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Die Kunst, eine Bewerbungsmappe zu erstellen

Zahlreiche Zeichnungen hängen an einer Wand.
Für ihre Bewerbungsmappe für das Kunststudium erstellte Tanisha Meis rund 20 Arbeiten, die ihr Talent und ihren eigenen Stil zeigen sollten.
Foto: Martin Rehm

Eignungsprüfung

Die Kunst, eine Bewerbungsmappe zu erstellen

Tanisha Meis (23) studierte zunächst Umwelttechnik, allerdings fehlte ihr die Leidenschaft für dieses Fach. Kunst und Malerei hingegen waren schon immer ihre Passion. Wie es dazu kam, dass sie ein Studium in diesem Bereich begonnen hat, erzählt sie abi>>.

Ich habe mich damals vor allem aus Gründen der Vernunft für Umwelttechnik eingeschrieben. Aber es hat mich nicht glücklich gemacht. Ich wollte aus privaten Gründen nach Wuppertal ziehen und mit dem Umzug fiel auch die Entscheidung, mein Studienfach zu wechseln. Kunst hat mich sowohl in der Theorie als auch in der praktischen Umsetzung schon immer interessiert, aber es war nicht einfach, diesen Schritt zu wagen. Ich hatte immer dieses „mach etwas Vernünftiges“ im Hinterkopf.

Im Nachhinein war es die richtige Entscheidung. Ich freue mich jeden Tag auf die Uni, es macht einfach Spaß. In Wuppertal kann man an der Universität einen Zwei-Fach- Bachelor studieren. Ich habe mich für Kunst und Philosophie entschieden, wobei ich für Kunst eine Eignungsprüfung bestehen musste.

Einen eigenen Stil aufzeigen

Ein Porträt-Foto von Tanisha Meis

Tanisha Meis

Foto: privat

Es ist ein zweistufiges Verfahren: Zuerst erstellt man eine Mappe mit Arbeiten. Falls die gefällt, wird man zu einem Eignungstest vor Ort eingeladen. Die Universität bietet im November, Dezember und Januar drei Beratungstermine für die Bewerbungsmappe an. Dort bekommt man wertvolle Unterstützung: Welche Arbeiten sind stark, an welchen Themen sollte man weiterarbeiten, was ist nicht so gelungen. Die Termine hatte ich damals leider verpasst: Als mein Entschluss endlich feststand, waren sie schon verstrichen.

Mir blieb nur noch wenig Zeit und ich habe meine Mappe letztlich unter großem Zeitdruck erstellt. Es ist sicherlich besser, rechtzeitig anzufangen und die Beratung wahrzunehmen. Ich habe aber die Hinweise auf der Webseite der Uni sehr genau gelesen. Es geht nicht darum, fotorealistisch zu malen oder möglichst viele Themen zu behandeln. Besser ist es, sich ein Oberthema zu suchen und in den Arbeiten eine Entwicklung und einen eigenen Stil aufzuzeigen. Es geht darum, sich ganz individuell einem Thema zu nähern und sich künstlerisch damit auseinandersetzen. Nicht alles muss ausgearbeitet sein – es kann auch eine Skizze sein.

Alle Arbeiten erstellte ich eigens für die Mappe. Mein Thema waren Porträts. Da ich mich am besten kenne, porträtierte ich mich selbst und hielt ganz unterschiedliche Emotionen fest, auch Grimassen. Dabei arbeitete ich mit Kohle, Acryl, Fine Liner und Öl.

Am Ende waren es 20 Arbeiten, die ich zusammen mit dem ausgefüllten Bewerbungsbogen im Mai im Sekretariat abgegeben habe. Neben der Mappe mit den Originalen musste ich die Arbeiten abfotografieren und auf einer CD beilegen.

Ganz in meinem Element

Nach ein paar Wochen kam der Brief mit der Einladung zum Eignungstest im Juni. Wir hatten fünf Stunden Zeit für eine architektonische Zeichnung, einen Außenblick von einem Innenraum und ein Stillleben. Die Zeit konnten wir uns selbst einteilen. Zeichnen ist nicht so meins, aber beim Malen war ich ganz in meinem Element. Nach ein paar Wochen hatte ich dann die Zusage für den Studienplatz, konnte meine Mappe abholen und mich einschreiben.

Was ich beruflich einmal mit dem Studium anfangen werde, weiß ich noch nicht. Es ist vielfältig, wir lernen ja auch Kunstgeschichte und Theorie. Ich habe viele Ideen und bin überzeugt: Wenn man etwas wirklich gerne macht, dann wird man auch gut darin und kann mit den Fähigkeiten etwas anfangen.

abi>> 04.12.2017