Logo Bundesagentur für Arbeit
Logo Bundesagentur für Arbeit
  • Drucken
  • Versenden
  • PDF (Öffnet sich in neuem Fenster)

Kategorien

Wissen auffrischen und Kontakte knüpfen im Vorkurs

Eine Schultafel mit mathematischen Formeln
Vorkurse sorgen dafür, dass alle Studierenden in der ersten Semesterwoche auf dem gleichen Stand sind. Hier können bereits erste Kontakte geknüpft werden.
Foto: Martin Rehm

Erste Tage an der Hochschule – Erfahrungsbericht Vorkurs

Wissen auffrischen und Kontakte knüpfen im Vorkurs

Christopher Schieritz (21) studiert im dritten Semester Wirtschaftsmathematik an der Technischen Universität (TU) Bergakademie Freiberg. Für abi>> berichtet er von einem Mathematik-Vorkurs, den er vor seinem Start ins Studium belegte.

Als ich vor einem Jahr mein Studium begonnen habe, gab es an der TU Freiberg erstmals die Möglichkeit, einen Mathematik-Vorkurs speziell für Mathematik-Studierende zu belegen. Dieser dauerte vier Tage und bestand aus vier Einheiten täglich. Davon fanden meist drei am Vormittag und eine am Nachmittag statt.

Jeden Tag war ein anderes Thema dran, mit einem anderen Professor. Meist fand erst eine Vorlesung und im Anschluss eine Übung dazu statt. Los ging es mit einer Einführung in die Mathematik, danach folgte eine Auffrischung in Sachen Kombinatorik, Algebra, Logik und Mengenlehre. Es wurden die grundlegenden Beweisarten erklärt und wie man sie anwendet. Außerdem haben wir uns mit Funktionen, Folgen und Reihen beschäftigt.

Uni-Mathe ungleich Schul-Mathe

Ein Porträt-Foto von Christopher Schieritz

Christopher Schieritz

Foto: privat

Falls so ein Vorkurs angeboten wird, kann ich nur dazu raten. Da zwischen Abi und Studienstart eine Pause liegt, dient so ein Kurs zum einen der Auffrischung. Zum anderen erhält man schon mal einen ersten Einblick in das, was einen im Studium erwartet – das macht die ersten Tage einfacher.

Denn als das Semester dann gestartet war, wurde in den ersten Vorlesungen und Übungen schnell klar, dass Mathematik an der Uni nicht viel mit Schul-Mathe zu tun hat. Mich hat sehr verwundert, wie grundlegend und exakt man alles behandelt. Das sollte jedem klar sein, der das studieren möchte. Aber mit der Zeit habe ich mich dran gewöhnt und es hat immer mehr Spaß gemacht.

Durch den Vorkurs, in dem die Atmosphäre sehr locker war, konnte ich gleich zu Beginn viele Kontakte knüpfen. Wir haben vor allem im ersten Jahr und zum Großteil auch jetzt noch sehr viele Veranstaltungen mit den Studierenden der angewandten Mathematik zusammen und da wir insgesamt mit gerade einmal 15 Leuten gestartet sind, kennen wir uns gut. Außerdem gab es in der Woche des Vorkurses viele Ersti-Veranstaltungen, zum Beispiel einen Stadtrundgang, eine Kneipenrallye und einen gemütlichen Grillabend.

Kleine Hochschule, kurze Wege

Da die TU Freiberg eine sehr kleine Uni mit weniger als 5.000 Studierenden ist, ist der Campus überschaubar. Das Studentenwohnheim, in dem ich wohne, liegt ganz in der Nähe von Bibliothek und Mensa. Zu Studienbeginn habe ich an einer Bibliothekseinführung teilgenommen, bei der uns erklärt wurde, wie man sich ein Buch elektronisch ausleiht und vieles mehr.

Die meisten meiner Vorlesungen und Seminare finden immer in denselben Gebäuden statt. Falls ich doch mal eine Veranstaltung in einem anderen Gebäude habe, gibt es einen detaillierten Campusplan.

Nacharbeiten gehört dazu

Obwohl der Stundenplan auf den ersten Blick überschaubar wirkt, sollte man sich davon nicht täuschen lassen: Er ist so aufgebaut, dass man circa ein Drittel der Zeit in der Uni verbringt und sich zwei Drittel allein daheim mit dem Stoff für die Prüfungen beschäftigt. Man sollte also nicht nur in die Uni gehen, sondern auch die Vorlesungen nacharbeiten. Gerade in Mathematik ist es wichtig, sich Zeit zu nehmen und zum Beispiel einen Beweis zu Hause noch einmal nachzuvollziehen.

Das habe ich selbst erst lernen müssen – meine erste Mathe-Prüfung habe ich nicht bestanden. Das war für mich das Zeichen, dass ich zu wenig gemacht hatte. Bei einem erneuten Versuch habe ich dann mit der Note 2 bestanden. Mein Rat für Erstsemester lautet deshalb: nicht gleich bei der ersten nicht bestandenen Prüfung aufgeben!

abi>> 04.03.2019