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Alles rund ums Urlaubssemester

Idyllischer Blick auf Segelboote auf dem Rursee.
Ein Urlaubssemester ist eine offiziell genehmigte Unterbrechung des Studiums. Die Auszeit kann nötig werden, wenn man zum Beispiel aufgrund einer Krankheit kurzfristig nicht studieren kann oder einfach Zeit braucht, sich (neu) zu orientieren
Foto: Andreas Hermann

Urlaubssemester – FAQ

Alles rund ums Urlaubssemester

Eine offiziell genehmigte Unterbrechung des Studiums wird auch Urlaubssemester genannt. Dieses ist für jene gedacht, die für einen kurzen Zeitraum ihr Studium nicht weiterführen können oder wollen. Katja Barth, Studienberaterin der Beuth Hochschule in Berlin, klärt die wichtigsten Fragen.

Was ist ein Urlaubssemester?

Das ist die Unterbrechung eines Studiums für die Dauer eines halben Jahres. Die Studierenden bleiben währenddessen immatrikuliert, das Urlaubssemester wird aber nicht als Fachsemester angerechnet.

Welche Vorteile bietet ein Urlaubssemester?

Man muss seinen Studienplatz nicht aufgeben. Wenn das eigene Einkommen nicht über einer Beitragsbemessungsgrenze liegt, ist man noch als Studierender krankenversichert. Diese Beitragsbemessungsgrenze ändert sich jährlich.

Wann ist es sinnvoll, ein Urlaubssemester zu beantragen?

Manche Hochschulen schreiben vor, dass das Studium in einer bestimmten Anzahl von Semestern absolviert werden muss. Wird die Regelstudienzeit stark überschritten, können sogar Studiengebühren fällig werden. Auch kann es sein, dass ein Modul nach einer bestimmten Semesterzahl abgeschlossen werden muss. Wenn das eine Vorgabe ist, die Studierende mit dem Folgesemester nicht erreichen, kann ein Urlaubssemester sinnvoll sein. Weitere Gründe können ein Freiwilligendienst, Betreuungsaufgaben oder ein Praktikum sein.

Was ist speziell beim BAföG-Bezug zu beachten?

Erhält ein Studierender BAföG, ist aber über einen längeren Zeitraum nicht studierfähig, sollte er sich beurlauben lassen. Denn wer nach dem dritten Fachsemester im Bachelor nicht die vorgegebene Punktzahl vorweisen kann, bekommt ab dem vierten Fachsemester kein BAföG mehr. Während eines Urlaubssemesters hat der Studierende zwar keinen Anspruch auf BAföG, kann aber in der Zeit Arbeitslosengeld II beantragen.

Was ist beim Antrag auf Urlaubssemester zu beachten?

In der Regel ist ein Urlaubssemester erst ab dem zweiten Semester möglich. Die Fristen für die Beantragung sind hochschulabhängig. Bei einigen Hochschulen müssen Studierende ihr Urlaubssemester im Vorsemester beantragen, bei anderen genügt die Beantragung im laufenden Semester.

Was gehört zum Antrag?

In der Regel muss ein schriftlicher Antrag an die Studienverwaltung gestellt werden. Der Antrag muss auf jeden Fall begründet sein. Eine akute Erkrankung muss durch ein ärztliches Attest nachgewiesen werden, eine Schwangerschaft mit der Kopie des Mutterpasses oder die Betreuung des eigenen Kindes bis zur Vollendung des dritten Lebensjahres durch die Vorlage der Geburtsurkunde. Wer pflegebedürftige Eltern betreut, kann ebenfalls ein ärztliches Attest vorlegen. Wer für einen befristeten Zeitraum eine Vollzeitstelle angenommen hat oder ein freiwilliges Praktikum machen möchte, der kann ebenfalls entsprechende Bescheinigungen oder Verträge vorlegen. Gleiches gilt für einen Studienaufenthalt im Ausland.

Darf ich während eines Urlaubssemesters noch studieren?

Der Besuch von Lehrveranstaltungen ist nur sehr eingeschränkt erlaubt. Erstprüfungen sind in der Regel während eines Urlaubssemester nicht zugelassen, Wiederholungsprüfungen eventuell schon. Bei Zweifeln können die jeweiligen Fakultäten weiterhelfen. Auch zu beachten ist, dass Studierende während eines Urlaubssemesters nicht als Werkstudierende arbeiten dürfen.

Wann muss ich KEIN Urlaubssemester beantragen?

Es lohnt sich immer nachzufragen, ob ein Urlaubssemester tatsächlich nötig ist. Manchmal braucht man kein Urlaubssemester, um etwa ins Ausland zu gehen oder ein freiwilliges Praktikum zu machen. Für diese individuellen Fragen sind Studierendenberatungen die richtige Anlaufstelle.

abi>> 29.10.2018

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