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Gute Planung ist die halbe Miete

Ein junger Mann sitzt am Schreibtisch und schreibt.
Literatur herausgesucht, den Zeitplan im Blick und die eigenen Gedanken zum Thema geordnet – dann steht dem Schreiben der Hausarbeit nichts mehr im Wege.
Foto: Julien Fertl

Wie schreibe ich eine Hausarbeit?

Gute Planung ist die halbe Miete

Mit dem Schreiben von Hausarbeiten kennt sich Vera Katzenberger (24) aus: Neben ihrem Masterstudium der Kommunikationswissenschaft an der Otto-Friedrich-Universität in Bamberg unterstützt sie als Tutorin Studienanfänger beim Verfassen von Hausarbeiten. abi» erzählt sie, wie sie dabei vorgeht.

Bevor ich mit dem Schreiben loslege, verschaffe ich mir zunächst einen Überblick über das Thema. Meistens überlege ich mir dieses bereits während des Semesters. Zum Beispiel wähle ich ein Thema, zu dem ich ein Referat gehalten habe oder eines, auf das ich in den Medien gestoßen bin und das ich spannend fand. So kann ich schon während des Semesters dazu recherchieren. Diese Vorarbeit hat sich bisher bewährt, da ich mich in den Semesterferien dann intensiv mit meiner Hausarbeit beschäftigen kann und mir trotzdem noch Zeit zur Erholung bleibt.

Während meiner Recherche vorab nehme ich mir Übersichtsartikel in Fachbüchern vor, anhand derer ich mich in das Thema einarbeite und die wichtigsten Theorien kennenlerne. Ansonsten nutze ich auch Fachzeitschriften als Informationsquelle, da sie am besten die aktuelle Fachdiskussion dokumentieren und in der Regel wissenschaftlich fundiert sind. Was oft übersehen wird: In den Literaturverzeichnissen unterschiedlicher Publikationen finden sich auch interessante Lektürehinweise.

Die Recherche-Phase

Ein Porträtbild von Vera Katzenberger

Vera Katzenberger

Foto: privat

Sobald ich das Thema mit meinem Dozenten final festgelegt habe, beginnt die eigentliche Recherchearbeit. Zuerst durchforste ich den Online-Katalog der Universitätsbibliothek nach passender Literatur. Ist ein Buch nicht zu finden, kann ich es über die Fernleihe aus anderen Universitäten bestellen. Besonders wichtig ist, wissenschaftliche Quellen zu nutzen. Deshalb versuche ich, mit möglichst wenigen Texten aus dem Internet zu arbeiten. Dies ist ein Unterschied zu den Facharbeiten an Schulen, bei denen das Heranziehen von Internetquellen in der Regel in Ordnung ist. Auch der Seitenumfang schulischer Facharbeiten fällt meist geringer aus als der akademischer Hausarbeiten.

Wenn ich alle Texte gesammelt und kopiert oder eingescannt habe, lese und sortiere ich sie. Hier ist ein gewissenhaftes Vorgehen gefragt. Die wichtigsten Aufsätze oder Buchkapitel fasse ich zusammen. Ich notiere mir zum Beispiel die Forschungsfragen des jeweiligen Textes, die Grundthesen oder – bei empirischen Studien – die methodische Vorgehensweise. Nicht fehlen dürfen bibliografische Angaben, damit ich die Werke schnell wiederfinde.

Schreiben und überarbeiten

Dank dieser Vorarbeit ist das Schreiben selbst oft nicht mehr so aufwendig. Trotzdem muss man sich genügend Zeit zum Schreiben einplanen. Gerade Studienanfänger unterschätzen den Zeitaufwand. Obwohl ich mich bereits während des Semesters mit der Literaturrecherche beschäftigt habe, kommt es häufig vor, dass ich trotzdem fünf bis sechs Wochen in eine Hausarbeit investiere. Was mich immer wieder selbst erstaunt: Oft brauche ich für die Überarbeitung meiner Arbeit genauso lang wie für das Schreiben.

Besonderen Fokus lege ich auf die Gliederung, den Textaufbau und das richtige Zitieren. Ich stimme meine Gliederung zunächst mit meinem Betreuer ab, denn ohne eine durchdachte Gliederung fehlt der sprichwörtliche rote Faden. Jeder Punkt soll immer auch die Forschungsfrage widerspiegeln.

Ebenso wichtig ist der Textaufbau. Meistens gehe ich folgendermaßen vor: Zunächst stelle ich die ausgewählte Theorie vor, bilde den aktuellen Forschungsstand ab und stelle meine eigene Hypothese auf oder nenne meine Forschungsfrage. In einem zweiten Schritt erkläre ich, anhand welcher Methode ich die Forschungsfrage beantworten möchte. Danach werte ich die Daten einer Umfrage aus oder analysiere zum Beispiel eine Politik-Debatte im Fernsehen. Am Schluss ordne ich meine Ergebnisse in die Fachdiskussion ein und schlage vor, mit welchen Forschungsfragen meine Hausarbeit ergänzt werden könnte.

Der verantwortungsvolle Umgang mit Quellen und Zitaten anderer Autoren ist das A und O. Übernimmt man Textpassagen aus fremden Werken, muss man das immer kennzeichnen. Oft hält mich die ordentliche Quellenarbeit bis zum Schluss auf Trab. Alles in allem lässt sich sagen: Das Schreiben einer guten Hausarbeit ist auch Übungssache und gelingt mit jedem Semester immer besser.

abi>> 30.12.2016