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Let’s speak English

Englischbuch im Gras
Es gibt zunehmend Möglichkeiten, in englischer Sprache zu studieren.
Foto: Ann-Kathrin Hörrlein

Studieren auf Englisch

Let’s speak English

Englisch ist die am meisten gesprochene Sprache der Welt. Sie ist nicht nur die Amtssprache vieler Länder; sondern darüber hinaus beherrschen weltweit unzählige Menschen Englisch als Zweitsprache. Im Berufsleben sind Englischkenntnisse heutzutage fast überall ein Muss, egal ob in Wirtschaft oder Wissenschaft. Und die deutsche Hochschullandschaft passt sich an: Es gibt zunehmend Möglichkeiten, in englischer Sprache zu studieren.

Englisch spielt bei Janine Horn schon länger eine wichtige Rolle. Nach ihrer Ausbildung zur Veranstaltungskauffrau arbeitete sie drei Jahre lang in einem internationalen Unternehmen, wo viele Projekte auf Englisch organisiert wurden. „Ich wollte noch studieren und habe mich für ein englischsprachiges Studium entschieden, weil ich meine Sprachkenntnisse weiter ausbauen wollte“, sagt die 27-Jährige, die im zweiten Semester „International Business Management“ an der Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin studiert. Bewerber müssen sehr gute Englischkenntnisse und Kenntnisse in einer zweiten Fremdsprache nachweisen können.

Alle Veranstaltungen finden in englischer Sprache statt. Egal ob Janine Horn in „Accounting“ die Grundregeln der Finanzbuchhaltung lernt oder in „Human Resources & Organisation“, wie die Personalstruktur von Unternehmen aufgebaut sein kann. „Im ersten Semester musste ich viele Fachvokabeln neu lernen, aber jetzt komme ich gut mit den sprachlichen Anforderungen zurecht“, berichtet sie. Ein Auslandsjahr an einer Partnerhochschule ist Pflicht in dem achtsemestrigen Bachelorstudiengang. Hinzu kommt ein Praxissemester, das ebenfalls im Ausland absolviert werden kann.

Das Ziel der 27-Jährigen: „Nach dem Abschluss würde ich gerne in einem international aufgestellten Unternehmen oder vielleicht sogar im Ausland arbeiten. Ich bin überzeugt, dass mich das Studium darauf gut vorbereitet.“

Angebote in Wirtschafts-, Natur- und Ingenieurwissenschaften

So wie Janine Horn entscheiden sich immer mehr Studierende in Deutschland, ein Studium zu absolvieren, das ganz oder zumindest in Teilen auf Englisch erfolgt. Auch die Zahl dieser Studienangebote steigt kontinuierlich: Im Hochschulkompass sind derzeit rund 185 grundständige und gut 900 weiterführende Studiengänge gelistet, deren Hauptunterrichtssprache Englisch ist (Stand: Februar 2016).

Außer auf sprachwissenschaftliche Fächer wie Anglistik oder Amerikanistik entfällt der Großteil der Angebote auf die Wirtschafts-, Natur- und Ingenieurwissenschaften, darunter „International Business“, „Bioengineering“ oder „Computer Science“.

Mehr Angebote im Master-Bereich

Auch Professor Dr.-Ing. Gerhard Müller, Vizepräsident für Studium und Lehre an der Technischen Universität München (TUM), beobachtet den Trend zu englischsprachigen Studiengängen seit einiger Zeit. „Über die Unterschiede zwischen den Studiengängen sollte man sich jedoch vorher genau informieren“, rät er.

Ein Porträt-Foto von Gerhard Müller

Gerhard Müller

Foto: TUM Fotostelle

Bei den meisten Angeboten im Bachelor-Bereich sei die Hauptunterrichtssprache Deutsch. Bestimmte Anteile allerdings – wie einzelne Module oder Vorträge – würden auf Englisch angeboten. Das ist seiner Ansicht nach auch sinnvoll, sollten im Bachelor doch die inhaltlichen Grundlagen eines Fachs im Mittelpunkt stehen und nicht die Sprache. „Beim Master hingegen gibt es deutlich mehr Studiengänge, die komplett auf Englisch absolviert werden“, sagt Gerhard Müller. Diese wiederum sollen die Studierenden darauf vorbereiten, nach dem Abschluss in einem englischsprachigen Umfeld arbeiten zu können. „Das ist sowohl in Wissenschaft, Wirtschaft als auch Industrie sehr wichtig“, betont er. Als Beispiele nennt er Hochschuldozenten, Forscher, Bauingenieure oder Finanzexperten, die in ihren Berufen oft viel mit Kollegen und Kunden aus anderen Ländern kommunizieren müssten – das geschieht in erster Linie auf Englisch.

Für alle englischsprachigen Studiengänge gilt: Ein oder zwei Auslandssemester sind häufig Pflicht. Darüber hinaus gibt es an verschiedenen Hochschulen die Möglichkeit, einen Doppelabschluss zu erwerben, also sowohl einen Studienabschluss der Heimathochschule als auch einen Abschluss einer Partnerhochschule im Ausland.

Sprachnachweise prüfen

Für viele Abiturienten ist es schwierig einzuschätzen, ob ein englischsprachiges Studium wirklich etwas für sie ist (siehe auch die Checkliste). Gerade über die sprachlichen Anforderungen machen sich viele Gedanken. Gerhard Müller gibt Entwarnung: „Die heutige Generation der Abiturienten hat im Allgemeinen keine Verständnisprobleme. Das Schulenglisch reicht in der Regel aus, um mitzukommen.“ Schließlich erwarte niemand, dass alle Studierenden vom ersten Tag an verhandlungssicher seien. Gerade Fachbegriffe lerne man nach und nach.

Jedoch sei es häufig der Fall, dass Interessierte für die Studienzulassung gute oder sehr gute Englischkenntnisse nachweisen müssten. „Man sollte sich deswegen frühzeitig in den Satzungen des Studiengangs informieren, der einen interessiert, und klären, ob man die Voraussetzungen bereits erfüllt oder dafür noch etwas leisten muss“, empfiehlt Gerhard Müller.

Grundsätzlich findet der Experte die Entwicklung hin zu mehr englischsprachigen Studiengängen gut. Allein an der TUM sei die Zahl der englischsprachigen Master-Studierenden seit dem Wintersemester 2011/12 um mehr als 60 Prozent gestiegen. „In einer globalisierten Welt ist es wichtig, dass die Studierenden sich ohne Probleme in einer fremden Sprache verständigen, Fachliteratur nutzen und ohne Hemmungen auf andere Kulturen zugehen können.“ Deshalb könne ein englischsprachiges Studium auch beim Jobeinstieg helfen, gerade bei international aufgestellten Unternehmen (siehe auch die Personalerstatements).

Weitere Informationen

BERUFENET

Das Netzwerk für Berufe der Bundesagentur für Arbeit mit über 3.000 aktuellen Berufsbeschreibungen in Text und Bild.
www.berufenet.arbeitsagentur.de

studienwahl.de

Infoportal der Bundesländer in Kooperation mit der Bundesagentur für Arbeit. Hier kannst du im „Finder“ nach Studiengängen in ganz Deutschland suchen.
www.studienwahl.de

Hochschulkompass

Das Informationsportal der Hochschulrektorenkonferenz (HRK) unterstützt dich bei der Studienwahl. In der erweiterten Studiengangsuche kannst du bei „Hauptunterrichtssprache“ Englisch auswählen.
www.hochschulkompass.de

Deutscher Akademischer Austauschdienst DAAD

www.daad.de

Datenbank mit internationalen Studienprogrammen in Deutschland:

www.daad.de/deutschland/studienangebote/international-programs/en

abi>> 07.03.2016