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Mut zur Lücke

Schiffe auf dem Meer.
Johannes Caprano erfüllte sich seinen Traum: Er segelte über 3.000 Kilometer durchs Mittelmeer.
Foto: Archiv Möller Medien

Auszeit zwischen Bachelor und Master

Mut zur Lücke

Johannes Caprano (23) hat eine einjährige Auszeit zwischen seinem Bachelor- und Masterstudium genommen. Mit seiner erfolgreichen Bewerbung beim GapYear-Programm bekam er drei bezahlte Praktika bei namhaften Firmen und fand noch Zeit, sich einen lang gehegten Wunsch zu erfüllen.

Für Johannes Caprano aus Kassel war früh klar, dass er zwischen Bachelor und Master eine längere zeitliche Lücke lassen möchte, ein sogenanntes Gap Year. Denn mit einer Auszeit hatte er bereits gute Erfahrungen gemacht: Gleich nach seinem Abi leistete er einen Freiwilligendienst in einem Kinderheim in Argentinien und absolvierte zwei Praktika. Nun wollte er weitere Praxiserfahrung sammeln. Also bewarb er sich in der stressigen Endphase seines Bachelorstudiums Internationale BWL/Management an der privaten WHU Otto Beisheim School of Management in Vallendar beim GapYear-Programm. Das wird gemeinsam von den Unternehmen Allianz, Bertelsmann, Henkel, McKinsey & Company und Project A Ventures angeboten.

„Es erleichtert es einem total, wenn man nur ein Anschreiben für mehrere Unternehmen braucht und das Bewerbungsverfahren kompakt an einem Tag ist“, erklärt Johannes Caprano. Dieser eine Tag hatte es allerdings in sich: Er musste einen Test bestehen, dann in insgesamt vier Bewerbungsgesprächen bei seinen drei Wunschunternehmen überzeugen. Über die Verteilung der drei dreimonatigen Praktikumsblöcke stimmten sich die beteiligten Unternehmen untereinander ab.

Präsentation vor dem Vorstand

Ein Porträt-Foto von Johannes Caprano

Johannes Caprano

Foto: Privat

Vor Praktikumsbeginn hat Johannes Caprano im Juni 2014 zunächst noch ein lange geplantes Projekt verwirklicht: über 3.000 Kilometer alleine durchs Mittelmeer segeln – eine körperliche und mentale Herausforderung. Erste Praktikumsstation war dann der Konsumgüterkonzern Henkel in Düsseldorf. Dort hat er einen Datenbank-Prototypen für die strategische Mitarbeiterentwicklung erstellt. „Das war das Highlight, da ich im Projekt sehr eigenständig arbeiten und die Ergebnisse sogar Vorstandsmitgliedern präsentieren durfte.“

Bei der Unternehmensberatung McKinsey München war er Mitglied eines Teams, das einen Kunden aus der Finanzindustrie betreut. Bei der Allianz-Versicherung in München arbeitete er im Inhouse Consulting. Es ging darum, den telefonischen Kundenservice zu verbessern. „Bei allen drei Stationen wurde ich als vollwertiger Kollege behandelt und konnte viel Verantwortung übernehmen.“ Die Bezahlung lag je nach Unternehmen zwischen 1.000 und 2.000 Euro im Monat.

Neue Erkenntnisse, neue Motivation

Erst am Ende seines Gap Years erfuhr Johannes Caprano, dass es zum Wintersemester 2015/16 klappen würde mit seinem Wunschmaster Management & Technology an der Technischen Universität München. Von seiner Auszeit hat der 23-Jährige auf vielfältige Weise profitiert. „Ich habe es genossen, zwischen zwei Lernphasen zu arbeiten, nicht nur in der Theorie zu bleiben.“ Er erhielt einen breiten Einblick in ganz unterschiedliche Unternehmen.

Bei allen dreien wurde er außerdem in Praktikanten-Bindungsprogramme aufgenommen, die einen späteren Festeinstieg erleichtern. „Bisher habe ich noch keine konkreten beruflichen Pläne. Ich habe während der Praktika aber gemerkt, dass ich viel Spaß daran habe, mit Menschen zusammenzuarbeiten und Projekte voranzutreiben.“ Ein weiterer Vorteil seines Gap Years: „Wenn man mal für ein Jahr raus ist aus der Uni, lernt man das Studentenleben wieder schätzen.“

abi>> 21.01.2016