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Vom Rennfieber gepackt

Pia Isabella Klopfleisch fährt ein Rennen mit ihrem Fahrrad.
Downhill fahren ist die große Leidenschaft von Studentin Pia Isabella Klopfleisch. Die 22-Jährige trat bei den Deutschen Hochschulmeisterschaften 2017 an.
Foto: Gah Krämer

Breitensportlerin bei den Deutschen Hochschulmeisterschaften

Vom Rennfieber gepackt

Pia Isabella Klopfleisch studiert Grundschullehramt im dritten Semester an der Universität Kassel – und fährt leidenschaftlich gerne Mountainbike. Im Juli 2017 nahm die 22-Jährige an den Allgemeinen Deutschen Hochschulmeisterschaften im Downhill teil. Für abi>> erzählt sie vom Wettkampf und ihrer Sportart.

Ich komme ursprünglich aus Willingen im Sauerland, wo 2006 der UCI Mountain Bike World Cup stattfand. Ein paar meiner Freunde sind dort mitgefahren und ich habe vom Streckenrand aus zugeschaut. Ich fand das alles total cool und wollte danach auch fahren lernen. Erst habe ich mit einem normalen Mountainbike angefangen. 2012 bin ich mit dem Bike eines Freundes mein erstes Rennen gefahren, den „Rookies Cup“, also ein Wettbewerb für Anfänger. Kurz danach hat mich das Rennfieber richtig gepackt und ich habe mir ein eigenes Downhillrad gekauft.

Am meisten reizt mich am Downhill, dass man dabei ganz schön unter Adrenalin steht. Man vergisst alles andere, wenn man so schnell den Berg hinunterrast. Dazu kommt, dass der Sport verbindet: Die Leute sind sehr locker drauf und es macht einfach Spaß, mit meinen Freunden im Bikepark zu sein.

Zum Training fahre ich so oft wie möglich, normalerweise mindestens jeden zweiten Tag. An den Wochenenden fahre ich meistens mit Freunden oder auch alleine verschiedene Trails oder bin im Bikepark. Dazu kommt Krafttraining für die Arme und den Rumpf – das ist wichtig, um so eine Strecke im Rennmodus überhaupt durchzuhalten. An einen strikten Trainingsplan halte ich mich aber nicht, das geht bei mir eher nach Gefühl.

Der Spaß am Fahren hat Priorität

Mein Studium im Grundschullehramt in den Fächern Mathe, Deutsch und Sachunterricht habe ich 2016 an der Uni Kassel aufgenommen. Für mich war immer klar, dass ich auch etwas „Normales“ lernen und mich nicht nur auf den Sport konzentrieren möchte, denn ich wollte auf keinen Fall den Spaß am Fahren verlieren.

Beim Hochschulsport wurde zu der Zeit kein Downhill angeboten, deshalb habe ich stattdessen an den Kursen Ghetto Workout und Hip Hop teilgenommen. Doch ich wollte mehr in meiner Sportart: 2017 habe ich einfach nachgefragt, ob ich die Uni Kassel bei den Allgemeinen Deutschen Hochschulmeisterschaften im Downhill vertreten darf, was mir dann auch ermöglicht wurde.

Hinarbeiten auf den großen Moment

Für die Hochschulmeisterschaften, die im Juli 2017 in Ilmenau vom Allgemeinen Deutschen Hochschulsportverband ausgetragen wurden, konnte ich mich leider nicht gut vorbereiten – ich lag die Woche davor mit Grippe im Bett. Am Donnerstag kamen wir an und tags darauf war das freie Training.

Die Startnummern wurden vergeben und wir konnten die Strecke ablaufen – der sogenannte „Trackwalk“. Dieser dient dazu, einen Überblick über die Strecke zu bekommen und sich mögliche Linien zu überlegen, bevor man sie im Training ausprobiert – damit man keine bösen Überraschungen erlebt und später in irgendwelche Löcher fährt. An dem Tag bin ich letztlich nur einmal gefahren, mit zahlreichen Pausen – es ging einfach gesundheitlich nicht anders.

Am Samstag gab es wieder Training, dann nach einer Pause den „Seeding Run“ – ein Probelauf, in dem die Zeiten gemessen werden. Ich bin nur die Pflichtläufe gefahren und eigentlich wollte ich nach dem Start direkt rausfahren, um mich zu schonen. Aber dann habe ich mich spontan entschieden, ganz entspannt den Berg herunterzurollen. Ich hatte einfach Spaß – und bin dabei sogar von den 16 Teilnehmerinnen noch Zwölfte geworden.

Am Sonntagmittag fand das Rennen statt. Ich glaube, so entspannt war ich noch nie bei einem Rennen. Normalerweise bin ich vorher immer total aufgeregt. Am Ende bin ich Achte bei den Hochschulsportmeisterschaften 2017 geworden. Ich war richtig zufrieden mit dem Ergebnis.

Sport und Uni nicht immer kompatibel

Die Kehrseite meines Sports ist, dass er nicht immer gut mit dem Studium zu vereinbaren ist. Downhill auszuüben, ist teuer und ich habe daher immer nebenher arbeiten müssen – zum Beispiel in einer Grundschule, als Kellnerin und als Snowboard-Lehrerin.

Wenn ich viele Klausuren habe, setze ich mich zeitweise fast gar nicht aufs Rad. Auch das körperliche Risiko ist recht hoch – Verletzungen kommen immer wieder vor. Doch bei den Rennen ist es immer toll. Man zeltet gemeinsam, macht oft abends ein Lagerfeuer und hat eine Menge Spaß. Ich möchte den Rennsport auf keinen Fall missen!

abi>> 19.10.2017