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Von der Not zum Kleinod

Gang in einem Wohnheim
Eigene Wohnung und doch WG-Flair: Ein Wohnheim verbindet beides.
Foto: Meramo Studios

Studentische Wohnformen: Studentisches Wohnheim

Von der Not zum Kleinod

Martin Hytrek (22) studiert Maschinenbau an der Technischen Hochschule Nürnberg. Kurz vor Studienstart hatte er noch keine Wohnung. Kurzfristig bekam er einen Platz in einem Studentenwohnheim. Im Gespräch mit abi>> erzählt er, warum das ein Glücksfall war.

Die Zusage für einen Studienplatz in Maschinenbau in Nürnberg bekam ich erst drei Wochen vor Semesterbeginn. Es war zu wenig Zeit, um noch nach einer Wohnung zu suchen. Da ich aus Augsburg komme und die Strecke zu weit zum Pendeln ist, musste sich eine Alternative finden. Meine letzte Hoffnung war das Studentenwerk Erlangen-Nürnberg, das 22 Studentenwohnheime verwaltet. Zwei Wochen vor Studienbeginn hatte ich dann meine Immatrikulationsbescheinigung, die ich für die Bewerbung beim Studentenwerk brauchte.

Glück im Unglück

Ein Porträt-Foto von Martin Hytrek

Martin Hytrek

Foto: Marlene Larsen

Das Verfahren ist einfach: Man stellt online seine Unterlagen ein und gibt drei Wohnheime an, in die man gerne einziehen würde. Die Auswahl der Bewerber erfolgt nach sozialen Kriterien wie etwa Entfernung zum Hochschulort. Ich habe in den darauffolgen Tagen mehrmals beim Studentenwerk angerufen und nachgefragt, wie es um meine Bewerbung steht. Das ist sicherlich nicht erwünscht, aber die Zeit drängte.

Kurz vor Semesterbeginn hat es dann tatsächlich geklappt. Ich habe ein etwa 16 Quadratmeter großes Zimmer mit Bad und Kochnische im Internationalen Studentenwohnheim Max Kade, das im Norden Nürnbergs liegt. Das Zimmer kostet 220 Euro im Monat und ist möbliert. Zudem ist für alles Notwendige gesorgt: Waschmaschinen, Gemeinschaftsfernseher, Lese- und Lernräume sowie Internetzugang sind vorhanden. Eigentlich musste ich mich nur beim Einwohnermeldeamt anmelden und meine Wäsche sowie ein bisschen Geschirr mitbringen.

(K)Eine reine Zwecklösung

Wenn ich ehrlich bin, habe ich anfangs gedacht, dass ein Wohnheim nur etwas für Notlagen ist, also eine reine Zwecklösung. Ich hatte geplant, mir später von da aus etwas Eigenes zu suchen. Mittlerweile bin ich im zweiten Semester und möchte nicht mehr umziehen, weil das Wohnen hier einfach klasse ist.

Von den über 130 Bewohnern nehmen rund 40 bis 50 regelmäßig an unseren Aktivitäten teil. Ich bin in einer Gruppe, die Fußball spielt. Es gibt aber auch Gruppen, die Volleyball spielen, Laufen gehen oder Fitness treiben. Das ist natürlich super, weil man nach dem Umzug an den Studienort seinen alten Sportverein nicht mehr in der Nähe hat. Ich habe zum Beispiel seit der siebten Klasse nicht mehr Fußball gespielt und hier wieder damit angefangen.

Eigene Ideen einbringen

Jeder kann auch eigene Ideen einbringen. Ich organisiere zum Beispiel einmal in der Woche einen Filmabend. Dienstags ist Barabend; außerdem grillen wir oft gemeinsam, veranstalten ein Sommerfest, verabreden uns zum Public Viewing oder gehen gemeinsam auf den Christkindlesmarkt. Wir haben sogar eine Garten-AG. Natürlich ist es jedem selbst überlassen, ob er mitmacht. Es gibt auch Bewohner, die für sich sein wollen. Das Gute ist: Von den Prüfungsphasen sind alle betroffen. Dann geht es hier leiser zu, weil viele sich aufs Lernen konzentrieren.

Ich finde es jetzt schon schade, dass die Wohnzeit auf sechs Semester begrenzt ist. Man kann auf acht Semester verlängern. In meinem Studiengang dauert die Regelstudienzeit allein schon sieben Semester. Sollte ich den Master anhängen, werde ich wohl ausziehen müssen.

abi>> 08.08.2016