichtigen Studiengängen an privaten Hochschulen kann auch ein Zweitstudium Geld kosten. In Rheinland-Pfalz zum Beispiel ist ein zweites Studium nach erfolgreich abgeschlossenem Bachelor und konsekutivem Master nur gegen Gebühr zu haben. In vielen Bundesländern, unter anderem Bremen und Niedersachsen, werden Langzeitstudierende zur Kasse gebeten. Ebenfalls mit teils hohen Kosten verbunden sind in der Regel weiterbildende Masterstudiengänge, die aber meist Berufserfahrung voraussetzen.

Eltern, Nebenjob, BAföG

„Die wichtigsten Geldquellen, um ein Studium zu finanzieren, sind die Eltern, ein Nebenjob und das BAföG“, gibt Nicolai Preuße einen Überblick. So griffen laut 20. Sozialerhebung rund 87 Prozent der Studierenden im Sommersemester 2012 auf Zuwendungen ihrer Eltern zurück, 63 Prozent auf einen eigenen Verdienst aus einem Nebenjob und 32 Prozent auf BAföG. „Kredite und Stipendien spielen eine untergeordnete Rolle. Leider bewerben sich viele erst gar nicht um ein Stipendium, weil sie sich kaum Chancen ausrechnen. Ein Fehler“, bedauert der Experte.

Mit durchschnittlich 443 Euro monatlich wurden Studierende im Jahr 2012 nach dem BAföG gefördert. BAföG ist je zur Hälfte staatlicher Zuschuss und zinsloses Darlehen. Die Förderdauer deckt die jeweilige Regelstudienzeit ab. Der Höchstsatz liegt derzeit bei 670 Euro im Monat, zum Wintersemester 2016/17 wird er auf 735 Euro erhöht. Von diesem Zeitpunkt an werden auch die Freibeträge vom Einkommen der Eltern und Ehepartner um sieben Prozent angehoben, sodass künftig mehr Studierende von der Förderung profitieren dürften. Ebenfalls angehoben wird die Hinzuverdienstgrenze für jobbende Studierende: „Dadurch wird ein 450 Euro-Minijob möglich, ohne dass die BAföG-Förderung beeinträchtigt wird“, erklärt Nicolai Preuße. (Siehe auch die Checkliste BAföG und die Reportage „Es geht mehr als man denkt“)

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abi>> 22.06.2015