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„Engagement kommt bei Arbeitgebern gut an“

Junge Frau im Bewerbungsgespräch mit Personaler
Freiwilliges Engagement im Studium kann oftmals ein Türöffner beim Berufseinstieg sein.
Foto: Martin Rehm

Engagement neben dem Studium – Personalerstatements

„Engagement kommt bei Arbeitgebern gut an“

Personaler sind zuständig für die Entwicklung der Mitarbeiter und Führungskräfte eines Unternehmens. Außerdem entscheiden sie mit, welche Bewerber eingeladen werden – und wer die erhoffte Stelle schlussendlich bekommt. Drei Personaler haben abi>> verraten, wie sie Engagement neben dem Studium in ihre Bewertung einbeziehen.

Peggy Liebelt, Leiterin des Recruiting Centers der Siemens AG:

Ein Porträt-Foto Peggy Liebelt

Peggy Liebelt

Foto: privat

Wir legen viel Wert auf Auslandserfahrung, auf interkulturelles Gespür. Auch Praxiserfahrung und die Fähigkeit, mit Menschen umgehen zu können, haben eine große Bedeutung. Das alles beweist, dass derjenige teamfähig und flexibel ist, sich einbringen kann. Wer sich neben dem Studium engagiert hat – ob in Form von Praktika oder ehrenamtlich –, kann unser Interesse wecken.

Um sich aus dem Bewerberpool abzuheben, ist es wichtig, das Engagement in der Bewerbung richtig zu präsentieren. Es geht nicht nur darum, dass jemand irgendwo Mitglied war, sondern er muss uns auch davon überzeugen, was es ihm gebracht hat. Das Engagement muss zur Persönlichkeit passen und einen Bezug zu der Position haben, auf die er oder sie sich bewirbt.

 

Olga Erhan, Personalchefin des Diakonisches Werkes Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz e.V.:

Ein Porträt-Foto von Olga Erhan

Olga Erhan

Foto: DWBD

Durch ein Engagement neben dem Studium erhalten die Studierenden einen besseren Praxisbezug zu den im Studium vermittelten Theorien. Sie übernehmen Verantwortung, knüpfen Kontakte und entwickeln sich persönlich weiter. Durch die Organisation von Veranstaltungen und Entwicklung von Projekten erwerben Studierende viele Kompetenzen und Kenntnisse, die später im Beruf weiterhelfen können. Dazu zählen zum Beispiel Teamarbeit, Einfühlungsvermögen oder Selbstdisziplin.

Persönliches Engagement über den Rahmen des Studiums hinaus kommt bei vielen Arbeitgebern sehr gut an. Es deutet auf positive Charaktereigenschaften hin wie selbstloser Einsatz, ausgeprägte soziale Kompetenzen, Verantwortungsbewusstsein, Hilfsbereitschaft, Pflichtbewusstsein oder auch Flexibilität.

 

Jörg Lindemann, Personalmanager beim Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) e.V.:

Gerade bei Berufseinsteigern ist es ganz wichtig, was sie neben dem Studium gemacht haben. Für eine Bewerbung beim BUND ist Erfahrung in einem Ehrenamt von Vorteil, weil die hauptamtlichen Mitarbeiter eng mit den ehrenamtlichen zusammenarbeiten. Es ist daher ein großes Plus, zu wissen, wie Ehrenamt funktioniert und welche Herausforderungen sich dort stellen. Man muss sich dabei im Vorfeld nicht unbedingt beim BUND engagiert haben.

Wer ehrenamtlich tätig ist, zeigt, wie er eingestellt ist, welche Haltung er vertritt. Derjenige hat eine bestimmte Lebensweise und vor allem ein Thema, für das er brennt. Außerdem ist er bei dieser Arbeit während des Studiums stark mit Menschen im Kontakt und erwirbt so kommunikative Fähigkeiten, die ein Studium alleine nicht vermitteln kann.

Im Motivationsschreiben ist es hilfreich, zu lesen, was die Bewerber aus ihrem Engagement mitgenommen haben. Wenn das ausführlicher beschrieben wird, spricht es viel mehr an als eine reine Auflistung der Aufgaben.

abi>> 02.07.2018