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Gut gewappnet für das Studium

Studentin macht Yoga-Übung im Hörsaal.
Tief durchatmen und Ruhe bewahren: Auf alle Fragen rund um die ersten Tage an der Hochschule gibt es Antworten.
Foto: Martin Rehm

Erste Tage an der Hochschule

Gut gewappnet für das Studium

Mit dem Studium beginnt ein völlig neuer Lebensabschnitt. Angehende Erstsemester müssen zunächst lernen, sich in dieser neuen Welt zurechtzufinden. Viele Fragen gibt es zu klären: Wo bekomme ich meinen Studierendenausweis? Wie erstelle ich einen Stundenplan? Welche Vorkurse sollte ich belegen? Im Folgenden findest du eine Übersicht, die dir den Studienbeginn erleichtert.

Toni Schmidt ist der Start an der Universität Leipzig erfolgreich gelungen. Der 21-Jährige studiert im zweiten Fachsemester Mathematik und Evangelische Religion auf Lehramt und zog für sein Studium von Chemnitz in die größte Stadt Sachsens, Leipzig. „Schon bevor ich umzog, habe ich die Stadt näher erkundet. Ungewohnt war für mich zum Beispiel das Verkehrsnetz“, erzählt er. „Im ersten Semester bin ich einmal in der Straßenbahn eingeschlafen und bis zur Endhaltestelle gefahren – dort wusste ich nicht, wo ich gelandet war.“ Inzwischen kenne er sich aber rund um den Campus und in der Innenstadt gut aus: „Nach zwei bis drei Monaten habe ich mich überall zurechtgefunden.“ Bei der Wohnungssuche hatte Toni Schmidt Glück: „Ich bewarb mich um einen Platz im Evangelischen Studentenwohnheim und erhielt bald darauf ein Zimmer in einer Siebener-WG.“

Auch das Lernsystem an der Universität war neu für ihn. „Im Vergleich zur Schule ist das Lernpensum viel höher“, sagt er. „An der Uni wird man außerdem nicht so an die Hand genommen, wie das zur Schulzeit der Fall war – im Studium wird deutlich mehr Selbstständigkeit gefordert und man merkt schnell, dass es nicht ausreicht, nur die Pflichtveranstaltungen zu besuchen.“ Da er aber schon viel für das Abitur gelernt hatte, entwickelte der 21-Jährige auch an der Hochschule schnell einen effizienten Lernrhythmus.

Rechtzeitig informieren

Ein Porträt-Foto von Toni Schmidt

Toni Schmidt

Foto: Johannes Hüneburg

Die Orientierungsphase begann für Toni Schmidt sehr früh. „Schon während der Schulzeit habe ich mich an den Hochschulen in der Umgebung informiert“, erzählt er. „In der Orientierungswoche habe ich dann möglichst viele Info-Veranstaltungen besucht, um zum Beispiel einen Überblick über den Aufbau des Studiums zu bekommen und mehr über Finanzierungsmöglichkeiten zu erfahren.“ Ohnehin rät er dazu, sich schon vor der Einführungswoche ausführlich über das Studium, die verschiedenen Einrichtungen und wichtige Termine zu informieren. „Umso leichter fällt einem dann der Start.“

Dem stimmt Elisabeth Kummert von der Zentralen Studienberatung der Goethe-Universität Frankfurt zu. „Es ist ein Muss, zur Vorbereitung die Studien- und Prüfungsordnung zu lesen. Da die Anforderungen und Regeln in jedem Studiengang anders sind, sollten Studienanfänger beispielsweise prüfen, welche Module sie absolvieren müssen, welche Fristen bestehen und ob es eine maximale Studiendauer gibt.“ Wenn man sich darüber im Klaren ist, sei es auch leichter, sich die Zeit richtig einzuteilen. Zudem empfiehlt sie, freiwillige Vorkurse zu besuchen und Einführungslektüren passend zum Studiengang zu lesen. „Auch in wichtigen Einrichtungen sollten sich Erstsemester früh genug umsehen“, empfiehlt die Studienberaterin. „Dazu zählen die Studienfachberatung, in der wichtige Fragen zur Studienorganisation geklärt werden, das Prüfungsamt, in dem man Prüfungen an- und abmeldet, sowie das Studierendensekretariat, an das sich Studierende mit formalen Verwaltungsfragen wenden können.“ Außerdem sinnvoll ist, die Bibliothek des eigenen Fachbereichs zu erkunden und sich auch während des Semesters nach Zusatzangeboten umzuschauen. „Hochschulen bieten regelmäßig Workshops an, in denen die Teilnehmer zum Beispiel lernen, wie sie eine Hausarbeit schreiben oder wie man mit Prüfungsangst umgeht“, erläutert Elisabeth Kummert. (In diesem Beitrag erzählt eine Studentin, wie sie die erste Zeit an der Hochschule erlebte.)

Früh mit der Wohnungssuche beginnen

Ein Porträt-Foto von Elisabeth Kummert

Elisabeth Kummert

Foto: Vladimir Alexeer

Über 500.000 Studienanfänger gab es nach Angaben des Statistischen Bundesamtes im Studienjahr 2015. Viele von ihnen ziehen für das Studium in eine andere Stadt – und sollten sich so früh wie möglich um eine Unterkunft kümmern (siehe auch die Reportage „Wohnungssuche“), betont Robert Anders vom Studierendenwerk Bonn. „Da zurzeit in vielen Städten ein Engpass an Wohnraum besteht, empfehle ich jedem, sich rechtzeitig zu überlegen, welche Wohnform einem vorschwebt und wie man diese finanzieren könnte.“ Angehende Studierende, die sich einen Platz in einem Wohnheim der Studentenwerke wünschen, sollten sich bewerben, sobald sie eine Zusage für das Studium erhalten haben. Dabei sei es besser, sich nicht nur auf eine Wohnanlage – etwa in der Innenstadt – zu beschränken, sondern auch im Umfeld zu schauen. Eigene Zimmerbörsen betreiben zudem der Allgemeine Studierendenausschuss (AStA) oder auch die Hochschulen. (Mehr zum Thema „Studentische Wohnformen“ erfährst du im Beitrag „Wer die Wahl hat, hat die Qual“.)

Studienfinanzierung mit BAföG oder Stipendium

Ein Porträt-Foto von Robert Anders

Robert Anders

Foto: Studierendenwerk Bonn

„Studierende, die nicht bei ihren Eltern wohnen, benötigen durchschnittlich etwa 800 Euro pro Monat“, sagt Robert Anders. „Können die Eltern einen nicht in diesem Umfang unterstützen, empfiehlt es sich, BAföG zu beantragen.“ Diese Art der Förderung können Studierende über das örtliche Amt für Ausbildungsförderung in den Studentenwerken beantragen, nachdem sie sich an der Hochschule eingeschrieben haben. Der Experte rät dazu, den Antrag möglichst früh, also schon vor Semesterbeginn zu stellen: „So steigen die Chancen, bereits im Oktober finanzielle Unterstützung zu erhalten. Ab August 2016 wird der BAföG-Bedarfssatz sogar um sieben Prozent angehoben“, ergänzt Robert Anders.

Alternativ können sich Studierende für ein Stipendium bewerben. „Viele Stiftungen bieten inzwischen eine ganze Reihe von Stipendien an. Die Bewerbungsfristen sind nicht einheitlich, sondern variieren je nach Stiftung und sollten recherchiert werden“, sagt Elisabeth Kummert. „Die Abi-Note ist übrigens nicht immer das einzig ausschlaggebende Kriterium, oft achten Jurys auch auf soziales Engagement und die persönliche Situation der Bewerber.“

Weitere Informationen

studienwahl.de

Infoportal der Bundesländer in Kooperation mit der Bundesagentur für Arbeit. Hier kannst du im „Finder“ nach Studiengängen in ganz Deutschland suchen und nach deinen Wünschen filtern.
www.studienwahl.de

Hochschulkompass

Informationen über deutsche Hochschulen, deren Studien- und Promotionsmöglichkeiten sowie internationale Kooperationen
www.hochschulkompass.de

Laras Studienstart

Video: Laras erster Tag an der Hochschule
www.abi.de/interaktiv/video.htm?id=81

BERUFE.TV

Das Filmportal der Bundesagentur für Arbeit
www.berufe.tv

Deutsches Studentenwerk (DSW)

Die bundesweit 58 Studentenwerke kümmern sich um die soziale, wirtschaftliche, kulturelle und gesundheitliche Förderung von Studierenden.
www.studentenwerke.de

Studienfinanzierung

Das Deutsche Studentenwerk gibt eine Übersicht über Finanzierungsmöglichkeiten und Strategien.
www.studentenwerke.de/de/studienfinanzierung

BAföG

Auf der offiziellen BAföG-Seite des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) gibt es alle Informationen zum BAföG.
www.das-neue-bafoeg.de

Stipendienlotse

Stipendiendatenbank des Bundesministeriums für Bildung und Forschung
www.stipendienlotse.de

Wohnen

Die Studentenwerke stellen bundesweit rund 180.000 Wohnheimplätze zur Verfügung. Ansprechpartner für die Vermittlung sind die Wohnraumverwaltungen der einzelnen Studentenwerke. Welches Studentenwerk für deinen Hochschulstandort zuständig ist, erfährst du hier:
www.studentenwerke.de/de/content/finden-sie-hier-ihr-studentenwerk

Außerdem gibt das DSW Tipps zur Zimmersuche:

www.studentenwerke.de/de/tipps-zur-wohnungssuche

Wohnungsbörsen im Internet

www.studenten-wohnung.de
www.studenten-wg.de
www.wg-gesucht.de
www.wg-welt.de
www.zwischenmiete.de

Umzug

Zahlreiche nützliche Informationen und Tipps rund um den Umzug findest du etwa bei der Deutschen Post:
www.umziehen.de/umzugsratgeber

abi>> 12.09.2016