Logo Bundesagentur für Arbeit
Logo Bundesagentur für Arbeit
  • Drucken
  • Versenden
  • PDF (Öffnet sich in neuem Fenster)

Kategorien

So gelingt der Studienstart

Wegweiser auf dem Unicampus
In der ersten Studienwoche ist man meist schwer damit beschäftigt, sich auf dem Campus zurechtzufinden. Doch schon nach kurzer Zeit wirst du routiniert zu all deinen Veranstaltungen finden.
Foto: Jessica Braun

Erste Tage an der Hochschule – Hintergrund

So gelingt der Studienstart

Wo ist der Hörsaal? Werde ich mit dem Lernstoff zurechtkommen? Und wie finde ich Freunde? Wer ein Studium beginnt, dem gehen vorab viele Fragen durch den Kopf. Doch keine Angst: Es gibt jede Menge Ansprechpartner und Anlaufstellen, die beim Navigieren durch die Uni-Welt helfen.

Nervosität zum Studienstart ist ganz normal. Kein Wunder, schließlich ist es der Beginn eines ganz neuen Lebensabschnitts. Auch Michelle Ginder, die im ersten Semester Deutsch und Evangelische Theologie auf Lehramt an der Universität Paderborn studiert, kennt das Gefühl: „An meinem ersten Uni-Tag war ich super aufgeregt. Wir wurden aber viel mehr an die Hand genommen, als ich dachte.“

Im Rahmen einer Orientierungswoche erhielten sie und die anderen Erstsemester jede Menge Tipps zum Uni-Leben und lernten den Campus bei einem gemeinsamen Rundgang kennen. „Das Gelände ist riesig im Vergleich zu meiner alten Schule, sodass ich manchmal immer noch Probleme habe, neue Räume zu finden“, erzählt sie schmunzelnd. Anderen Studienanfängern rät sie, sich nicht verrückt zu machen. „Das hat man auch mir zu Beginn gesagt – hätte ich nur drauf gehört, dann hätte ich mir viel Stress und Kopfzerbrechen erspart. Auch wenn es sich am Anfang so anfühlt, als wäre man ganz auf sich allein gestellt, erhält man viel Hilfe. Wenn man nicht weiterweiß, fragt man seine Kommilitonen.“

Ganz anders als in der Schule

Ein Porträt-Foto von Michelle Ginder

Michelle Ginder

Foto: privat

Weil ihre Heimat, das Emsland, zum Pendeln zu weit entfernt von Paderborn liegt, ist Michelle Ginder zu Studienbeginn in ein WG-Zimmer gezogen. „Ich habe früh angefangen, im Internet nach WGs zu suchen und auch bereits Besichtigungstermine vereinbart. So hatte ich keine großen Probleme, ein Zimmer zu finden“, berichtet die Studentin. „Es hat eine Weile gedauert, bis ich mich an das Leben in einer fremden Stadt gewöhnt habe. Mittlerweile fühle ich mich aber sehr wohl.“

Ihre Mitbewohnerin, die in einem höheren Semester an der Uni Paderborn studiert, konnte ihr viele Tipps zum Studium geben. „Im Vergleich zur Schule funktioniert das Lernen an der Uni ganz anders. Man bekommt nicht mehr konkret gesagt, was in den Klausuren vorkommen wird. Stattdessen muss man alles, was während des Semesters behandelt wurde, lernen und beherrschen. Das bedeutet mehr Vor- und Nacharbeit.“ Auch die vielen Hausarbeiten sind neu für die 18-Jährige. „Es gefällt mir aber, dass wir viel tiefer in die Themen eintauchen als in der Schule. Außerdem gibt es mehr Raum für Diskussionen, da sich im Normalfall tatsächlich alle für das Thema interessieren und die meisten auch etwas zu sagen haben.“

Rechtzeitig um eine Wohnung kümmern

Ein Porträt-Foto von Achim Meyer auf der Heyde

Achim Meyer auf der Heyde

Foto: privat

Eine gute Vorbereitung ist das A und O eines gelungenen Studienstarts. Ist die Entscheidung für ein Studium gefallen, gibt es vor der Einschreibung einiges zu organisieren. „Man sollte die Studien- und Prüfungsordnung seiner Fächer kennen und muss die Studienfinanzierung und die Wohnungsfrage geklärt haben“, betont Achim Meyer auf der Heyde, Generalsekretär des Deutschen Studentenwerks (DSW). „Kümmert man sich erst darum, wenn die Immatrikulationsbescheinigung vorliegt, ist das meist zu spät.“

Ein realistischer Finanzierungsplan ist seines Erachtens genauso wichtig wie der Stundenplan. Die Sozialberatungsstellen der Studenten- und Studierendenwerke helfen einem hierbei weiter. „So kann man klären, wie man krankenversichert ist, und ob man vielleicht BAföG erhält. Dann wendet man sich ans BAföG-Amt seines Studenten- oder Studierendenwerks.“ Weitere Finanzierungsmöglichkeiten sind zum Beispiel ein Stipendium oder ein Nebenjob.

Auch um eine bezahlbare Unterkunft sollte man sich möglichst früh kümmern, denn bezahlbarer Wohnraum ist für Studierende in den meisten Hochschulstädten sehr knapp. „Die günstigste Wohnform außerhalb des Elternhauses ist das Studentenwohnheim, aber die Studentenwerke können derzeit im Bundesdurchschnitt nur für zehn Prozent der Studierenden Wohnheimplätze bereitstellen – auch wenn wir als Verband politisch seit Langem dafür arbeiten, dass Bund und Länder gemeinsam mehr Wohnheimplätze schaffen“, sagt Achim Meyer auf der Heyde vom DSW. (Von ihrer WG-Suche berichtet Studentin Neele Abt in „Das erste Mal alleine leben ist cool“.)

Vor dem Start noch mal durchatmen

Ein Porträt-Foto von Sonja Brüssow

Sonja Brüssow

Foto: privat

Ist man immatrikuliert, sollte man sich als nächstes um den Studierendenausweis kümmern, der häufig zudem als Fahrkarte für den öffentlichen Nahverkehr dient. Nächste Punkte auf der To-do-Liste: der Hochschul-E-Mail-Account und der Zugang zur Lernplattform der Hochschule, auf der man sich zu Lehrveranstaltungen anmelden und Lernmaterialen herunterladen kann.

Außerdem ist es sinnvoll, nach der Einschreibung schon einmal die wichtigsten Termine zum Studienstart in Erfahrung zu bringen und sich gegebenenfalls dazu anzumelden. Das können allgemeine Termine wie Erstsemesterbegrüßungen, Campus- und Bibliotheksführungen oder Einführungsveranstaltungen des jeweiligen Fachbereichs sein, die häufig in der Woche vor Semesterbeginn stattfinden. (Studentin Saskia Dietrich berichtet von ihrer ersten Woche in „Ein unkomplizierter Start“). Für manche Studiengänge werden auch fachspezifische Vorkurse angeboten. (Mehr über den Mathe-Vorkurs von Student Christopher Schieritz erfährst du in „Wissen auffrischen und Kontakte knüpfen im Vorkurs“.) „Bei diesen Veranstaltungen geht es nicht nur darum, sich zu informieren, sondern auch ums Kontakteknüpfen“, sagt Sonja Brüssow, die die Zentrale Studien- und Karriereberatung (ZSK) der Universität Hohenheim in Stuttgart leitet.

„Hat man alle Termine zusammengesucht, ist es wichtig, noch mal durchzuatmen, bevor es richtig losgeht, und sich nicht unter Druck zu setzen“, rät sie. „Man muss nicht gleich die ersten Fachbücher kaufen und lesen, sondern kann ruhig die Einführungsveranstaltungen abwarten. Hier erfährt man alles Wichtige und erhält auch die Infos, die man braucht, um sich seinen Stundenplan zusammenzustellen.“

Infos heraussuchen und im Zweifel: fragen

Oftmals stellen Hochschulen auf ihren Webseiten Lagepläne zur Verfügung. Viele zentrale Studienberatungen – wie die der Uni Hohenheim – bieten außerdem Infobroschüren an, die einem den Weg durch den Hochschul-Dschungel weisen. „Studienanfänger sollten den eigenen Fachbereich kennenlernen, die Studienberatung, die studentischen Fachschaften, den Allgemeinen Studierendenausschuss (AStA) oder den Studierendenrat. Auch ist es gut, grob über die Gremien der Fakultäten, Fachbereiche und der Hochschulleitung sowie durchaus bereits über das Akademische Auslandsamt Bescheid zu wissen. Hinzu kommen die Einrichtungen der Studentenwerke, also die Mensa, das BAföG-Amt, die psychologische Beratung oder das Kulturbüro“, zählt Achim Meyer auf der Heyde vom DSW auf. „Je mehr ich den institutionellen Durchblick habe, umso besser für mein Studium!“

Das klingt erstmal nach viel, doch Studienberaterin Sonja Brüssow beruhigt: „Sich am Anfang überfordert zu fühlen, ist ganz normal. Dann heißt es Ruhe bewahren, sich einen Überblick verschaffen und Prioritäten setzen. Dabei helfen einem die zentralen und die Fachstudienberatungen, die Fachschaften, höhere Semester und Kommilitonen. Im Gegensatz zur Schule erfordert ein Studium viel mehr Selbstständigkeit. Eine der wichtigsten Regel an der Uni lautet deshalb: Unbedingt fragen, wenn man etwas nicht weiß!“
Tipps zum Studienstart geben dir vier Studierende in der abi>> Umfrage „Genießt das Studi-Leben!“

Weitere Informationen

studienwahl
Infoportal der Stiftung für Hochschulzulassung in Kooperation mit der Bundesagentur für Arbeit. Hier kannst du im „finder“ nach Studiengängen in ganz Deutschland suchen oder dich über Organisatorisches rund ums Studium informieren.
www.studienwahl.de

 

Deutsches Studentenwerk (DSW)
Auf den Seiten des Deutschen Studentenwerks finden sich zahlreiche Informationen zu Themen wie Studienfinanzierung, Wohnen und Beratungsmöglichkeiten.
www.studentenwerke.de

 

Studienfinanzierung
Das Deutsche Studentenwerk gibt eine Übersicht über Finanzierungsmöglichkeiten und Strategien.
www.studentenwerke.de/de/studienfinanzierung

 

BAföG
Infos und Antragsformulare zum BAföG
www.bafög.de

 

Stipendienlotse
Stipendiendatenbank des Bundesministeriums für Bildung und Forschung
www.stipendienlotse.de

 

Wohnen
Die Studentenwerke stellen bundesweit rund 194.000 Wohnheimplätze zur Verfügung. Ansprechpartner für die Vermittlung sind die Wohnraumverwaltungen der einzelnen Studentenwerke. Welches Studentenwerk für deinen Hochschulstandort zuständig ist, erfährst du hier:
www.studentenwerke.de/de/content/finden-sie-hier-ihr-studentenwerk

 

Außerdem gibt das DSW Tipps zur Zimmersuche:
www.studentenwerke.de/de/tipps-zur-wohnungssuche

 

Wohnungsbörsen im Internet
www.studenten-wohnung.de
www.studenten-wg.de
www.wg-gesucht.de
www.wg-welt.de
www.zwischenmiete.de

 

Umzug
Zahlreiche nützliche Informationen und Tipps rund um den Umzug findest du etwa bei der Deutschen Post:
www.umziehen.de

abi>> 04.03.2019