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Hindernisse rechtzeitig erkennen

Junge Frau sitzt zwischen Buecherstapel
Welche Voraussetzungen muss ich für einen Hochschulwechsel erfüllen? Das abi>> Interview klärt auf.
Foto: Jessica Braun

Hochschulwechsel – Interview

Hindernisse rechtzeitig erkennen

Woran muss ich denken, wenn ich die Hochschule wechseln möchte? Studienberater Stefan Hatz von der Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald gibt darauf Antwort am Beispiel seiner Hochschule.

abi>> Herr Hatz, welche Ratschläge würden Sie Bachelorabsolventen geben, die für ein Masterstudium an die Uni Greifswald wechseln wollen?

Stefan Hatz: Es ist wichtig, sich rechtzeitig über die Zulassungsvoraussetzungen des gewünschten Masterstudiengangs zu informieren. Diese Voraussetzungen können sehr unterschiedlich ausfallen, weil sie jede Hochschule selbst festlegen darf. Ein Beispiel: An der Uni Greifswald wird für den Masterstudiengang Landschaftsökologie vorausgesetzt, dass Bewerber einen Bachelorabschluss mit landschaftsökologischem Bezug vorweisen – ein Bachelor in Biologie würde nicht ausreichen. Bachelorstudierenden sollten sich daher noch vor ihrem Abschluss überlegen, welche Schwerpunkte ihnen im Masterstudium wichtig sind. So können sie noch im Bachelor die nötigen Module belegen, um später alle Voraussetzungen zu erfüllen. Allerdings bieten aber auch viele Hochschulen die Möglichkeit, die fehlenden Module zu Beginn des Masterstudiums nachzuholen.

abi>> Und welche Tipps haben Sie für Masterabsolventen, die an einer anderen Hochschule promovieren möchten?

Ein Porträt-Foto von Stefan Hatz

Stefan Hatz

Foto: Detlef Albrecht

Stefan Hatz: Auch hier gilt, frühzeitig die Promotionsordnung der Zielfakultät zu lesen und sich über die Zulassungsvoraussetzungen zu informieren. Im besten Fall überlegt man sich schon während des Masterstudiums, welches Promotionsthema interessant sein könnte und prüft dann, welcher Doktorvater dafür infrage käme. Wenn man sich ernsthaft mit seinem Forschungsfeld befasst, weiß man meistens, welche Professoren Experten in diesem Gebiet sind – selbst wenn sie an einer anderen Hochschule lehren. Auch die bisherigen Hochschullehrer können oft passende Betreuer empfehlen, da sie gut vernetzt sind.
Bei den Geisteswissenschaften ist ein Hochschulwechsel für die Promotion – zumindest in der Theorie – ganz einfach: Hierfür benötigen Promovenden nur die für sie relevante Literatur und sind daher ortsunabhängig. Schwieriger ist das in den Naturwissenschaften, wo Doktoranden für ihre Dissertation auch in einem Labor forschen müssen. Daher sollte man sich rechtzeitig informieren, ob die Zielhochschule Laborkapazitäten für externe Bewerber hat.

Die Finanzierung muss ebenfalls geklärt werden. Ideal wäre eine Promotionsstelle. Alternativ können Masterabsolventen sich auch bei einem Graduiertenkolleg bewerben, das Promovierende mit einer bestimmten Geldsumme fördert, oder versuchen, ein Stipendium zu erhalten – zum Beispiel die Graduiertenförderung des Landes Mecklenburg-Vorpommern.

abi>> Apropos Finanzen: Was sollten Bachelorabsolventen bei einem Hochschulwechsel hierfür bedenken?

Stefan Hatz: Ich empfehle, rechtzeitig Kontakt mit dem BAföG-Amt aufzunehmen, da man schnell den Überblick über die Förderungsregeln verlieren kann. Es kann zum Beispiel passieren, dass die BAföG-Förderung gefährdet wird, weil das BAföG-Amt den Hochschulwechsel nicht als konsekutiv, also auf dem Bachelor aufbauend einstuft. Auch wenn die Zielhochschule einen Anglistikabsolventen zum Beispiel für den Masterstudiengang „Kultur – Interkulturalität – Literatur“ akzeptiert, kann das BAföG-Amt dies als Fachwechsel einstufen. Solche Fallstricke sollten – und können – Studierende rechtzeitig aus dem Weg räumen.

abi>> Welche Besonderheiten ergeben sich für Bachelorabsolventen, die von einer Fachhochschule an die Uni Greifswald wechseln wollen?

Stefan Hatz: Grundsätzlich sollte ein Hochschulwechsel immer möglich sein. Aber in der Praxis können Ausnahmen durchaus möglich sein, zum Beispiel, wenn Bachelorabsolventen durch eine Berufsausbildung beziehungsweise ihren FH-Abschluss die allgemeine Hochschulreife erlangt haben. Solche Probleme können Studierende aber ohne Mühe klären, wenn sie sich zwei bis drei Semester vor dem geplanten Wechsel überlegen, wie es nach ihrem Abschluss weitergehen soll.

abi>> 20.11.2017