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Probieren geht über Studieren

Ein Schild mit dem Titel "Studium" hängt an einem Baumstamm.
Um sich im Studiengangs-Dschungel nicht zu verirren, entschloss sich Thomas Hansen, vorab ein Orientierungsjahr zu absolvieren.
Foto: Martin Rehm

Studium generale am Aicher-Scholl-Kolleg

Probieren geht über Studieren

Thomas Hansen nimmt am Orientierungsangebot des Aicher-Scholl-Kollegs in Ulm teil. Der Grund: Der 19-Jährige überlegte, nach dem Abitur ein Studium in Industrie- und Projektdesign aufzunehmen. Doch ganz sicher war er sich nicht.

Das Angebot des Aicher-Scholl-Kollegs, das sich primär an Abiturienten richtet, kam für Thomas Hansen daher wie gerufen. Denn neben dem Studienbereich Geistes- und Naturwissenschaften ist Gestalten der zweite Schwerpunkt, in dem sich die aktuell 49 Teilnehmer ausprobieren dürfen. „Für mich war klar, dass ich mein Augenmerk auf Kunst und Design lege. Schließlich möchte ich herausfinden, ob ein Studium in diesem Bereich tatsächlich etwas für mich ist“, sagt der 19-Jährige, der gerade ins zweite von insgesamt drei Trimestern à neun Wochen gekommen ist.

Zwei Schwerpunkte, viele interessante Lernfelder

Ein Porträt-Foto von Thomas Hansen

Thomas Hansen

Foto: Privat

Zur Auswahl stehen im Schwerpunkt Gestalten folgende Fächer: Bildende Kunst, Grafikdesign, Kommunikations-/Interaktionsdesign, Produkt- und Modedesign, Fotografie, Film und Architektur. Seinen Stundenplan stellt Thomas Hansen selbst zusammen, die Seminare finden innerhalb der Unterrichtszeiten von Montag bis Donnerstag zwischen 8.30 und 16.30 Uhr statt. Freitags besteht die Möglichkeit, an Exkursionen, Bewerbungstrainings oder der Studien- und Berufsberatung teilzunehmen.

Für alle, die sich mehr für den Schwerpunkt Geistes- und Naturwissenschaften interessieren, stehen insgesamt 18 Fächer zur Wahl – darunter Politik, Journalistik, Pädagogik, Biologie, Medizin und Psychologie. Neben den Schwerpunktfächern werden außerdem diverse Fremdsprachen, methodisch orientierte Kurse wie Rhetorik und Selbstmanagement sowie der Besuch von Seminaren der Hochschule Neu-Ulm angeboten.

Stipendium möglich

„Nach dem ersten Trimester kann man den Fächerschwerpunkt übrigens noch mal wechseln“, weiß Thomas Hansen, der – trotz Ausflügen in die Fächer Physik und Soziologie – seiner anfänglichen Idee treu geblieben ist. „Allerdings habe ich mich durch Seminare im Bereich Ingenieurs­wissenschaften auch dem Maschinenbaustudium angenähert.“

Das Ulmer „Basislager für junge Erwachsene auf dem Weg in die Zukunft“ ist nicht gerade ein Schnäppchen: 2.750 Euro kostet das Orientierungsjahr. Wer nicht wie Thomas Hansen von seinen Eltern unterstützt werden kann, hat die Möglichkeit, beim Aicher-Scholl-Kolleg ein Stipendium zu beantragen. Dafür muss zusätzlich zur Bewerbung ein gesonderter Antrag gestellt werden.

Mehr als eine Entscheidungshilfe

Angenommen werden junge Menschen zwischen 16 und 26 Jahren, die über einen Schulabschluss verfügen und beim Bewerbungsgespräch überzeugen (Bewerbungsschluss: Ende Juli). Thomas Hansen bereut seine Entscheidung, einen Umweg eingeschlagen zu haben, bis jetzt nicht: „Klar, ich hätte auch direkt nach dem Abi studieren können, aber eine Portion mehr Gewissheit schadet nicht. Ich kann zudem mein Fachwissen vertiefen, erlange Routine im Umgang mit wissenschaftlichen Arbeitsweisen und lerne viele praktische Dinge wie das professionelle Erstellen einer Mappe, die für ein Kunst- und Designstudium Voraussetzung ist. Ich komme also durch das Orientierungsjahr am Aicher-Scholl-Kolleg meinem Studium einen guten Schritt näher.“

Info

Aicher-Scholl-Kolleg
www.ask-ulm.de

abi>> 01.02.2016