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Und welcher Wohntyp bist du?

Ein Zimmer in einem Studierendenwohnheim
Wohnheim, WG, alleine wohnen oder noch bei den Eltern? Die richtige Wohnform kann den Ton für das gesamte Studium setzen.
Foto: Verena Westemacher

Wie wohnst du im Studium?

Und welcher Wohntyp bist du?

Allein, zu zweit, zu zehnt, im „Hotel Mama“ oder gegen Hilfe: Die Wohnformen im Studium sind so vielfältig wie die Studierenden selbst. Welche Unterkunft die passende ist, hängt nicht nur vom Studienort, sondern auch von den finanziellen Mitteln und den eigenen Präferenzen ab. Letztlich bietet jede Wohnform Vor- und Nachteile.

Als Helena Haag für ihr Jurastudium an der Ludwig-Maximilians-Universität nach München zog und dafür ihr Elternhaus im Allgäu verließ, konnte sie sich nicht vorstellen, mit fremden Menschen zusammenzuwohnen: „Ich bin als Einzelkind aufgewachsen und gewohnt, alleine zu sein.“

Dank ihrer guten Abitur-Durchschnittsnote konnte sie recht sicher mit einem Studienplatz an der Münchner Universität rechnen und frühzeitig mit der Wohnungssuche starten. „Ich hatte Glück: Ich habe mir nur eine Wohnung angeschaut und die war es dann auch. Dort lebe ich seit fünf Jahren“, erzählt die Studentin, die mittlerweile im zehnten Semester ist. Das Online-Portal „WG-Gesucht“ war ihre erste Anlaufstelle: „Wenn ich dort über einen längeren Zeitraum nichts gefunden hätte, hätte ich aber auch auf anderen Portalen gesucht“, berichtet Helena Haag.

Für die Finanzierung der Wohnung kann sie auf ihre Eltern zählen. „Ich jobbe zwar auch nebenher, das dient allerdings vor allem der Aufbesserung meines Taschengeldes.“

Sein eigener Chef

Ein Porträt-Foto von Helena Haag

Helena Haag

Foto: privat

Der Vorteil beim Alleine-Wohnen sei aus ihrer Sicht, dass man nur für sich selbst verantwortlich ist und seine eigenen Sauberkeitsstandards leben kann: „Wenn das Geschirr nicht gespült ist, bin ich die einzige Person, über die ich mich ärgern kann. Muss ich gerade viel lernen und habe keine Zeit, Ordnung zu halten, muss ich mich nicht rechtfertigen.“ Einsam hat sie sich nur an ihrem ersten Wochenende in München gefühlt: „Aber dann habe ich schnell Leute kennengelernt“, erzählt sie. „Ich bin total glücklich damit, alleine zu wohnen.“

Laut der 21. Sozialerhebung des Deutschen Studentenwerks leben 17 Prozent aller Studierenden so wie Helena Haag in einer eigenen Wohnung. „Es ist eine etwas teurere Wohnform, aber so kann man seine vier Wände selbst gestalten“, meint Stefan Grob, Pressesprecher und Stellvertreter des Generalsekretärs des Deutschen Studentenwerkes. „Jeder muss allerdings für sich entscheiden, ob er sich alleine gut für das Studium motivieren kann. Manche brauchen den Gruppendruck, zum Beispiel in einem Wohnheim oder in einer Wohngemeinschaft.“

Die beliebteste Wohnform ist die WG

Stichwort Wohngemeinschaft: Mit 30 Prozent ist sie die beliebteste Wohnform bei deutschen Studierenden. „Man kann sich in einer WG ausprobieren und lernt fürs Leben“, erklärt Pressesprecher Stefan Grob. Wie bringe ich mich in die Gemeinschaft ein? Wie kümmert man sich gemeinsam und anteilig um den Haushalt? Wie komme ich mit unterschiedlichen Typen von Menschen zurecht? Im WG-Leben muss man sich mit solchen Fragen auseinandersetzen. (Um das Leben in einer Zweier-WG dreht sich der Erfahrungsbericht „Umsichtiges Miteinander“.)

Folge des zunehmend knapper werdenden Wohnraums sind allerdings WG-Castings, für die man eine richtige Bewerbung abgeben muss und bei denen besonders an beliebten Hochschulorten zig Bewerber um ein Zimmer buhlen. „Die Mietkostenexplosion in vielen Bundesländern trifft auch Studierende“, begründet Stefan Grob. In kleineren Städten sind die Mietpreise meist moderater und die Wohnungssuche verläuft entspannter. Eine weitere Möglichkeit ist es, mit dem Partner oder Freunden zusammenzuziehen und sich die Mietkosten zu teilen. (Wie hoch sind die Mietpreise in meinem Wunschstudienort? Solche und andere Informationen liefert dir das abi>> Hochschulpanorama.)

Günstig und gut vernetzt

Studentenwohnheime bleiben meist unter den ortsüblichen Mietpreisen. Der 21. Sozialerhebung zufolge entscheiden sich 12 Prozent der Studierenden für diese Art des Wohnens. „Zwei Prozent leben in privaten Wohnheimen, der größte Anteil mit zehn Prozent in Wohnheimen des Studentenwerkes“, erklärt Stefan Grob. „Letztere liegen immer in Campusnähe. Mit 241 Euro pro Monat im Bundesdurchschnitt ist dies die preisgünstigste Wohnform.“

Um dort ein Zimmer zu bekommen, bedarf es keiner Bürgschaft, keines Einkommensnachweises und keiner Schufa-Auskunft. Es genügt der Nachweis des Studentenstatus. Die Zimmer sind in der Regel möbliert, mal haben sie ein eigenes Bad, mal gibt es ein Bad für mehrere Bewohner. Die Wohnheime selbst sind ausgestattet mit Gemeinschaftsräumen wie Küchen, Fahrradkeller und oft auch Proberäumen für Musiker. (Wie es sich in einem Wohnheim lebt, kannst du in „Eingebunden in studentischer Community“ nachlesen“.)

Zu Hause oder gegen Hilfe?

Jeder fünfte Studierende bleibt bei seinen Eltern wohnen. (Mehr zum Thema erfährst du in „Vom „Hotel Mama“ in die eigene Wohnung“.) „So sparen sie sich viel Geld, denn die Kosten für Miete und Lebenshaltung fallen weg“, erklärt Stefan Grob.
Eine weitere, oftmals günstige Alternative ist das Wohnen gegen Hilfe oder zur Untermiete. Dabei hilft der Studierende zum Beispiel im Haushalt, im Garten oder anderweitig mit und wohnt dafür günstiger oder gar kostenlos mit im Haus seines Vermieters. Diese Wohnform nutzen laut Sozialerhebung aber lediglich ein Prozent aller Studierenden. (Wie dieses Konzept funktioniert, erklärt eine teilnehmende Studentin in „Mietfrei dank Babysitten“.)

Welche Stadt passt zu mir?

Dennoch sollten sich Studierende in der Wahl ihres Studienorts nicht allein von den Mietpreisen lenken lassen, findet Stefan Grob vom Deutschen Studentenwerk: „Ich empfehle, das zu studieren, wofür man brennt, und dort, wo es für einen passt. Denn was nützt es, in einer Kleinstadt zu wohnen, weil ich da günstigen Wohnraum bekomme, mich aber das Studium nicht begeistert?“

Seiner Erfahrung nach findet sich mit Geduld und Vorausschau immer ein Weg: „Mach‘ einen Plan, sei realistisch und schaue dich so früh wie möglich um, wie du wohnen kannst und willst“, rät er. (An was muss ich beim Umzug alles denken? Das erfährst du in der abi>> Checkliste „Schritt für Schritt den Umzug meistern“.)

Weitere Informationen

BERUFENET

Das Netzwerk für Berufe der Bundesagentur für Arbeit mit über 3.000 aktuellen Berufsbeschreibungen in Text und Bild.
www.berufenet.arbeitsagentur.de

studienwahl.de

Informationsportal der Stiftung für Hochschulzulassung in Kooperation mit der Bundesagentur für Arbeit. Im „finder“ kannst du nach Studiengängen in ganz Deutschland suchen.
www.studienwahl.de

Hochschulkompass

Informationen über deutsche Hochschulen, deren Studienangebote, Ansprechpartner und internationale Kooperationen
www.hochschulkompass.de

21. Sozialerhebung des Deutschen Studentenwerkes

www.sozialerhebung.de/archiv/soz_21_haupt

Deutsches Studentenwerk – Thema Wohnen im Studium

www.studentenwerke.de/de/content/wohnen-im-studium

Wohnen für Hilfe

www.wohnenfuerhilfe.info

Deutscher Mieterbund

Informationen zu rechtlichen Fragen, etwa den Mietvertrag betreffend
www.mieterbund.de

Befreiung von der Rundfunkbeitragspflicht

www.rundfunkbeitrag.de/index_ger.html

Deutsche Post

Umzugstipps
www.umziehen.de/umzugstipps

WG-Gesucht

www.wg-gesucht.de

Studenten-WG.de

www.studenten-wg.de

immowelt.de

www.immowelt.de

Immobilienscout24.de

www.immobilienscout24.de

Wohnungenmieten.de

www.wohnungenmieten.de

abi>> 10.09.2018