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Ein Marathon an Besichtigungen

Details aus der Küche einer Studenten WG.
Vielerorts ist es kurz vor Semesterstart schwierig, bezahlbaren Wohnraum zu finden.
Foto: Verena Westernacher

Wohnungssuche

Ein Marathon an Besichtigungen

Bei der Wohnungssuche müssen Studierende oft viel Geduld aufbringen – das weiß Stefanie Kinz (23) aus eigener Erfahrung. Nachdem sie sich an der Universität Augsburg für Deutsch und Geschichte auf Gymnasiallehramt eingeschrieben hatte, folgte ein Marathon an Besichtigungen.

Die Suche nach einem WG-Zimmer dauerte mehrere Wochen. „Insgesamt habe ich mir bestimmt 50 Wohngemeinschaften angeschaut“, erinnert sich die Studentin. „Als ich Mitte September immer noch keine passende Unterkunft gefunden hatte, war mir auch egal, in welchem Stadtteil von Augsburg ich wohnen würde – Hauptsache, ich komme erstmal unter.“ Bei ihren Eltern in Göppingen wohnen zu bleiben, wäre keine ideale Lösung gewesen, da sie für eine Strecke mit dem Zug eineinhalb Stunden gebraucht hätte.

Anfang Oktober erhielt sie schließlich eine Zusage und zog in ein möbliertes Zimmer einer Dreier-Wohngemeinschaft. „Die WG war schon ein ganzes Stück von der Uni entfernt – ich musste erst einmal 15 Minuten zu Fuß zur Straßenbahn gehen; von dort waren es noch sechs Haltestellen bis zur Hochschule“, erzählt Stefanie Kinz. „Ich habe außerdem bald gemerkt, dass diese WG nicht das Richtige für mich war: Die Chemie zwischen mir und den Mitbewohnerinnen stimmte leider nicht. Ich bin ein extrovertierter Mensch, ganz im Gegenteil zu den anderen beiden jungen Frauen. Außerdem fanden wir kaum gemeinsame Gesprächsthemen.“

Zweiter Versuch

Ein Porträt-Foto von Stefanie Kinz

Stefanie Kinz

Foto: privat

Kurz darauf suchte sie also erneut nach einer passenden Bleibe. Sie bewarb sich beim Studentenwerk Augsburg um einen Platz im Studentenwohnheim und hatte Glück: Im Dezember erhielt sie die Zusage für ein Appartement mit Küche, das sie im Februar beziehen durfte. „Natürlich bewerben sich immer viele Studierende, deshalb werden Plätze oft über ein Losverfahren vergeben oder man wird auf eine Warteliste gesetzt“, ergänzt Stefanie Kinz.
In ihrer neuen Umgebung fühlt sich die 23-Jährige, die mittlerweile im vierten Semester studiert, nun deutlich wohler. Jetzt ist nicht nur ihr Weg zur Uni kürzer – auch mit den anderen Bewohnern auf ihrer Etage versteht sie sich gut. „Oft kochen wir zusammen“, erzählt Stefanie Kinz. „Das WG-Leben würde ich später durchaus nochmal wagen, weil ich ohnehin nur sechs Semester im Wohnheim leben darf.“ Bevor sie aber wieder in eine WG zieht, würde sie versuchen, die anderen Mitbewohner besser kennenzulernen. „Es ist schon wichtig, dass man auf einer Wellenlänge ist und dass sich jeder regelmäßig um den Haushalt kümmert.“

Anderen Studierenden bei der Suche helfen

Seit Februar vergangenen Jahres gehört Stefanie Kinz der Fachschaft Lehramt und seit Oktober auch dem Allgemeinen Studierendenausschuss (AStA) an. Seither hilft sie auch anderen Studierenden bei der Suche nach einer passenden Unterkunft. „Da vor Semesterbeginn natürlich sehr viele Erstsemester in die Nähe ihrer Hochschule ziehen möchten, sollte man sich so früh wie möglich um eine Wohnung bemühen – wer zum Beispiel einen Platz in einem Wohnheim sucht, sollte sich rechtzeitig beim Studentenwerk informieren.“ Ebenso können sich angehende Studierende für ein Zimmer in einem privaten Wohnheim bewerben: „Man muss keiner bestimmten Konfession angehören, um zum Beispiel in katholisch geprägten Anlagen einen Platz zu bekommen“, erklärt Stefanie Kinz. Außerdem empfiehlt sie wohnungssuchenden Studierenden, einen Aushang an den Schwarzen Brettern ihrer Hochschule anzubringen, in Onlineportalen nach Wohnungsanzeigen zu suchen und selbst ein Gesuch zu inserieren. „Ein paar meiner Kommilitonen sind auch erst zur Zwischenmiete in eine Wohnung gezogen, bis sie später eine bessere Lösung gefunden hatten“, sagt Stefanie Kinz. „Wir vom AStA unterstützen Studierende auch gern bei der Wohnungssuche und vermitteln zur Not auch Couchsurfing-Plätze.“

abi>> 12.09.2016