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Spitzensport und Studium unter einen Hut bringen

Ein Blick in das Olympiastadium in Berlin.
20 Stunden pro Woche für Olympia trainieren und nebenbei noch studieren?! Ein Teilzeitstudium ermöglicht es.
Foto: Martin Rehm

Teilzeitstudium im Vollzeitstudiengang

Spitzensport und Studium unter einen Hut bringen

Sportlerin im olympischen Team des Karateverbandes zu sein und gleichzeitig erfolgreich ein Vollzeitstudium zu absolvieren, war für Charlotte Grimm zu viel des Guten. Die 21-Jährige ist daher auf ein Teilzeitstudium umgestiegen und damit sehr zufrieden.

Im Jahr 2016 gelang Charlotte Grimm der große sportliche Erfolg: Sie wurde Karate-Europameisterin. Die 21-Jährige studiert aber auch im zweiten Semester Sportwissenschaften an der Friedrich-Schiller-Universität Jena. „Während meines ersten Semesters wurde ich in das Nationalteam des Deutschen Karateverbandes aufgenommen. Es wurde also immer mehr mit dem Sport“, berichtet sie.

Flexible Einteilung möglich

Ein Porträt-Foto von Charlotte Grimm

Charlotte Grimm

Foto: privat

„Ich habe ziemlich bald gemerkt, dass ich neben dem Studium nicht noch 20 Stunden pro Woche Sport machen kann. Es gab nur zwei Optionen: weniger Karate oder schlechtere Noten.“ Charlotte Grimm hat beim Olympiastützpunkt Rat gesucht: „Meine Beraterin hat daraufhin einen Antrag auf Teilzeitstudium gestellt, der dann auch bewilligt wurde“, erzählt sie. An der Uni Jena ist dieser Ablauf gut erprobt, ist sie doch Partnerhochschule für deutsche Spitzensportler.

Charlotte Grimm passte daraufhin den Aufwand für das Studium an den Karatesport an: „Es wird Semester geben, in denen ich weniger Wettkämpfe und weniger Karatelehrgänge besuche. Dann belege ich so viele Lehrveranstaltungen wie möglich und studiere vielleicht sogar wieder in Vollzeit.“ Ist sie in einem Semester aber viel auf Reisen oder passen die Kurszeiten nicht zu ihren Trainingszeiten, studiert sie reduziert weiter. „Das Gute ist, dass ich dann trotzdem kein Urlaubssemester einlegen muss.“

Gutes Zeitmanagement erforderlich

Nach dem Abitur wollte Charlotte Grimm erst mal etwas anderes machen und entschied sich für ein Jahr im Freiwilligen Wehrdienst. Währenddessen wurde ihr klar, dass sie Sportwissenschaften studieren wollte. Sie bewarb sich und bekam nach der erfolgreichen Eignungsprüfung einen Studienplatz.

„Es war eine gute Entscheidung, Sport zu studieren. So verstehe ich meine Trainingspläne besser und weiß genau, warum ich das mache. Für Sportwissenschaften belegen wir Module in Trainingswissenschaften, Bewegungswissenschaften und Biomechanik“, erzählt sie. Aber auch viel Praxis gehört dazu, Individual- und Mannschaftssport. „Für mich ist es total interessant, auch mal andere Sportarten auszuprobieren, denn bisher habe ich nur Karate gemacht“, erklärt Charlotte Grimm.

Im Moment trainiert sie täglich morgens eine Dreiviertelstunde nach dem Trainingsplan des Karateverbands: „Ich fahre Fahrrad, gehe joggen oder trainiere Stabilisation oder Sprints. Anschließend lerne ich für die Uni und besuche mittags und nachmittags Kurse.“ Der späte Nachmittag ist dann wieder dem Karate gewidmet. Dafür fährt Charlotte Grimm auch mal in andere Städte – überall dorthin, wo sie gute Trainingspartner vorfindet. Am Wochenende hat sie in der Regel entweder Lehrgänge oder Wettkämpfe. Und wenn nicht, bleibt Zeit zum Lernen.

Die Dozenten und Kommilitonen ziehen mit

„Ich habe ein Riesenglück, dass ich an der Uni Jena studieren kann, da sie auf Spitzensportler eingestellt ist. Wenn ich auf Reisen bin, ist es so einfacher für mich, eine Prüfung zu verschieben. Die Dozenten sind sehr nett und stellen mich für einzelne Vorlesungen frei. Oft fragen sie sogar nach, wie ein Wettkampf gelaufen ist.“ Auch sind viele ihrer Kommilitonen Sportler: „Von ihnen bekomme ich sogar Mitschriften von Vorlesungen, wenn ich etwas verpasst habe“, sagt Charlotte Grimm.

Ihr Resümee für die Entscheidung, in Teilzeit zu studieren, ist durchweg positiv: „Ohne das Teilzeitstudium könnte ich nicht im Nationalteam bleiben. Aber mit dem Teilzeitstudium kann ich meinen Leistungssport betreiben und parallel auf einen akademischen Abschluss hinarbeiten.“ Um ihre Bachelorarbeit schreiben zu dürfen, muss sie 180 Creditpoints vorweisen. „Und dann kann ich den Master machen“, blickt sie in ihre Zukunft.

Finanzierungsmöglichkeiten für Spitzensportler im Studium

Sportförderung

Die Sportförderung des Bundes unterstützt Sportverbände und ihre Sportlern finanziell darin, optimale Trainings- und Wettkampfbedingungen zu schaffen. In diesem Rahmen besteht für junge Spitzensportler die Möglichkeit, zur Bundespolizei zu gehen oder sich als Sportsoldat bei der Bundeswehr zu verpflichten, um Sport und Ausbildung/Studium finanziell und organisatorisch miteinander zu verbinden.

www.bmi.bund.de/DE/themen/sport/sportfoerderung/
sportfoerderung-node.html

Deutsche Sporthilfe – Athletenförderung

Die gemeinnützige Stiftung bietet unter anderem studierenden Athleten Stipendien an – gemessen an ihrem Erfolg in der Weltspitze. Der Förderetat 2017 betrug 15,2 Millionen Euro für rund 4.000 Nachwuchs- und Spitzensportler.

www.sporthilfe.de/athletenfoerderung

Stipendienlotse

Datenbank für Stipendien in Deutschland. Suchergebnisse sind nach individuellen Bedingungen filterbar

www.stipendienlotse.de

abi>> 23.10.2018

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