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Durchbeißen für den Traum vom Schauspielen

Eine junge Frau lernt in einem Probensaal einen Text.
Schon die Theater-AG in der Schule kann dazu inspirieren, nach dem Abitur Schauspiel studieren zu wollen.
Foto: Sonja Bruggemann

Vorsprechen fürs Schauspielstudium

Durchbeißen für den Traum vom Schauspielen

Enea Boschen studiert Schauspiel im Bachelor an der Theaterakademie August Everding in München. Für abi>> berichtet die 21-Jährige darüber, wie schwierig es war, einen Studienplatz zu ergattern, und welchen Herausforderungen sie sich als Studentin stellen muss.

Was möchte ich mal werden? Diese Frage konnte ich schon in der Grundschule beantworten: Dank einer Theater-AG wusste ich schnell, dass ich Schauspielerin werden will. In der Rolle des Pagenjungen stolperte ich auf der Bühne herum, das Publikum reagierte auf mich, hat über meine Performance dieser komischen Figur gelacht. Dieser Moment war wohl mein berufliches Schlüsselerlebnis. Den Schultheater-AGs und Schauspielgruppen in der Freizeit folgte ein Ausflug an eine private Schauspielschule in Köln. Dieser war jedoch nicht nur kostspielig, sondern ich habe auch gemerkt, dass ich perspektivisch nicht weit kommen würde, wenn ich nicht an einer renommierten staatlichen Hochschule studiere. Diese bietet nämlich viel mehr Möglichkeiten.

Das Vorsprechen muss sitzen

Ein Porträt-Foto von Enea Boschen

Enea Boschen

Foto: privat

Ich hatte damals einen Dozenten, der mich für diesen Schritt ermutigt und mit mir für die Vorsprechen an mehreren Hochschulen emsig Monologe sprechen geprobt hat. Als Erstes bewarb ich mich an der renommierten Hochschule für Schauspielkunst „Ernst Busch“ in Berlin. Es ist schon verrückt, dass man mit 600 bis 900 Bewerbern um die wenigen Studienplätze buhlt.

In der ersten Vorsprechrunde konnte ich überzeugen. Doch meine Euphorie darüber ging über in Verbissenheit, die in viel zu viel Nervosität in der zweiten Runde mündete – und dort auch endete. „Mist“, dachte ich mir, ließ mich aber nicht entmutigen und sprach an der Hochschule für Musik und Theater in Leipzig vor. Auch hier wurde mein Lauf auf einen Studienplatz früh ausgebremst. Aufgeben war für mich aber keine Option.

Aller guten Dinge sind drei

Also ab nach München. Dort, an der Theaterakademie August Everding, gibt es ein dreistufiges Prüfungsverfahren. In der ersten Runde musste ich drei selbstständig erarbeitete Rollenausschnitte vortragen, diesmal aber nicht vor allen anderen Vorsprechern, sondern alleine – das setzte mich weniger unter Druck. In der zweiten Runde ging es für mich dann vor die gesamte Prüfungskommission. Geschafft! In der dritten Stufe kamen dann Prüfungen in Gruppen hinzu. Wieder geschafft! Irgendwie passte dieses Mal alles: Ich war auf eine positive Art nervös, fühlte mich sicherer beim Vorsprechen und die Prüfungsatmosphäre war super angenehm. Und siehe da: Ich bekam den Studienplatz!

Seit 2016 studiere ich nun an der Theaterakademie August Everding, die zur Hochschule für Musik und Theater gehört, und lerne alle praktischen und theoretischen Fertigkeiten, die ich im Berufsleben als Schauspielerin brauche. Auf dem Lehrplan steht natürlich Schauspielunterricht in Praxis und Theorie, aber auch Gesang, Sprechen und Körperarbeit.

Der Kampf mit der eigenen Persönlichkeit

Ein wesentlicher Aspekt im Bachelorstudium spielt die Entwicklung der künstlerischen Persönlichkeit. Ich muss gestehen, dass diese Form des Auseinandersetzens mit mir selbst mich oft an meine Grenzen bringt. Es ist wie ein permanenter kleiner Kampf, den ich ausfechte. Ich muss mich immer wieder darauf besinnen, wozu ich das Ganze mache und dass es ein großes Geschenk ist, überhaupt an der August Everding studieren zu dürfen. Das bekommen wir auch immer wieder von unseren Dozierenden zu hören: Alles mitnehmen, in sich aufsaugen, das Studium geht schneller rum, als man denkt. Und schließlich geht es ja auch um meinen absoluten Traumjob: die Schauspielerei!

abi>> 27.11.2018