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Videokonferenz statt Vorlesung an der Uni

Ein junger Mann sitzt mit seinem Laptop auf einem Balkon und programmiert.
Studieren am heimischen Laptop: An der Virtuellen Fachhochschule (VFH) werden die Studiengänge im Online-Fernstudium angeboten.
Foto: Andreas Franke

Online-Studium an der Virtuellen Fachhochschule

Videokonferenz statt Vorlesung an der Uni

Nach der Arbeit heimkommen, Laptop an, Lernplattform öffnen, einloggen und Headset auf: So gestaltete sich Dunja Todorovics Alltag im Online-Studium. Die 29-Jährige hat berufsbegleitend Betriebswirtschaftslehre (BWL) an der Virtuellen Fachhochschule (VFH) studiert und seit März 2018 den Bachelor of Arts in der Tasche. abi>> berichtet sie von ihrem Studium.

Nach dem Abi hatte ich genug von der Theorie und habe deshalb eine Ausbildung zur Kauffrau für Versicherung und Finanzen absolviert. Nach drei Jahren im Beruf merkte ich aber, dass mir etwas fehlt. Den Job aufgeben wollte ich allerdings auch nicht, dafür arbeite ich viel zu gerne.

Da entdeckte ich das Online-Studium BWL an der Virtuellen Fachhochschule. Sie ist ein länderübergreifender Verbund mehrerer staatlicher Fachhochschulen, die ihr Studienangebot online anbieten. Das Studium ist so konzipiert, dass man es berufsbegleitend absolvieren kann. Es ist aufgeteilt nach 80 Prozent online und 20 Prozent Präsenz – genau das Richtige für mich. Besonders angesprochen hat mich, dass es sich um ein staatliches Angebot handelt und dass die Fachhochschule Kiel am Verbund beteiligt ist. Damals habe ich nämlich in Kiel gewohnt und musste mir nicht die Frage stellen „Studieren oder arbeiten?“, denn ich konnte beides tun.

Inhaltlich kein Unterschied zum Präsenzstudium

Ein Porträt-Foto von Dunja Todorovic

Dunja Todorovic

Foto: privat

Ich bewarb mich – wie jeder Präsenzstudierende auch – an der FH Kiel für einen der zulassungsbeschränkten Studienplätze. Zur Einschreibung mussten auch wir Online-Studierenden vor Ort erscheinen.

Danach gab es aber keine Präsenzpflicht mehr. Stattdessen habe ich mich regelmäßig abends auf der Lernplattform Moodle eingeloggt, das Headset aufgesetzt und Online-Skripte durchgearbeitet, animierte Powerpoint-Präsentationen angeschaut oder an Videokonferenzen mit Lehrenden der FH Kiel teilgenommen. Letztere fand ich am produktivsten: Meist gab es erst eine kurze Live-Präsentation vom Prof, danach ging es in die Diskussion. Wer wollte, konnte sich zusätzlich zum Ton mit einer Webcam zuschalten.

Übrigens: Wie ich alle Angebote nutzen kann, lernte ich zu Beginn des Studiums in einer Einführungswebkonferenz. Besondere IT-Kenntnisse werden nicht benötigt, allerdings durchaus eine schnelle Internetverbindung sowie ein Headset.

An den Wochenenden habe ich den Stoff dann weiter verinnerlicht. Alle Lernmaterialien sind 24 Stunden online verfügbar. Es gibt Links zu Youtube-Videos, Erklärgrafiken und vertiefenden Übungen. Teilweise hatten wir die Möglichkeit, unsere gelösten Aufgaben an die Professoren zu schicken, die sie dann korrigiert zurücksandten. Die Inhalte und die Module sind identisch zum Präsenzstudium, nur dass wir Online-Studierenden die freie Wahl hatten, wie viele Module wir in einem Semester belegen wollen und können. Auch die Klausuren am Ende eines Moduls waren größtenteils identisch. Für diese mussten wir vor Ort erscheinen und unseren Studierendenausweis vorlegen.

Gute Betreuung

Die meisten Präsenzveranstaltungen waren dagegen freiwillig; pro Modul fand jeweils eine statt – freitagabends oder samstags, meist im Block mit anderen Modulpräsenzen. Als Kielerin bin ich natürlich öfter erschienen als meine Kommilitonen aus Stuttgart und Co. Klar, dass der Kontakt untereinander deshalb nicht ganz so eng war. Das klassische Studentenleben mit Semesterpartys hatte ich nicht.

Dennoch: Man studiert nicht anonym. Es gibt ein Online-Forum, in dem sich die Studierenden austauschen, und die Dozierenden sind per E-Mail, Chat oder am Telefon gut zu erreichen, wenn es fachliche Fragen gibt. Auch die organisatorische Betreuung an der FH Kiel fand ich prima.

Mehrfachbelastung nur am Anfang ein Problem

Trotzdem gab es Phasen, in denen ich zweifelte, wenn es etwa in der Arbeit stressig war, die Inhalte einiger Module meilenweit vom Arbeitsalltag entfernt waren oder einfach privat etwas dazwischenkam. Gerade im ersten Jahr fiel es mir schwer, mich durchzubeißen.

Viel Unterstützung erhielt ich in dieser Zeit von den Professoren, meinen Mitstudierenden, aber auch durch Freunde und Familie. Nach einiger Zeit stellte sich bei mir ein persönlicher Lernrhythmus ein: Ich lernte nun wöchentlich statt geballt vor den Klausuren.

Das Online-Studium schließt übrigens auch mit einer Bachelorarbeit ab. Ich habe mich mit dem Thema Arbeit 4.0 befasst. Die Dozenten bieten zwar Gesprächstermine vor Ort an, sind aber auch offen dafür, Inhalt, Struktur und Vorgehen der Arbeit am Telefon, per E-Mail oder Skype durchzusprechen – alles ganz flexibel.

Den beruflichen Horizont erweitern

Die Kosten für ein Studium an der Virtuellen Fachhochschule empfand ich als überschaubar: Jedes der 30 Module kostet 78 Euro, wobei man zweimal kostenlos das Modul nachbuchen darf, sollte man die Klausur nicht geschrieben oder nicht bestanden haben. Dazu kommt der Semesterbeitrag, der für Online-Studierende aber günstiger ist als für Präsenzstudierende, da das Semesterticket entfällt. Wir Berufstätigen haben zudem den Vorteil, dass wir die Studiengebühren als Sonderausgaben in der Steuererklärung absetzen können und so anteilig erstattet bekommen.

Mir persönlich hat das Studium sehr dabei geholfen, meinen beruflichen Horizont zu erweitern. Gerade habe ich meinen Arbeitgeber gewechselt und arbeite nun im Bereich „Business Development“ bei Oncampus, einem E-Learning-Service-Provider. Jetzt möchte ich erst mal in meinem neuen Job ankommen, auch wenn es mich schon in den Fingern juckt, den Master gleich dranzuhängen – natürlich online!

Mehr Infos

Virtuelle Fachhochschule (VFH)

www.vfh.de

abi>> 06.08.2018

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