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Mitgestalten, helfen, netzwerken

Eine dreiköpfige Lerngruppe arbeitet ein Skript durch.
An jeder Hochschule gibt es verschiedene Organisationen, die ein ehrenamtliches Engagement zum Allgemeinwohl ermöglichen.
Foto: Hans-Martin Issler

Engagement neben dem Studium

Mitgestalten, helfen, netzwerken

Neben dem Studium engagieren sich viele Studierende ehrenamtlich an ihrer Hochschule. Ob in Gremien der Hochschulpolitik, in akademischen oder sozialen Projekten, im internationalen Austausch oder in unternehmerischen Initiativen: Von der Arbeit kann man persönlich und fachlich profitieren – und dabei andere unterstützen.

AStA, StuPa, StuRa – hinter diesen Abkürzungen stehen Studierendenvertretungen an Hochschulen, nämlich der Allgemeine Studierendenausschuss, das Studierendenparlament und der Studierendenrat. In diese Gremien werden Studierende gewählt, die die Interessen ihrer Kommilitonen vertreten, nach innen und nach außen.

„AStA und StuPa arbeiten mit Listenwahlen, dort muss man sich für eine Partei aufstellen lassen, die politisch, aber auch unabhängig sein kann“, erklärt Patrick Niebergall. Der 25-Jährige studiert im Master Staatswissenschaften und ist im Studierendenrat der Universität Erfurt aktiv. „Dort hat jede Fakultät zwei Plätze, für die sich die Studierenden aufstellen lassen können“, beschreibt er.

Die grundsätzliche Aufgabe des Rates ist es, die hochschulpolitischen, fachlichen, sozialen und kulturellen Belange der Studierenden wahrzunehmen und wissenschaftliche Initiativen zu unterstützen. Sollen zum Beispiel Noten über alle Fachbereiche hinweg online zugänglich gemacht werden? Fehlt es in der Mensa an einem veganen Menü? Oder muss ein Fachraum dringend besser ausgestattet werden? In derlei Fragen können Studierendenvertreter in Gremien wie dem StuRa Einfluss nehmen.

„Man lernt unheimlich viel dazu“

Ein Porträt-Foto von Patrick Niebergall

Patrick Niebergall

Foto: Nele Reich

Bereits seit seinem dritten Bachelorsemester engagiert sich Patrick Niebergall im Studierendenrat: „Die Arbeit dort hat mir als Ausgleich zum Studium sofort Spaß gemacht. Ich habe die Strukturen der Universität kennengelernt und kann das Hochschulleben aktiv mitgestalten.“ Außerdem wollte er mit Menschen zusammenarbeiten, die etwas bewegen wollen. „Man lernt unheimlich viel dazu, wenn man in einem Gremium mit 20 bis 30 Leuten spricht und diskutiert oder Stellungnahmen formuliert.“

Der zeitliche Aufwand für ein Engagement im Studierendenrat richtet sich nach dem jeweiligen Aufgabenbereich. „Als Vorstandsmitglied bringe ich etwa 20 Stunden in der Woche auf“, erzählt der Masterstudent.

Von der Basis bis an die Spitze

Ein Porträt-Foto von Katha Barth

Katja Barth

Foto: Maike von Haas

Neben rein studentischen Gremien – wie der Studierendenrat, in dem Patrick Niebergall mitarbeitet – können sich Studierende auch in Arbeitskreise ihrer Hochschule wählen lassen, in denen sie zusammen mit Professoren, Verwaltungsmitarbeitern oder anderen Vertretern sitzen. Dazu gehören beispielsweise der Akademische Senat und dessen Kommissionen, der Fakultätsrat, der Fachbereichsrat oder das Kuratorium. „Hier werden Entscheidungen gefällt, die Universitätsbelange betreffen“, erklärt Katja Barth, Studienberaterin der Beuth Hochschule für Technik in Berlin.

Wer lieber an der Basis arbeiten möchte, kann sich auch in seinem Fachbereich engagieren. Alle Studierenden einer Fakultät oder eines Fachbereichs bilden zusammen eine Fachschaft. Aus der Gruppe ihrer Mitglieder wählen die Studierenden den Fachschaftsrat, der umgangssprachlich oft einfach Fachschaft genannt wird.

Der Fachschaftsrat organisiert beispielsweise Erstsemestereinführungen, Fachschaftspartys oder Sportveranstaltungen, steht den Studierenden aber auch in fachlichen Fragen zur Seite. So verleiht der Fachschaftsrat Skripte oder Altklausuren zum Lernen. „Im Fachschaftsraum tauschen sich Studierende aus, sprechen über Profs, Veranstaltungen und über die Organisation ihres Studiums“, erklärt Katja Barth.

Aus ihrer Sicht sind die Fachschaften das wichtigste Organ, in dem sich Studierende engagieren können: „Fachschaften bereichern das studentische Leben. Ohne sie wären die Hochschulen nur Lernort und nicht Lebensort.“ (Mehr zur Arbeit in einer Fachschaft erfährst du in „Den eigenen Fachbereich beleben“.)

Viele Facetten des Ehrenamts

Auch außerhalb der Studierendenvertretungen kann man sich neben dem Studium für Kommilitonen oder andere Gruppen einsetzen. Katja Barth nennt ein Beispiel: „Für die Persönlichkeitsentwicklung sind etwa Mentorenprogramme oder Tandems eine tolle Möglichkeit. Studierende unterstützen hier gezielt einen Kommilitonen in besonderer Lebenslage, beispielsweise Studierende mit Kind, internationale Studierende – auch mit Fluchthintergrund – oder Studierende mit Behinderungen.“

Zudem sind an den Hochschulen zahlreiche Studierendeninitiativen aktiv. Diese können fachübergreifend oder fachspezifisch organisiert sein, manche arbeiten sogar auf internationaler Ebene. Praktika und Freiwilligendienste weltweit vermitteln beispielsweise die Organisationen AIESEC und IASTE [Wie man sich dort engagieren kann, kannst du in „Augen öffnen für andere Kulturen“ nachlesen.). Die Initiative Arbeiterkind.de greift jungen Menschen in Deutschland unter die Arme, die als Erste in ihrer Familie studieren wollen.

Wie aber finde ich als Studierender das Ehrenamt, das zu mir passt? „Erster Anlaufpunkt sind die Fachschaften. Aber auch Gremienmitglieder können Ansprechpartner sein, ihre Namen und oft auch Kontaktdaten sind öffentlich zugänglich“, sagt Katja Barth.

Plus für den Lebenslauf

Ein Porträt-Foto von Kurt Neuhaus

Kurt Neuhaus

Foto: privat

Egal, für welche Art des Engagements man sich entscheidet, Kurt Neuhaus, Berufsberater der Agentur für Arbeit Berlin, sieht darin zwei Vorteile: „Zum einen erwirbt man Fähigkeiten, die für die spätere berufliche Laufbahn nützlich sind. Das sind vor allem Soft Skills, zum Beispiel kommunikative Fähigkeiten. Zum anderen findet ein Studierender Sinnhaftes für sich selbst, eine Erfüllung“, erklärt der Berufsberater. (Über die Motivation für ein Ehrenamt an der Hochschule liest du in „Gemeinsam das Campusleben gestalten“.)

Ehrenamtlich tätige Studierende lernen, Verantwortung zu übernehmen und Projekte und Veranstaltungen ins Leben zu rufen. „Durch eine solche Tätigkeit kann man mitgestalten und Lebenserfahrung sammeln. So wird man offener und toleranter und erweitert seinen Horizont“, erklärt Kurt Neuhaus. Außerdem fällt es leicht, Freundschaften zu schließen: „Man hat ein gemeinsames Thema.“

Der Berufsberater weiß aus Erfahrung: „Für den Lebenslauf bringt ein Ehrenamt immer etwas. Inwieweit hängt vom eigenen Ziel ab. Wenn jemand beispielsweise Ingenieur werden will, zeigt er, dass er über sein Feld hinausschaut und sich neben Technik für andere Dinge interessiert. Bei einem solchen Profil kann ein Personaler Teamfähigkeit und Freude am Kontakt mit Menschen vermuten.“ (Was halten Personaler von Engagement neben dem Studium? Das erfährst du in „Engagement kommt bei Arbeitgebern gut an“.)

Weitere Informationen

BERUFENET

Das Netzwerk für Berufe der Bundesagentur für Arbeit mit über 3.000 aktuellen Berufsbeschreibungen in Text und Bild.
www.berufenet.arbeitsagentur.de

studienwahl.de

Infoportal der Stiftung für Hochschulzulassung in Kooperation mit der Bundesagentur für Arbeit. Hier kannst du im „finder“ nach Studiengängen in ganz Deutschland suchen.
www.studienwahl.de

Verband Deutscher Studierendeninitiativen e. V.

Zusammenschluss der zehn größten studentischen Initiativen in Deutschland
www.vdsi.org

IAESTE Deutschland

Die Studierendenaustauschorganisation vermittelt betreute und bezahlte Praktika – für deutsche Studierende im Ausland und für ausländische Studierende in Deutschland.
www.iaeste.org

AIESEC

Die internationale Studentenorganisation ist mit 780 Lokalkomitees in 124 Ländern vertreten und vermittelt deutschen und ausländischen Studierenden Praktika und Freiwilligendienste.
www.aiesec.de

abi>> 02.07.2018