Logo Bundesagentur für Arbeit
Logo Bundesagentur für Arbeit
  • Drucken
  • Versenden
  • PDF (Öffnet sich in neuem Fenster)

Kategorien

Den eigenen Fachbereich beleben

Eine junge Frau hält einen Referat über Programmstrukturen.
Den Kommilitonen beratend zur Seite stehen: Fachschaften kümmern sich um Anliegen und Interessen der Studierenden ihres Fachbereichs.
Foto: Axel Jusseit

Engagement in der Fachschaft

Den eigenen Fachbereich beleben

Fachschaftsräte, kurz Fachschaften, sind ein wichtiges studentisches Organ. Sie vertreten fachbezogene Belange der Studierenden und unterstützen ihre Kommilitonen dabei, sich leichter durch ihr Studium zu navigieren. Carla Brasseler (26) studiert Architektur an der Technischen Hochschule Beuth in Berlin – und engagiert sich.

Carla Brasseler ist im Fachbereich IV der Hochschule aktiv: „Hier sind die Studiengänge Architektur, Gebäude- und Energietechnik beziehungsweise Energie-Management sowie Planung nachhaltiger Gebäude vereint“, zählt sie auf.

Den Studierenden wird von der Fachschaft eine Menge geboten: „Wir stellen Einführungsveranstaltungen für Erstsemesterstudierende auf die Beine, geben Hilfestellung in der studentischen Organisation, erklären, wie das Online-Belegsystem für die Kurse funktioniert und an wen man sich bei Problemen wenden kann“, erzählt die Studentin im vierten Mastersemester. Außerdem hat ihre Fachschaft eine Lehrmittelsammlung. Das ist eine Art Datenbank, in der Studierende ihre Altklausuren abgeben können, sodass sich nachkommende Semester mit diesen auf Prüfungen vorbereiten können.

Freundschaften schließen

Ein Porträt-Foto von Carla-Marie Brasseler

Carla-Marie Brasseler

Foto: privat

Es geht aber nicht nur um Arbeit und Lernen, sondern auch einfach um Spaß: In der Fachschaft werden Kommilitonen zu Kollegen und Freunden. Der Fachschaftsraum ist ein Treffpunkt, Mitglieder geben hier in den Pausen Kaffee und andere Getränke gegen eine Spende aus. „Auch die Organisation von Weihnachtsfeiern gehört zu jeder Fachschaft. Bei uns kommt ein Hoffest dazu, das der AStA mit der Unterstützung der Fachschaften ausrichtet“, erklärt Carla Brasseler.

Zeitlich betrachtet ist das Engagement gleichzusetzen mit einem Hobby, findet sie: „So zeitausfüllend die Arbeit in der Fachschaft auch ist, es bleibt immer Raum für Sport und Freunde.“ Und das geht ihr so, obwohl sie zudem zweifache Mutter ist. Ihre Hauptmotivation für die Fachschaftsarbeit liegt darin, ein gemeinsames Ziel zu verfolgen. „Es ist ein gutes Gefühl, sich zu engagieren“, erzählt Carla Brasseler.

Engagement in unterschiedlichen Gremien

Bereits in ihrer Schulzeit war die heute 26-Jährige ehrenamtlich tätig: „Ich war auf einer integrierten Gesamtschule, die neu gegründet wurde. Dort habe ich die Schülervertretung mit ins Leben gerufen.“ Später kam sie sogar in die Landesschülervertretung der Gymnasien und Gesamtschulen und wurde stellvertretende Landesschülersprecherin.

Dennoch startete sie ihr Engagement an der Hochschule nicht sofort, sondern „musste erst mal ein paar Semester in die Uni reinwachsen“. Wie viele Studierende, die sich engagieren, hatte sie dann oft parallel mehrere Ämter inne: „Ich war gleichzeitig im Frauenrat, im Fachbereichsrat und im Fachschaftsrat tätig. Aber wenn man sich viel engagiert, wird man nach Absprache auch mal von Uni-Veranstaltungen freigestellt. Die meisten Professoren schätzen es, wenn man sich engagiert und verstehen, wenn man deshalb mal nicht zur Vorlesung kommen kann.“

Wie trägt man Dinge vor, dass sie auch Gehör finden?

Durch ihre Tätigkeiten blickte sie hinter interne Abläufe der „Maschinerie Hochschule“, hatte mit dem Präsidium, Dekanen und unterschiedlichen Fachbereichen zu tun. Auch persönlich habe sie profitiert: „Zum Beispiel habe ich gelernt, mich mit verschiedenen Leuten und Meinungen auseinanderzusetzen, mich zu organisieren, Teams zusammenzubringen und Veranstaltungen zu planen und durchzuführen. Konstruktiv Kritik zu üben und die Dinge so vorzutragen, dass sie Gehör finden, habe ich mir ebenfalls angeeignet. In der Fachschaft kann man Impulse geben, Dinge mitgestalten und Verantwortung übernehmen“, findet Carla Brasseler.

Auch bei Bewerbungen komme ein Engagement gut an: „Ich arbeite parallel zum Studium in einem Architekturbüro. Im Bewerbungsgespräch war die Begeisterung darüber, dass ich mich während des Studiums engagiere, groß.“

abi>> 02.07.2018