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„Je eher, desto besser“

Weißes Kalenderblatt 28. Februars hängt an der Vorderseite eines Kalenders an einem Kalender an einer Wand mit einer Tapete mit blauem Blättermuster.
Mit der Zimmersuche sollten Studienanfänger frühzeitig beginnen.
Foto: Tim Wraneschitz

Interview

„Je eher, desto besser“

Den Platz im Wunschstudium ergattert, vielleicht sogar in der Traumstadt, jetzt nur noch die passende Unterkunft finden und das neue Leben kann beginnen. Aber das ist leichter gesagt als getan. Achim Meyer auf der Heyde, Generalsekretär des Deutschen Studentenwerks, klärt im Gespräch mit abi>> die wichtigsten Fragen.

abi>> Hunderttausende neuer Studierender strömen jedes Semester an die Hochschulen. Immer wieder ist von akuter Wohnungsnot die Rede. Wann und wie sollte man sich daher auf die Suche nach dem neuen Zuhause machen?

Achim Meyer auf der Heyde hat kurzes graues Haar. Er trägt ein graues Jacket und eine lilafarbene Krawatte.

Achim Meyer auf der Heyde

Foto: Privat

Achim Meyer auf der Heyde: Mit der Zimmersuche sollte möglichst früh begonnen werden. Gerade in Ballungsgebieten und den klassischen Universitätsstädten gibt es nur wenig preisgünstigen Wohnraum und die Nachfrage ist zum Semesterbeginn am höchsten. Am preisgünstigsten sind die Wohnheime der Studentenwerke. Auch hier sollte man sich frühzeitig bewerben. Informieren kann man sich auf der Website des Studentenwerks vor Ort, wo man ausführliche Informationen zu den Angeboten und dem Anmeldeverfahren findet. An vielen Standorten ist auch eine Online-Bewerbung möglich.

Für eine Wohnung auf dem freien Wohnungsmarkt bietet sich ein Blick in den Wohnungsanzeigenteil der örtlichen Tagespresse an. Wohnungsangebote findet man aber auch im Internet bei den Wohnungsgesellschaften oder bei Online-Wohnungsbörsen. Auf Schwarzen Brettern an den Hochschulen kann man selbst eine Suchanzeige aushängen.

Schließlich gibt es an vielen größeren Hochschulorten bei den Studentenwerken noch zusätzliche Privatzimmerbörsen oder Wohnraumvermittlungsstellen. Dort liegen private Angebote zu kleinen Wohnungen, Zimmern in Wohngemeinschaften oder Zimmern zur Untermiete aus.

abi>> Welche Möglichkeiten gibt es, wenn man trotz aller Bemühungen keine passende Bleibe findet und der Studienbeginn näher und näher rückt?

Achim Meyer auf der Heyde: Wenn es eng wird, unbedingt bei den Privatzimmerbörsen der Studentenwerke nachschauen. Einige Studentenwerke haben für kurzfristige Notlagen Ausweichzimmer – das sind jedoch zu Beginn des Wintersemesters in der Regel Notunterkünfte.

abi>> Die richtige Wohnung ist gefunden, jetzt muss nur noch der Mietvertrag unterschrieben werden. Dabei spielen die Nebenkosten eine wichtige Rolle. Wie setzen sie sich überhaupt zusammen?

Achim Meyer auf der Heyde: Das kann man so pauschal nicht sagen. Welche Kosten von den Mietern zu tragen sind, hängt vom Vertrag ab. Die meisten Mietverträge sehen vor, dass neben der Nettomiete, auch Kaltmiete genannt, ein bestimmter Betrag für Betriebskosten zu zahlen ist. Dazu gehören unter anderem Grundsteuer, Heizung und Warmwasser. Ist eine Bruttowarmmiete angegeben, heißt dies üblicherweise: alle Betriebskosten, inklusive Heizung, Warmwasser, aber ohne Strom.

Bei Studentenwohnheimen der Studentenwerke gibt es eine Inklusiv- oder Pauschalmiete, darin sind alle Nebenkosten enthalten, das heißt alle Betriebskosten und Strom, häufig sogar der Internetzugang.

abi>> In den meisten Fällen ist bei Einzug eine Mietkaution beim Vermieter zu hinterlegen, in der Regel sind das zwei Kaltmieten. Welche Finanzierungsmöglichkeiten gibt es hierfür?

Achim Meyer auf der Heyde: Wenn es nicht anders geht und man als Studierender die Kaution selbst nicht stemmen kann: die Eltern oder andere Verwandte fragen oder bereits vorab etwas zur Seite legen. Es gibt auch kommerzielle Mietkautions-Anbieter, bei denen aber Zinsen fällig werden.

abi>> Was tun, wenn man plötzlich doch mit Kommilitonen zusammenziehen möchte oder sich Konflikte mit dem Vermieter ergeben? Was ist bei der Kündigung zu beachten?

Achim Meyer auf der Heyde: Ohne besondere Vereinbarungen laufen Mietverhältnisse auf unbestimmte Zeit. Das bedeutet, sie können jederzeit vom Mieter mit der gesetzlichen Kündigungsfrist ohne Begründung beendet werden. Die gesetzliche Kündigungsfrist beträgt drei Monate, zu kündigen ist auf das Monatsende. Wenn Vermieter kündigen wollen, müssen sie nicht nur die Kündigungsfrist einhalten, sondern brauchen in der Regel auch noch einen gesetzlich anerkannten Kündigungsgrund. Vermieter dürfen jedoch bei unbefristeten Verträgen Mindestmietzeiten verlangen, bei Studierenden ist ein Jahr von der Rechtsprechung anerkannt.

abi>> 08.08.2016