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Für den Doktor von Marburg nach Würzburg

Der Campus Center an der Universität des Saarlandes.
Nicht jede Hochschule verfügt über ausreichende Kapazitäten für eine Promotion. Daher ist ein Hochschulwechsel oft unausweichlich.
Foto: Oliver Dietze

Hochschulwechsel für die Promotion

Für den Doktor von Marburg nach Würzburg

Nach seinem Masterabschluss in „Molecular and Cellular Biology“ an der Universität Marburg wechselte Hannes Huber (28) im Februar 2017 an die Universität Würzburg, um dort zu promovieren.

Wo man promoviert, kann man sich nicht immer aussuchen. Oft fehlen Hochschulen die finanziellen Mittel, um ausreichend Promotionsstellen für alle Bewerber einzurichten. Als Hannes Huber sich nach seinem Masterstudium an der Universität Marburg bewarb, hatte auch der Biologie-Lehrstuhl nicht genügend Kapazitäten. „In solchen Fällen hat man einfach Pech, da bringt es auch nichts, gut vernetzt zu sein oder eine gute Abschlussnote zu haben“, sagt der 28-Jährige. Er hatte sich jedoch auch an anderen Hochschulen beworben – unter anderem um eine ausgeschriebene Promotionsstelle der Universität Würzburg.

Kurz darauf erhielt Hannes Huber eine Einladung zum Vorstellungsgespräch in Würzburg. Der zuständige Professor stellte ihm das Promotionsthema vor und gab ihm anschließend ein paar Tage Zeit zu überlegen, ob er mit dem Thema einverstanden ist. „Kurz zusammengefasst geht es um einen Proteinkomplex, der aus drei Proteinen besteht“, erklärt Hannes Huber. „Es wird vermutet, dass ein Zusammenhang zwischen diesem Proteinkomplex und neuronalen Krankheiten beziehungsweise Störungen wie Autismus besteht.“ Da er ohnehin in diesem Fachbereich promovieren wollte, sagte er der Uni Würzburg zu.

Zeugnis kam später

Sein Masterzeugnis lag bei seiner Bewerbung noch nicht vor, daher konnte Hannes Huber zunächst nur sein Bachelorzeugnis einreichen. „Ich wurde zwar trotzdem eingestellt, aber am Anfang erhielt ich eine niedrigere Gehaltsstufe“, erzählt der Promovend. „Das volle Gehalt bekam ich erst, nachdem ich mein Masterzeugnis vorlegte.“

Da seine Promotionsstelle ausgeschrieben und das Thema vorgegeben war, stand von vornherein fest, wer sein Doktorvater werden würde – andere Promovenden, die ihr Promotionsthema im Vorfeld zumindest grob selbst umreißen, müssen oft noch einen passenden Betreuer suchen, die Doktormutter oder den Doktorvater. Alternativ besteht auch die Möglichkeit eines Graduiertenkollegs: Hierbei forschen und arbeiten mehrere Doktoranden zusammen und werden dabei bis zur Promotion von einem oder mehreren Hochschullehrern betreut. Finanziert werden solche Graduiertenkollegs hauptsächlich von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG), ein eingetragener Verein, der als Selbstverwaltungseinrichtung Wissenschaft und Forschungsprojekte fördert.

Sich fachlich und persönlich weiterbilden

„An der Uni Würzburg gibt es auch Graduiertenkollegs. Hierbei müssen Promovierende sich bei verschiedenen Professoren vorstellen und diese entscheiden dann, wen sie bei welchem Promotionsthema betreuen“, weiß Hannes Huber. Er nimmt hingegen ein anderes Zusatzangebot der Uni Würzburg wahr und besucht die Graduate School of Life Sciences. „Das gehört auch zum Programm meiner Promotion“, sagt der Promovend. „In der Graduate School of Life Sciences gibt es interdisziplinäre Angebote wie Bioinformatik, in denen sich Doktoranden fachlich weiterbilden können.“ Indem die Promovierenden auch einen Einblick in benachbarte Disziplinen erhalten, erlangen sie zusätzliche Kompetenzen.

„Neben Forschungsmethoden gehören auch Soft Skills zum Programm – zum Beispiel lernen wir, wie wir unser Forschungsthema der Öffentlichkeit präsentieren können“, schildert Hannes Huber und bekräftigt, dass er mit dem Hochschulwechsel zufrieden ist: „Es ist hilfreich, sich auf diese Art mit anderen Doktoranden auszutauschen – die Uni Würzburg ist in dieser Hinsicht sehr gut vernetzt.“

abi>> 20.11.2017