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Fit für das Studium

Mathematikstudent rechnet mit Gruppen an der Tafel
Mathe-Vorkurse helfen, Wissenslücken zu schließen und alle auf einen Stand zu bringen.
Foto: Axel Jusseit

Vorkurs

Fit für das Studium

Bevor das Studium losgeht, bieten viele Hochschulen Vorkurse an. Erstsemester aus naturwissenschaftlichen Fächern, Informatik, Mathematik oder Ingenieurwissenschaften können dabei ihr Wissen auffrischen, um während des Semesters dem Stoff besser folgen zu können. Mathematik-Student Philemon Eichin (19) belegte an der Leibniz Universität Hannover gleich zwei Vorkurse.

Rückblickend beschreibt er die beiden Vorkurse als eine Mischung zwischen Übung und Vorlesung. „Es wurden neue Definitionen und Beweismethoden eingeführt, die wir dann selber in Übungsaufgaben anwenden sollten“, beschreibt er die Inhalte. „Ich habe die beiden Kurse belegt, weil ich herausfinden wollte, was mich im Studium erwartet – und weil ich hoffte, bereits ein paar künftige Kommilitonen kennenzulernen.“

Analysis, lineare Algebra und Stochastik

Zunächst nahm er am dreiwöchigen Intensivprogramm „uni: fit“ teil, bei dem auch Abiturienten und Studierende anderer Hochschulen mitmachen dürfen. „Hier kamen Studierende aus verschiedenen Studiengängen zusammen, zum Beispiel Maschinenbau, Physik oder Wirtschaftswissenschaften. Studierende aus höheren Semestern waren die Tutoren“, erzählt Philemon Eichin, der inzwischen im zweiten Semester studiert. „Täglich fanden zwei vierstündige Blöcke statt. Die Teilnehmer konnten dabei selber entscheiden, welche Module sie belegen.“

Er entschied sich unter anderem für Analysis, Lineare Algebra, Stochastik und ein weiteres Modul, in dem verschiedene Beweismethoden erklärt wurden. In Letzterem lernten die Teilnehmer außerdem, wie man umgangssprachliche Aussagen mathematisch formuliert und wie diese Aussagen logisch miteinander verknüpft werden. „Viele Inhalte waren mir neu“, erinnert sich der Bachelorstudent. „Beweismethoden haben wir zum Beispiel in der Schule nicht so intensiv durchgenommen, daher hat mir speziell dieses Modul viel gebracht.“ Auch Stochastik oder Mengenlehre habe er zur Schulzeit im Mathematik-Leistungskurs nur angeschnitten. Da diese Themen ebenfalls wichtig für sein Studium sein würden, wurde beides in den jeweiligen Vorkursen ausführlicher besprochen.

„Manche Module des Programms ‚uni:fit‘, etwa Analysis, habe ich nicht regelmäßig besucht, weil ich zunächst eine falsche Vorstellung davon hatte: Ich dachte, dass ich Analysis intensiv in der Schule durchgenommen hätte.“ Wie sich aber herausstellte, lag er mit dieser Annahme nicht ganz richtig: „Das Thema ist doch sehr umfangreich, deshalb wurden viele Aspekte der Analysis in Extramodulen behandelt.“

Erste Kontakte geknüpft

Der zweite Vorkurs, den die Mathematik-Fakultät der Universität Hannover für ihre Studierenden anbot, war deutlich kompakter und dauerte nur eine Woche. „Dieses Angebot ist zwar freiwillig, es wurde uns aber empfohlen, daran teilzunehmen“, sagt der Student. Während ihm zufolge in dem studiengangübergreifenden ersten Vorkurs noch mehr als 600 Studierende den Unterricht besuchten, waren es bei der zweiten Veranstaltung rund 150 Teilnehmer. „Die meisten Inhalte, die hier thematisiert wurden, waren mir durch das Programm ‚uni:fit‘ natürlich noch sehr präsent.“ Trotzdem ist er froh, dass er beide Vorkurse belegt hat: „So konnte ich bislang im Studium den Vorlesungen gut folgen und kam gelassener durch das erste Jahr.“

Zudem konnte er bereits vor Semesterbeginn Kontakte zu künftigen Kommilitonen knüpfen. „Ich habe sogar ein paar meiner früheren Klassenkameraden getroffen“, erinnert er sich. „Das hatte allerdings einen negativen Nebeneffekt: Man blieb dann eher unter sich.“ Mittlerweile hat sich das geändert: „Die meisten von ihnen studieren jetzt Physik. Im ersten Semester haben sich die Vorlesungen der beiden Studiengänge noch mehr überschnitten, aber nun lerne ich auch mit anderen Kommilitonen aus meinem Fach.“ Die Lerngruppen setzen sich an der Universität ohnehin anders zusammen als in der Schule, stellte er fest: „Während an der Schule eher Freunde miteinander lernen, zählt an der Hochschule vielmehr das Fachwissen jedes einzelnen.“

abi>> 12.09.2016