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Lernmotivator: Abwechslung

Studenten sitzen während einer Vorlesung im Hörsaal.
Auf drei Monate im Hörsaal folgen für Ina Hildebrandt drei Monate im Seniorenheim.
Foto: Alex Becker

Lernen im dualen Studium

Lernmotivator: Abwechslung

Ina Hildebrandt (24) studiert Soziale Arbeit an der Dualen Hochschule Baden-Württemberg (DHBW) in Heidenheim. Im dreimonatigen Rhythmus wechseln sich Theorie und Praxis ab: „Man geht jedes Mal mit neuen Erfahrungen in die nächste Phase rein. Das motiviert auch beim Lernen“, sagt sie.

Ina Hildebrandt hat ihre Bachelorarbeit gerade fertiggestellt, das Studienende ist in Sicht. Gefühlt sind die drei Jahre wie im Flug vergangen. Kein Wunder, im dualen Studium an der DHBW folgen auf drei Monate Theorie drei Monate Praxis. Wenn andere Semesterferien beziehungsweise vorlesungsfreie Zeit haben, arbeitet sie in einem Seniorenheim: „Ich wollte unbedingt dual studieren, weil ich gerne praktisch arbeite.“

Das Studium Soziale Arbeit ist breit gefächert, deckt sowohl die Arbeit mit Behinderten und Senioren als auch mit Jugendlichen ab. „Dadurch lernt man auch Bereiche kennen, in denen man in der Praxis nicht eingesetzt ist“, erklärt sie. Auch wenn Studieninhalte und Berufsalltag nicht immer eins zu eins aufeinander abgestimmt sind, motiviert dieser Wechsel die 24-Jährige.

Lerntransfer: von der Theorie zur Praxis

Ein Porträt-Foto von Ina Hildebrandt

Ina Hildebrandt

Foto: Claudia Hildebrandt

Mit fortschreitendem Studium entdeckte Ina Hildebrandt immer mehr Schnittstellen zwischen Theorie und Praxis. So erklärt sie: „Ich nehme immer wieder Anregungen aus der Praxis mit in die Seminare und umgekehrt. Zudem kann ich in den Arbeitsfeldseminaren Themen auswählen, die einen Bezug zur Arbeitswelt haben oder mich besonders interessieren“, erklärt die Studentin. „Je mehr ich mich für ein Thema interessiere, desto leichter fällt mir das Lernen. Dann lese ich meist mehr als vorgegeben. Je größer dann das Hintergrundwissen, desto mehr Querverbindungen entdecke ich, angefangen von Krankheitsbildern wie Demenz bis hin zu berufsethischen Fragen.“

Während der Praxisphasen musste Ina Hildebrandt Hausarbeiten schreiben. Die schriftlichen Prüfungen fanden unmittelbar am Ende der Theoriephasen statt. „Trotzdem ist es ein anderes Lernen als in der Schule“, betont sie. „In kurzen Abständen finden Prüfungen für unterschiedliche Fächer statt, sodass man nicht erst eine Prüfung abhaken und sich dann auf die nächste vorbereiten kann. Man muss sich angewöhnen, für mehrere Fächer parallel zu lernen und sich entsprechend gut organisieren.“

Sehr viele Module befassen sich mit der rechtlichen Seite der Sozialen Arbeit. „Da gibt es einfach sehr viel auswendig zu lernen“, erläutert Ina Hildebrandt. Bei ihr funktioniert das am besten mit Hilfe von Karteikarten, wenn sie den Lernstoff in Einheiten unterteilt und prägnant zusammenfasst. „Beim Aufschreiben muss ich schon überlegen: Worum geht es? Wie formuliere ich das knapp und präzise?“, sagt sie. Das eigentliche Lernen mit den Karten ist dann eine Wiederholung des Lernstoffs.

Mitbewohner und Lernpartner in einem

Wer nur bei absoluter Stille lernen kann und Ablenkungsfaktoren vermeiden möchte, ist in einer Bibliothek gut aufgehoben. Ina Hildebrandt braucht das nicht: „Ich wohne in einer WG und lerne dort auch. Natürlich sollte es nicht zu laut sein, aber Hintergrundgeräusche stören mich nicht.“ Der Vorteil: Ihre Mitbewohner sind zum Teil Kommilitonen, die somit nicht nur zur gleichen Zeit wie sie in der Lernphase sind. „Ich hatte nie eine Lern- oder Arbeitsgruppe“, erklärt sie. Unnötig – denn die saß quasi bereits am Frühstückstisch: „Natürlich haben wir über die Themen geredet. Dadurch hat sich das Wissen automatisch bei uns im Gedächtnis verfestigt.“

Mit Blick in die Zukunft kann sie sich vieles vorstellen, auch wenn sie bislang mit Senioren gearbeitet hat. „Das ist das Gute an dem Studium: Man ist nicht festgelegt“, sagt sie.

abi>> 19.10.2015