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Augen öffnen für andere Kulturen

Blick in einen rotten Trolle, in dem verschiedene Reiseutensielien sind wie etwa eine Kamera, Bücher, ein Laptop, T-Shirts.
Im Studium die Welt entdecken? Studentische Organisationen helfen Studierenden aus aller Welt, im Ausland Fuß zu fassen und so eine neue Kultur kennenzulernen.
Foto: Julien Fertl

Internationale Studierendeninitiative

Augen öffnen für andere Kulturen

In den weltweit agierenden Organisationen AIESEC und IASTE helfen Studierende in Deutschland ausländischen Studierenden bei der Suche nach Praktika oder Freiwilligenprojekten hierzulande. Masterstudent Jan Krause (27) ist Vorsitzender der Vertretungen an der Technischen Universität Berlin und schätzt dabei, seinen Horizont erweitern zu können.

Im Spezialfall der Technischen Universität Berlin bilden AIESEC und IAESTE ein Doppelkomitee“, erklärt Jan Krause. Bei AIESEC liegt der Schwerpunkt auf der Vermittlung von Praktika und Freiwilligenprojekten in den Bereichen BWL, Marketing und IT, bei IAESTE in den Ingenieurs- und Naturwissenschaften. „Wir ermöglichen pro Jahr rund 40 Leuten, ins Ausland zu gehen, und 50 bis 60 Leuten, nach Deutschland zu kommen“, erzählt er. An der TU Berlin studiert der 27-Jährige im Master Wirtschaftsmathematik.

Beide Organisationen betreuen die Studierenden, die nach Deutschland kommen. Sie unterstützen sie beim Antrag für ihr Visum, bei Behördengängen und bei der Krankenversicherung. „Wir holen sie dann auch am Flughafen ab, bringen sie in die Wohnung und begleiten sie beim ersten Gang zum Arbeitsplatz. Für alle Praktikanten gibt es zudem ein Vorbereitungsseminar, das auf die kulturellen Besonderheiten des jeweiligen Landes vorbereitet“, berichtet Jan Krause.

Gemeinsam etwas bewegen

Ein Porträt-Foto von Jan Krause

Jan Krause

Foto: privat

Zu AIESEC kam der Student durch Zufall: Eine Ausschreibung für ein Auslandspraktikum machte ihn auf eine Veranstaltung des Lokalkomitees in Darmstadt aufmerksam, wo er damals im Bachelor Physik studierte. Bei dem Termin erfuhr er, dass das Team nach neuen Mitgliedern suchte. Dank eines Work & Travel-Aufenthalts in Neuseeland nach dem Abitur wusste er selbst, wie wichtig es ist, seinen Horizont zu erweitern. Deshalb entschied er sich, bei AIESEC mitzumachen.

„Wir verhelfen Kommilitonen zu Auslandsaufenthalten, wo sie mit Einheimischen zusammenarbeiten“, erzählt Jan Krause. „Das öffnet die Augen für andere Kulturen. Man wird sich seiner eigenen Werte bewusster und macht die Erfahrung, etwas bewegen zu können.“ AIESEC wurde 1948 kurz nach dem Zweiten Weltkrieg gegründet. „Studierende wollten und wollen ihren Anteil daran leisten, solche Katastrophen zu verhindern“, erklärt Jan Krause.

„Herausforderungen, an denen ich unglaublich wachse“

Wer bei AIESEC mitarbeitet, muss mit etwa zehn Stunden Arbeit pro Woche rechnen. „Für Vorstandsmitglieder ist es etwas mehr. Um das mit meinem Studium vereinen zu können, habe ich mein Zeitmanagement deutlich verbessert“, fügt Jan Krause hinzu.

Dass seine ehrenamtliche Tätigkeit seine Studienzeit verlängern könnte, stört den 27-Jährigen nicht – die Vorteile liegen für ihn nämlich klar auf der Hand: „Ich absolviere ein theoretisches Studium und lerne an der Universität nur begrenzt sogenannte Soft Skills wie Teamfähigkeit oder Führungskompetenzen. Bei AIESEC und IAESTE habe ich die Möglichkeit, ein Team von 30 Studierenden zu leiten und zu gestalten. Ich trage also viel Verantwortung. Für mich bedeutet mein Engagement jeden Tag neue Herausforderungen, an denen ich unglaublich wachse.“

Und, nicht unerheblich: Die Organisationen AIESEC und IAESTE sind in der Wirtschaftswelt bekannt: „Wer sich bei uns engagiert und zum Beispiel im Vorstand tätig war, beweist möglichen Arbeitgebern Teamfähigkeit“, weiß Jan Krause.

abi>> 26.06.2018