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Genießt die Studi-Zeit!

Student sitzt in einem Hörsaal
Wie ist es, ein Student zu sein? Vier Studenten berichten von ihren Erfahrungen und geben dabei nützliche Tipps.
Foto: Axel Jusseit

Erste Tage an der Hochschule – Umfrage

Genießt die Studi-Zeit!

Startklar fürs Studium: abi>> hat vier Studierende gefragt, wie sie ihre ersten Tage an der Hochschule erlebt haben und welche Tipps sie Studienanfängern geben können.

Max Carmanns (29) studiert Soziale Arbeit im zweiten Bachelorsemester an der Hochschule Rhein-Main in Wiesbaden.

Ein Porträt-Foto von Max Carmanns

Max Carmanns

Foto: privat

Nach dem Abi habe ich erst eine Ausbildung zum Kaufmann für Versicherungen gemacht. Weil ich gerne mit Menschen arbeite, etwas an die Gesellschaft zurückgeben und Kinder und Jugendliche aus schwierigen Verhältnissen unterstützen möchte, habe ich mich dann für das Studium Soziale Arbeit entschieden. Mein Studienstart und die Immatrikulation verliefen einwandfrei. Allerdings kann das Bewerbungsverfahren echt nerven, wenn man sich bei mehreren Hochschulen bewirbt, weil jede Uni andere Voraussetzungen hat und man unterschiedliche Unterlagen einreichen muss. Es wäre einfacher, wenn jede Uni das gleiche System nutzen würde.

Ich bin ein sehr offener Mensch, der auf andere Leute zugeht. So habe ich an der Uni schnell Freunde gefunden. Aber selbst, wenn man schüchtern ist, gibt es während der Einführungswoche ausreichend Gelegenheit, seine Mitstudierenden und die Stadt besser kennenzulernen. Wer die Möglichkeit hat, seine Heimatstadt zu verlassen und in einer anderen Stadt zu studieren, sollte das meiner Meinung nach tun. Man sammelt dadurch Erfahrungen und neue Freunde für das ganze Leben.

Das Gleiche gilt für das Auslandssemester: Es ist eine tolle Erfahrung und jeder Arbeitgeber freut sich, so etwas im Lebenslauf zu lesen. Ich habe kein Auslandssemester gemacht, reiste aber nach Hawaii, Australien und in die USA, unter anderem für einen Work & Travel Aufenthalt. Außerdem kann ich empfehlen, sich um ein Stipendium zu bewerben – das ist auch möglich, wenn man nicht die allerbesten Noten hat, dafür bin ich das beste Beispiel! Ich bin Stipendiat bei der Hans-Böckler-Stiftung und bekomme eine finanzielle Unterstützung, die ich im Gegensatz zum BAföG nicht zurückzahlen muss. Und falls ihr noch Zeit neben eurem Studium habt, dann engagiert euch in Gremien der Hochschule. Das bringt euch persönlich weiter und eure Mitbestimmung innerhalb der Hochschule ist immens wichtig.

Aylin Klisura (21) befindet sich im ersten Bachelorsemester des englischsprachigen Studiengangs „Gender and Diversity“ an der Hochschule Rhein-Waal in Kleve.

Ein Porträt-Foto von Aylin Klisura

Aylin Klisura

Foto: privat

Mein Studienstart hat etwas auf sich warten lassen, da ich nach dem Abi eineinhalb Jahre im Ausland war. Weil ich im November zurückkehrte, habe ich den Semesterstart knapp verpasst und musste fast ein ganzes Jahr überbrücken, da „Gender and Diversity“ nur im Wintersemester startet. Aber es hat sich gelohnt, denn der Studiengang ist wie für mich gemacht. Ich interessiere mich schon lange für Politik, Frauen- und Menschenrechte. Außerdem liegt mir Englisch sehr.

Die Immatrikulation lief reibungslos und das „Welcome Center“, das die Immatrikulation durchführt, hat seinen Namen wirklich verdient! Die ersten Wochen waren für mich eine Umstellung. Da ich davor zwei Jahre lang nur gereist bin oder im Supermarkt gejobbt habe, hatte ich keine richtige Routine. In diesem ersten Semester hatten wir zwar „nur“ von Dienstag bis Donnerstag Vorlesungen, aber der Studiengang ist mit viel Lesen verbunden. In Vorbereitung auf die Vorlesungen lese ich wöchentlich zwischen fünf und 30 Seiten.

Mein Tipp an alle Studienanfänger: Verteilt eure Leistungen und legt sie, wenn möglich, eher zu Beginn des Semesters ab. Denn glaubt mir: Ihr wollt in den letzten zwei Wochen vor den Prüfungen nicht noch drei Präsentationen halten. Und: Engagiert euch! Es gibt viele Möglichkeiten, an der Hochschule aktiv zu sein, sei es im Studierendenparlament, im AStA, in der Fachschaft, im „Welcome Center“, in der Bibliothek, im Senat der Hochschule oder in einer anderen sozial engagierten Gruppe. Dort könnt ihr wertvolle Erfahrungen sammeln, die euch auf eurem künftigen Weg nützlich sein können. Anders als in der Schule wird Studierenden an der Hochschule viel Verantwortung übertragen. Ich selbst bin seit drei Monaten im Studierendenparlament (StuPa) tätig und arbeite dort im Sozialkomitee mit, welches sich mit Themen wie zinsfreie Kredite für Studierende befasst, die finanzielle Engpässe überbrücken mussen. Das bereichert mich sehr!

Antonia Dietze (19) studiert im dritten Semester Wirtschaftsmathematik an der Technischen Universität Bergakademie Freiberg.

Mein Studienstart lief problemlos. Über ein Onlineformular konnte ich mich bequem bewerben und die Rückmeldung kam auch relativ schnell. Zwei Wochen vor Vorlesungsstart wurden verschiedene Veranstaltungen angeboten, zum Beispiel ein Mathevorkurs – einerseits zur Auffrischung und andererseits, um Studierende aus verschiedenen Bundesländern auf das gleiche Wissenslevel zu bringen.

Ich hatte keine Schwierigkeiten, mich auf dem Campus zurechtzufinden. Selbst wenn man mal nicht weiterweiß, kann man immer jemanden fragen. Die meisten Universitätsgebäude liegen bei uns direkt auf dem Campus, alles ist gut zu Fuß zu erreichen. Es ist vieles ausgeschildert und zum Semesterstart gibt es auch eine Campustour. Unbedingt besuchen sollte man die Infoveranstaltungen zum Semesterstart und die jeweils ersten Veranstaltungen der zu belegenden Module, da man dort einen Überblick bekommt, wo man zum Beispiel wichtige Ansprechpartner, Skripte, Übungsunterlagen und Beispielklausuren findet.

Mein Tipp an alle Erstsemester: Entwickelt eine Routine! Zum erfolgreichen Studium gehört auch Arbeitszeit zu Hause. Daher kann ich nur empfehlen, dass man die Vorlesungen und Übungen zeitnah nacharbeitet. So können Fragen schnell geklärt werden und man fängt bei der Prüfungsvorbereitung nicht bei null an. Außerdem: Nicht gleich aufgeben! Ihr seid nicht die Einzigen, die etwas nicht sofort verstehen. Da hilft es, sich mit Kommilitonen auszutauschen und auch mal den Professor anzusprechen. Außerdem gibt es Angebote wie Tutorien, wo der gelernte Stoff wiederholt, erklärt und vertieft wird.

Laura Mikoleit (22) studiert im siebten Semester Produktdesign an der Hochschule Wismar.

Ein Porträt-Foto von Laura Mikoleit

Laura Mikoleit

Foto: privat

Für Studienanfänger beginnt das erste Semester hier eine Woche vor dem eigentlichen Semesterstart. Es gibt eine Reihe von Einführungsveranstaltungen und man kann sich in Ruhe in die neue Situation einfinden, da die anderen Studierenden noch Ferien haben. Der Campus der HS Wismar ist zum Glück nicht so groß, dass man sich verlaufen könnte.

Zahlreiche Kontakte knüpft man schon in der Einführungswoche, wenn man seine Mitstudierenden kennenlernt. Mit ihnen hat man zu Beginn jeden Kurs gemeinsam – wie eine Klasse. Erst im fortschreitenden Studium splittet es sich auf, wenn man sich seine Kurse selbst wählt. In meinem Studium arbeiten wir zudem oft in Werkstätten, hier kommt man schnell mit neuen Leuten ins Gespräch. Auch die Exkursionen sind dafür super und natürlich die Studentenpartys. Für mich war auch die Mensa ein wichtiger Ort: Wir haben eine sehr gute Mensa mit Essen zu günstigen Preisen, die immer viel besucht ist und wo sich Studierende aus allen Fachbereichen treffen.

Im Studium läuft vieles entspannter ab als in der Schule. Wenn du nicht zur Vorlesung erscheinst oder deine Aufgaben nicht machst, reißt dir keiner den Kopf ab. Das kümmert dort niemanden. Aber die eventuell schlechten Ergebnisse sind dann auch ganz allein deine Sache. Es läuft einem keiner mehr hinterher und sorgt dafür, dass man durchkommt – man ist für sich selbst verantwortlich. Gerade deshalb ist das Studium eine der tollsten Zeiten im Leben, in der man Spaß haben und sich ausprobieren kann. Nirgendwann sonst hat man so viele Möglichkeiten und es stehen einem so viele Türen offen. Genießt das!

abi>> 04.03.2019