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Online-Vorbereitung aufs Masterstudium

Eine Person betrachtet eine E-Learning Webseite auf einem Monitor.
Mit Massive Open Online Courses (MOOC) können Wissbegierige weltweit über das Internet an Kursen zu ganz unterschiedlichen Themen teilnehmen.
Foto: Hans-Martin Issler

Massive Open Online Course (MOOC)

Online-Vorbereitung aufs Masterstudium

Wenn sich Felix Wiemann (23) im nächsten Semester für ein Masterstudium Informatik bewirbt, weiß er, dass er die Grundlagen dafür draufhat. Denn derzeit absolviert er einen Massive Open Online Course (MOOC) der Technischen Universität München (TUM). Der kostenlose Kurs bereitet ihn gezielt auf die Inhalte des Masterstudiums vor, wie er abi>> erzählt.

Der MOOC „Software Engineering Essentials“ ist nicht der erste Online-Kurs auf der Plattform edX, den ich mache – aber der erste, den ich höchstwahrscheinlich komplett durchziehen und mit einem Zertifikat erfolgreich abschließen werde.

Vor knapp zwei Jahren habe ich meinen Bachelor of Engineering an der Dualen Hochschule Baden-Württemberg (DHBW) Mannheim im Fach Allgemeine Mechatronik gemacht und seitdem im Bereich Robotik gearbeitet. Doch mir fehlten vertiefte Kenntnisse in der Informatik. Deshalb habe ich mich nach Möglichkeiten umgesehen, mir das Basiswissen anzueignen und dabei zu schauen, ob ein Masterstudium Informatik für mich infrage käme.

Mehr als ein reiner Orientierungskurs

Ein Porträt-Foto von Felix Wiemann

Felix Wiemann

Foto: privat

Auf der US-amerikanischen Online-Plattform edX bin ich dann fündig geworden. Ich legte dort ein Profil an und konnte gleich in die ersten Programmierkurse hineinschnuppern. Die meisten sind kostenlos, nur für das Zertifikat am Ende muss man je nach Kurs eine Standardgebühr zahlen. Für den Kurs der TUM sind das umgerechnet circa 45 Euro. Das Zertifikat muss man aber nicht machen.

Ich merkte an dem Kurs sofort, dass da ein renommierter Anbieter dahintersteckt. Die Inhalte passen genau zu meinem Wissensstand und sind spannend aufbereitet. Nach nur sechs Wochen gelangte ich bereits zum siebten von acht Abschnitten. Wenn alles gut läuft, habe ich das Zertifikat bald in der Tasche.

Schnelle Rückmeldung

Neben animierten Powerpoint-Präsentationen mit Sprechertext – mal mit, mal ohne Videobild – gibt es immer wieder Multiple-Choice-Zwischenfragen, Drag-and Drop-Tests und Übungen, in denen wir selbst etwas programmieren müssen. Die Ergebnisse werden automatisiert gecheckt, sodass man sofort Rückmeldung bekommt. Manche Aufgaben sind auch frei zu beantworten. Diese checkt dann ein Mitarbeiter der TUM.

Bei Rückfragen gibt es die Möglichkeit, über ein Chatsystem mit den anderen Kursteilnehmern oder den Dozierenden in Kontakt zu treten. Antworten bekommt man immer schnell. Die gesamte Kommunikation und der Kurs sind übrigens auf Englisch, weil Menschen weltweit teilnehmen können.

Zertifikatsgebühr als Motivator

Das Lernpensum für den Kurs der TUM liegt zwischen fünf und acht Stunden pro Modulabschnitt. Man kann selber entscheiden, wie lange man sich dafür Zeit nehmen möchte – eine Woche, einen Monat oder bis zu zwei Jahren. Doch genau da liegt meines Erachtens das Problem: Man kann die Inhalte vor sich herschieben und verliert dann das Interesse. Diese Erfahrung habe ich bei anderen MOOCs gemacht. Deshalb habe ich mich dazu entschieden, mich früh für das Zertifikat anzumelden und die Gebühr zu bezahlen – das motiviert.

Für die Zertifikatsprüfung werde ich meine Identität nachweisen müssen. Dazu hält man einen Personalausweis in die Webcam am Computer. Ein System checkt, ob das Foto auf dem Ausweis mit dem Gesicht des Kursteilnehmers übereinstimmt. Dann kann’s losgehen: Für die Beantwortung der Fragen hat man zwei Stunden Zeit.

„Ich lerne für mich selbst“

Ich bin zuversichtlich, dass ich die Prüfung schaffe, mache das Zertifikat aber ohnehin nur für mich selbst. Es ist keine Voraussetzung für die Bewerbung um das Masterstudium an der TUM und wird mir – soweit ich weiß – nicht im Studium angerechnet. Doch da ich die Inhalte des MOOCs direkt anwenden kann und für ein späteres Studium wahrscheinlich brauchen werde, fällt mir das Lernen neben der Arbeit – abends, an den Feiertagen oder am Wochenende – nicht schwer.

Grundsätzlich könnte ich mir gut vorstellen, einen Teil des Masterstudiums rein virtuell durchzuziehen. Allerdings reizt mich auch das echte Studentenleben – das hatte ich bisher weder in meinem dualen Bachelor noch im MOOC.

Mehr Infos

„Software Engineering Essentials“-Kurs der Technischen Universität München (TUM)

www.edx.org/course/software-engineering-essentials
abi>> 06.08.2018

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