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So lerne ich erfolgreich

Eine Studierende lernt draußen im Park.
Manche lernen am liebsten im Freien, andere können sich nur in der Bibliothek oder auf dem heimischen Sofa konzentrieren - die richtige Lernstrategie zu finden, braucht Zeit und Übung.
Foto: Julien Fertl

Richtig lernen an der Hochschule – Umfrage

So lerne ich erfolgreich

Der eine kann nur in der Uni-Bibliothek lernen, die andere schwört auf Karteikarten – jeder von uns lernt anders. Drei Studierende verschiedener Fachrichtungen berichten abi>>, wie sie am besten lernen.

Fabio Lutz (20) studiert Jura an der Humboldt-Universität Berlin. Er ist im fünften Semester.

abi>> Wie kannst du am besten lernen?

Ein Porträtbild von Fabio Lutz

Fabio Lutz

Foto: privat

Fabio Lutz: Ich lerne viel mit Karteikarten. Dafür schreibe ich mir zum Beispiel aus einem Buch die wichtigsten Punkte heraus. Das lerne ich dann auswendig. Einige Wochen vor den Klausuren, wenn dieser Stoff gut sitzt, fange ich an, praktische Fälle zu lösen – das spielt bei Jura eine wichtige Rolle. Dafür treffe ich mich auch mit Freunden und wir sprechen unsere Fragen gemeinsam durch.

abi>> Wie hast du die beste Lernstrategie für dich gefunden?

Fabio Lutz: Ich habe schon in der Schule gemerkt, dass ich etwas Schriftliches brauche. Deswegen hat sich das Arbeiten mit den Karteikarten ergeben – und das passt weiterhin gut zu mir. Ansonsten lerne ich meist in der Bibliothek. Es motiviert mich, wenn auch andere da sind, die lernen. Ich habe im Studium schnell gemerkt, dass ich mich zu Hause nicht so gut konzentrieren kann.

abi>> Wie hast du den Übergang vom Lernen an der Schule zum Lernen an der Hochschule empfunden?

Fabio Lutz: Im ersten Semester hatten wir Rechtssoziologie und Rechtsgeschichte. Das war erst einmal nicht anders als an der Schule: Wir mussten den Stoff für die Prüfungen einfach auswendig lernen. Ab dem zweiten Semester aber ging es an „harte“ juristische Themen – das war komplett anders. Fast alle in meinem Umfeld waren von der neuen Situation überfordert. Wir fragten uns: Wir können wir so viel Stoff lernen? Doch dann kamen die ersten Klausuren und wir merkten: Das ist doch machbar. Ich organisiere mich jetzt einfach besser, um das Pensum schaffen zu können.

Katharina Hartz studiert Maschinenbau an der RWTH Aachen. Sie ist im fünften Semester.

abi>> Wie kannst du am besten lernen?

Ein Porträtbild von Katharina Hartz

Katharina Hartz

Foto: privat

Katharina Hartz: Das kommt sehr auf das Fach an. Muss ich ein tiefes Verständnis entwickeln, etwa in den für mein Studium essenziellen Fächern Mechanik oder Mathe, lerne ich am besten in einer Lerngruppe. Die zwei großen Vorteile sind zum einen die Motivation – denn in einer Gruppe zieht man einander mit – zum anderen gibt es immer jemanden, der genau den Punkt erklären kann, an dem man gerade hängt. Geht es in einem Fach mehr ums Auswendiglernen oder darum, sich Methoden oder Zusammenhänge zu merken, etwa in Werkstoffkunde, schaue ich mir meine Aufzeichnungen an und fasse sie zusammen. Erst dann treffe ich mich mit meiner Lerngruppe, damit wir uns gegenseitig abfragen können. Grundsätzlich lerne ich am besten im Lernraum – zu Hause lasse ich mich zu leicht ablenken.

abi>> Wie hast du die beste Lernstrategie für dich gefunden?

Katharina Hartz: Zum Teil durch Glück, zum Teil durch die Orientierungsveranstaltungen der RWTH. In der Erstiwoche lernte ich Kommilitonen kennen, mit denen ich einen Großteil des ersten Semesters bestritt. Auf dem von unserer Fachschaft organisierten Erstiwochenende lernte ich noch weitere Leute kennen, die bis heute meine Lerngruppe bilden. Trotzdem hat es lange gedauert, bis ich durch Ausprobieren die kleinen Tricks entdeckt habe, die mir das Lernen erleichtern.

abi>> Wie hast du den Übergang vom Lernen an der Schule zum Lernen an der Hochschule empfunden?

Katharina Hartz: Da ich mich während des ersten Semesters eher darauf konzentrierte, wie ich den Stoff bewältigte, bemerkte ich erst im Nachhinein, wie viel mehr Lernaufwand ein Studium im Vergleich zur Schule erfordert. Für die erste Matheklausur habe ich genau so viel gelernt wie für das gesamte Abitur! Deshalb probierte ich verschiedene Methoden aus, um effizienter zu lernen. Jetzt im fünften Semester bin ich ganz zufrieden mit meinem Lernstil.

Simon Gritzmann (24) studiert Geschichte und Politik an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg. Er ist im achten Semester.

abi>> Wie kannst du am besten lernen?

Porträtbild von Simon Gritzmann

Simon Gritzmann

Foto: privat

Simon Gritzmann: Ich schreibe in Vorlesungen mit. Außerdem schaue ich mir danach – wenn es das gibt – Onlineaufzeichnungen an, um das Thema zu vertiefen. Karteikarten sind nichts für mich. Stattdessen lese ich mir meine Aufzeichnungen einen Tag vor der nächsten Vorlesung noch einmal durch, um wieder im Thema drin zu sein. Zum Lernen mache ich mir einen festen Zeitplan. Mir hilft diese klare Struktur, weil ich dann weiß, was ich genau bis wann machen muss und was ich schon geschafft habe. Ich lerne meist alleine, ohne Lerngruppen.

abi>> Wie hast du die beste Lernstrategie für dich gefunden?

Simon Gritzmann: Ich habe erst einmal genauso gelernt wie in der Schule und dann geschaut, ob das weiterhin passt und was ich verändern muss. Es gibt ja deutlich mehr Stoff, deswegen konnte ich die Lernstrategien aus der Schule nicht 1:1 anwenden. Stattdessen habe ich mir neue Methoden angeschaut und empfinde jetzt zum Beispiel auch Videovorlesungen als eine gute Ergänzung.

abi>> Wie hast du den Übergang vom Lernen an der Schule zum Lernen an der Hochschule empfunden?

Simon Gritzmann: Der größte Unterschied ist, dass man nicht mehr an die Hand genommen wird, sondern viel mehr auf sich allein gestellt ist. Gleichzeitig hat man weniger Fächer als in der Schule, die man allerdings deutlich tiefer bearbeitet. Mir hat beim Übergang sehr geholfen, dass ich an der FAU am Grundlagen- und Orientierungsstudium teilgenommen habe. Das ging über zwei Wochen und fand statt, bevor die Uni richtig losging. Das Ziel war, uns das neue Lernumfeld näherzubringen. Wir haben etwa gelernt, wie man eine Hausarbeit schreibt und wie man richtig zitiert. Außerdem haben wir eine Bibliothek besucht und uns dort gemeinsam umgeschaut. Das war alles sehr sinnvoll, um mit den neuen Anforderungen besser zurechtzukommen. Das Gute ist auch, dass die Fachleute dieser Orientierung weiterhin ein offenes Ohr haben, wenn wir später weitere Fragen haben.

abi>> 02.11.2017