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Auf naturwissenschaftlichem Schnupperkurs

Eine junge Frau sitzt an einem Schreibtisch voller Bücher.
Mathe, Physik, Biologie? Wer sich bei der Studienwahl nicht sicher ist, kann beim Studium naturale in verschiedene Vorlesungen schnuppern.
Foto: Katharina Kemme

Studium naturale

Auf naturwissenschaftlichem Schnupperkurs

Biologie, Chemie, Physik oder doch Mathematik? Wer sich noch nicht festlegen kann, für den bietet die Technische Universität München eine spezielle Entscheidungshilfe an: das Studium naturale. Julia Mrtva (20) hat am Orientierungsjahr teilgenommen und berichtet von ihren Erfahrungen.

Die Fächer Biologie und Mathematik machten Julia Mrtva in der Schule besonders viel Spaß. Aber ist ein Studium in dieser Richtung wirklich das Richtige? Und wenn ja, für welches Fach sollte sie sich entscheiden? Mit diesen Fragen im Kopf durchstöberte die 20-Jährige einst das Studienangebot der nahe ihres Heimatortes gelegenen Technischen Universität München (TUM) und entdeckte dabei das Studium naturale, das am Wissenschaftszentrum Weihenstephan in Freising stattfindet. „Die Idee, mich erst mal in Ruhe zu orientieren, sprach mich direkt an“, erinnert sich Julia Mrtva, die das einjährige Orientierungsstudium im Juli 2015 abgeschlossen hat und inzwischen Molekulare Biotechnologie an der TUM studiert.

Zwei Semester, sechs Module

Das Studium naturale beginnt zum Wintersemester und erstreckt sich über zwei Semester. Es besteht aus sechs Modulen, die parallel studiert werden: Grundlagenmodule in Mathematik, Physik sowie Chemie/Biologie, das Modul „Interdisziplinäres Seminar“, das Modul „Überfachliche Grundlagen“ und das Orientierungsmodul „Sigma“.

Ein Porträt-Foto von Julia Mrtva

Julia Mrtva

Foto: Privat

Das Modul „Überfachliche Grundlagen“ beispielsweise umfasst verschiedene Kurse wie etwa eine Einführung in die Wissenschaftstheorie und Methodik sowie Fremdsprachenkurse. Innerhalb des „Sigma“ Moduls können die Teilnehmer Lehrveranstaltungen aus dem gesamten Studienangebot der TUM auswählen und haben so die Gelegenheit, über den Tellerrand zu blicken. Nicht nur das gefiel Julia Mrtva: „Das Studium naturale besteht nicht nur aus Theorie. So habe ich zum Beispiel im Rahmen eines Energie-Praktikums gemeinsam mit Kommilitonen einen Generator gebaut, der wiederum das Windrad einer anderen Projektgruppe angetrieben hat. Das praktische Arbeiten hat viel Spaß gemacht“, berichtet sie.

Entscheidungshilfe bei der Studienwahl

Wer sich für einen der insgesamt 106 Plätze des Studiums naturale an der TUM bewerben will, benötigt einen Abischnitt von 2,5 oder besser. Gibt es mehr Bewerber als Plätze, entscheidet das Losverfahren. Die Teilnehmer sind immatrikuliert, haben dieselben Rechte wie die anderen Studierenden, zahlen dafür aber auch Semesterbeiträge in Höhe von 114,50 Euro; das Ticket für die öffentlichen Verkehrsmittel ist darin enthalten. Eine Förderung des Orientierungsstudiums nach dem BAföG ist möglich.

Julia Mrtva, die finanziell von ihren Eltern unterstützt wird, zieht eine positive Bilanz: „Bei meiner Entscheidung hat mir das Studium naturale durchaus geholfen. Nur auf diese Weise hatte ich Gelegenheit, eine konkrete Vorstellung davon zu bekommen, was mich in den einzelnen Studiengängen erwartet.“ Zudem konnte sie ihr Wissen aus der Schule ausbauen beziehungsweise vertiefen und versteht durch die interdisziplinäre Ausrichtung die Zusammenhänge zwischen den Naturwissenschaften besser.

Auch gut zu wissen: Einige der erbrachten Leistungen aus dem Studium naturale – wie die Vorlesungen in den Grundfächern – konnte sie für ihr Bachelorstudium anerkennen lassen. „Für alle, die sich noch nicht sicher sind, welches naturwissenschaftliche Fach sie studieren wollen, ist das Orientierungsjahr eine prima Entscheidungshilfe“, resümiert sie.

abi>> 01.02.2016