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„Ohne Forschung kein Fortschritt“

Reagenzgläser vor weißem Hintergrund
Wer in der Forschung tätig sein möchte, sollte Interesse für ein spezielles Gebiet mitbringen.
Foto: Tim Wraneschitz

Interview: Forschen im Masterstudium

„Ohne Forschung kein Fortschritt“

Welche Möglichkeiten gibt es für Masterstudierende, die Interesse an einer Forschungstätigkeit haben? Welche Fähigkeiten und Interessen sollten sie mitbringen – und wie profitieren sie später von den Erfahrungen, die sie dabei sammeln? Antworten auf diese und weitere Fragen gibt Studien- und Promotionsberaterin Natalie Holm von der Universität Mannheim im Gespräch mit abi>>.

abi>> Frau Holm, warum ist die universitäre Forschung so wichtig für unsere Gesellschaft?

Natalie Holm: Ohne Forschung gäbe es keinen systematischen Fortschritt. Besonders die universitäre Forschung ist in der Lage, nicht nur anwendungsbezogen für konkrete Fälle Problemlösungen zu erarbeiten, sondern grundlegende Dinge zu hinterfragen und dadurch auch auf gesamtgesellschaftlicher Ebene zu wirken.

abi>> Können Studierende bereits während des Masterstudiums an einem Forschungsprojekt mitwirken?

Ein Porträtfoto von Natalie Holm

Natalie Holm

Foto: Liane Weitert

Natalie Holm: Das ist gut möglich und zwar im Rahmen einer Seminar- oder Masterarbeit. Das kann zum einen bedeuten, dass sie sich an aktuellen Forschungsprojekten des Lehrstuhls beteiligen, zum anderen, dass sie selbst ein Thema entwickeln, das sich für ein Forschungsprojekt im Rahmen ihrer Abschlussarbeit eignet. Darüber hinaus können Studierende als wissenschaftliche Hilfskräfte an einem Lehrstuhl direkt bei Datenerhebungen oder bei der Fragebogenkonzeption – beispielsweise bei Experimentalbefragungen – mitwirken.

abi>> Inwiefern profitieren Studierende, die sich während des Masterstudiums im Bereich der Forschung einbringen, im Hinblick auf eine mögliche Promotion?

Natalie Holm: Durch ihre Tätigkeit haben sie viel konkretere Vorstellungen davon, was bei einer Doktorarbeit auf sie zukäme, was alleine schon sehr viel wert ist. Darüber hinaus haben sie schon Kontakt zu einem Lehrstuhl – im Idealfall zu einem, der auf Gebieten forscht, die dem eigenen Interesse entsprechen. Der Lehrstuhlinhaber kann das Potenzial des Studierenden erkennen und ihn entsprechend fördern und fordern. Außerdem haben die Studierenden bereits wichtige Forschungsmethoden gelernt, die sie später bei der eigenen Promotion anwenden können.

abi>> Gibt es auch Vorteile, was das Berufsleben generell angeht?

Natalie Holm: Definitiv. Studierende, die bereits während ihres Masterstudiums forschen, haben einige Kenntnisse und Fähigkeiten erworben, die in vielen Branchen nützlich sind – beispielsweise dann, wenn eine Projektarbeit ansteht oder vertiefte Analysen gefordert sind. Außerdem beherrschen sie durch ihre empirische Arbeitsweise etwa den Umgang mit großen Datenmengen.

abi>> Welche Eigenschaften und Fähigkeiten sollten Studierende mitbringen, die während des Studiums forschen möchten?

Natalie Holm: Sie sollten über Forschungsinteresse verfügen, gerne auch schon ein spezifisches Gebiet im Kopf haben, auf dem sie ihre Forschungsarbeit ansiedeln wollen. Ideal wäre, wenn Studierende bereits methodische Kurse absolviert haben. Und natürlich sollte man auch über eine gewisse Frustrationstoleranz verfügen. Nicht immer verlaufen Studien so, wie man sich das erhofft hat, und Datenerhebungen führen manchmal nicht zum gewünschten Ergebnis.

abi>> Wo können sich interessierte Studierende über Forschungsmöglichkeiten im Masterstudium informieren?

Natalie Holm: An der Universität Mannheim beispielsweise können sie sich über die Rubrik „Forschung“ auf der Homepage informieren, darüber hinaus natürlich aber auch immer direkt an einem konkreten Lehrstuhl, sowohl über dessen Homepage als auch über die Lehrstuhl-Assistenten.

abi>> 25.07.2016