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Zeit zum Orientieren

Zu sehen ist die Brooklyn Bridge in New York City.
Ein Auslandsaufenthalt ist eine Option, nach dem Bachelorabschluss praktische Erfahrungen zu sammeln.
Foto: Martin Rehm

Auszeit zwischen Bachelor und Master: Hintergrund

Zeit zum Orientieren

Nach dem Bachelor und vor dem Master besteht die Möglichkeit, eine Auszeit einzulegen. Ob das sinnvoll ist und welche die richtige Option darstellt, hängt vom Studiengang und der persönlichen Biografie ab.

Der Bachelor ist bald geschafft, der Master soll folgen. Jetzt noch einmal Praxiserfahrung in einem Unternehmen sammeln, Sprachkenntnisse verbessern oder einen Freiwilligendienst im Ausland machen? Ein Gap Year einlegen, wie es im angelsächsischen Raum Tradition hat? Manch einer entscheidet sich bewusst für eine Studienpause. Andere wiederum müssen damit ein oder zwei Semester überbrücken, bis sie für den gewünschten Masterstudiengang die Zulassung erhalten. So oder so gilt es die Zeit zweckmäßig zu nutzen.

Ein Porträtfoto von Claudia Fichtner und Stefanie Glassman

Claudia Fichtner (l.) und Stefanie Glassman (r.)

Foto: Annika Voßen

„Wenn man etwa in die Entwicklungszusammenarbeit möchte, ist es sinnvoll, Auslandserfahrung vorweisen zu können“, sagt Claudia Fichtner, Beraterin für akademische Berufe in der Agentur für Arbeit Bonn. Ohne Praxiserfahrung wird es auch schwer, in die Medien- und Verlagsbranche einzusteigen. Ob aber nun eine mehrmonatige Pause zwischen Bachelor und Master dafür generell der richtige Zeitpunkt ist, da sind Claudia Fichtner und ihre Kollegin Stefanie Glassman, Arbeitsvermittlerin im akademischen Team, eher zurückhaltend. „Vielleicht lässt sich ein Praktikum auch in den Semesterferien unterbringen und man kann ein Urlaubssemester für den Auslandsaufenthalt nutzen.“

Kontakt mit potenziellen Arbeitgebern

Wer Praxiserfahrung sammeln möchte, sollte dies auf jeden Fall zielgerichtet tun und sich früh mit potenziellen Arbeitgebern beschäftigen, empfehlen die Beraterinnen: „Man kann dafür das Career Center und das Alumni-Netzwerk der Uni nutzen, schauen, wo die Leute aus dem eigenen Studiengang untergekommen sind.“ Außerdem kann man sich bei der Agentur für Arbeit Rat holen und Infoveranstaltungen besuchen.

Neben Praktika im In- und Ausland gibt es noch weitere Überbrückungsmöglichkeiten: Sprachreise, Nebenjob, Au-Pair, Freiwilligendienst und vieles mehr. Eine Übersicht und genauere Infos dazu liefert der Beitrag „Von Au-Pair bis Workcamp“. 

Wie die Auszeit finanzieren?

Bevor man in die Detailplanung geht, sollte man sich Gedanken über die Finanzierung machen. Mit Ende des Bachelorstudiums verliert man nämlich den günstigen Studentenstatus: Das BAföG entfällt, das Kindergeld, das bis zu einem Alter von 25 Jahren gezahlt werden kann, in den meisten Fällen ebenso – eine Ausnahme besteht etwa bei Freiwilligendiensten. Wenn man keine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung wie zum Beispiel ein bezahltes Praktikum oder ein Freiwilliges Soziales Jahr findet, muss man gegebenenfalls auch die Krankenversicherung selbst zahlen. Hier sollte man sich im Einzelfall genau informieren, zum Beispiel bei Studentenwerk, der Familien- oder der Krankenkasse.

Entscheidet man sich für einen Sprachkurs oder ein Praktikum im Ausland, fallen oft Vermittlungsgebühren und zusätzliche Kosten für Flug, Unterbringung und Verpflegung an.

Eine Checkliste erstellen

Ist die Geldfrage geregelt, geht es ans Bewerben. Claudia Fichtner empfiehlt, sich ein Jahr vorher damit zu beschäftigen. „Wenn es zum Beispiel eine finanziell geförderte Auszeit im Ausland sein soll – etwa ein Freiwilligendienst über das Programm ‚weltwärts‘ –, muss man sich sehr früh bewerben“. Und es kommen weitere Punkte hinzu, die rechtzeitig organisiert werden müssen, vor allem für diejenigen, die es ins Ausland zieht. Hier hilft eine Checkliste, den Überblick zu behalten: Brauche ich ein Visum, eine Arbeitserlaubnis, eine Auslandskrankenversicherung, spezielle Impfungen? Ist mein Reisepass noch (lange genug) gültig? Wie finde ich eine Unterkunft? Wer im Inland bleibt, muss womöglich ebenfalls eine Bleibe für die Übergangszeit suchen und Umzüge organisieren.

Wichtig ist jetzt aber auch, das Masterstudium nicht aus dem Blick zu verlieren. Wann enden die Bewerbungsfristen? Wann startet welcher Studiengang? Welche Unterlagen brauche ich und wie bewerbe ich mich, per Mail oder postalisch? Ein Nachsendeauftrag wäre ebenfalls ein Punkt für die Checkliste, damit die heiß ersehnte postalische Zusage zum Masterstudium dann auch ihren Empfänger erreicht.

Weitere Informationen

Au-Pair-Society e.V.

Der Bundesverband listet Mitgliedsorganisationen auf und bietet ein Online-Bewerbungsformular für Au-Pairs.
www.au-pair-society.org

Bundesfreiwilligendienst

Die Webseite liefert gesammelte Informationen von A-Z und man kann hier auch nach Einsatzstellen suchen.
www.bundesfreiwilligendienst.de

Deutscher Akademischer Austauschdienst (DAAD)

Hier gibt es unter anderem Infos über Sprachreisen, Auslandspraktika sowie Stipendien dafür.
www.daad.de/ausland/de

GapYear-Programm

Das einjährige Praktikumsprogramm wird gemeinsam von Allianz, Bertelsmann, Henkel, McKinsey & Company und Project A Ventures angeboten.
www.gapyear-programm.de

Raus von zu Haus

Eurodesk bietet auf der Seite unter anderem eine Programmdatenbank, Länderinfos sowie Last-Minute-Angebote für Auslandsaufenthalte.
www.rausvonzuhaus.de

weltwärts

Die Seite informiert über den vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung geförderten Freiwilligendienst.
www.weltwaerts.de

abi>> 21.01.2016