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Die Kunst des Schreibens

Eine junge Frau sitzt am Schreibtisch und liest ein Buch.
Hausarbeiten gehören fest zum Studium dazu. Für das Schreiben einer solchen gilt es für Studierende, einige Grundregeln zu beachten.
Foto: Julien Fertl

Wie schreibe ich eine Hausarbeit?

Die Kunst des Schreibens

Das Verfassen einer Haus- oder Seminararbeit ist die perfekte Vorbereitung auf die spätere Bachelor- oder Masterarbeit. Denn für alle gilt: Eine effektive Vorbereitung und Recherche ist ebenso unabdingbar wie die sprachlich und gedanklich schlüssige Ausarbeitung, das korrekte Zitieren und ein gutes Zeitmanagement.

Vor allem in geistes- und sozialwissenschaftlichen Studiengängen spielen Haus- und Seminararbeiten eine große Rolle. „In einigen Studiengängen – etwa Philosophie, Sprach- und Literaturwissenschaften oder den Sozial- und Geschichtswissenschaften – fallen pro Semester oft gleich mehrere Hausarbeiten an“, erklärt Sarah Hostmann, Studienberaterin an der Freien Universität Berlin. Ungeachtet der Fachrichtung gibt es einige allgemeine Kriterien bei der Bewertung, erklärt sie: „Wie lautet die Fragestellung und wurde sich mit dieser schlüssig auseinandergesetzt? Ist ein roter Faden erkennbar? Wie passend und vielfältig ist die Wahl der Literatur? Mit letzterem Kriterium zeigen die Studierenden beispielsweise, dass sie in der Lage sind, eine sachkundige Literaturrecherche zu betreiben.“

Ein Porträtbild von Sarah Hostmann.

Sarah Hostmann

Foto: privat

Dabei ist es wichtig, alle genutzten Quellen zu nennen: „Jeder fremde Gedanke muss belegt werden. Macht man das nicht, handelt es sich um ein Plagiat“, betont die Studienberaterin. Studierende sollten daher am besten bereits bei den Notizen zwischen eigenen Ideen und Zusammenfassungen anderer Texte unterscheiden und aufschreiben, von wem welcher Gedanke stammt. „Auch sollten Schreibende mit direkten Zitaten sparsam umgehen. Manchmal besteht die Gefahr, dass ein Zitat an das nächste gereiht wird“, erklärt Sarah Hostmann. Sie kann Studienanfänger aber beruhigen: „Man lernt mit der Zeit, abwechslungsreich zu schreiben.“

Tipps vom Profi einholen

Neben dem regelmäßigen Austausch mit dem betreuenden Professor oder Dozenten empfiehlt Sarah Hostmann gerade Studienanfängern, Beratungs- und Informationsangebote der Hochschulen und Studentenwerke zu nutzen: „Die meisten Universitäten bieten Kurse zu Themen wie Literaturrecherche, wissenschaftliches Arbeiten, Umgang mit Prüfungsangst und Schreibblockaden an.“ An vielen Hochschulen haben sich zudem Schreibzentren und Schreibakademien etabliert. Neben der individuellen Beratung in Sachen Schreibtraining organisieren diese auch Kurse und Workshops zu unterschiedlichen Themen.

Ein Porträtbild von Dr. Felicitas Söhner.

Dr. Felicitas Söhner

Foto: privat

Für Felicitas Söhner von der Schreibwerkstatt der Universität Stuttgart zeichnet sich eine gute Hausarbeit durch eine klare Textstruktur und eine Sprache ohne umständliche Schachtelsätze aus. Des Weiteren sollte der Inhalt informativ und fachlich fundiert sein: „Ein guter Text bietet mir eine neue Perspektive auf das Thema und kann diese sprachlich klar veranschaulichen“, fasst sie zusammen.

 

Dabei gebe es einige Stolperfallen: Dazu gehören aus ihrer Sicht Füllwörter wie „ja“, „nun“, „wohl“, „aber“ oder „vor allem“ sowie die Häufung sinnverwandter Begriffe wie „natürlich“ oder „selbstverständlich“, die die Argumentation unterstreichen sollen. „Diese werden immer wieder verwendet, doch der Text wirkt dadurch unsauber“, warnt Felicitas Söhner.

Die Zeit im Blick behalten

Außerdem betont sie, dass das Ziehen einer exakten Trennlinie zwischen Fakten samt der gezielt ermittelten Daten und Ergebnissen und der eigenen Interpretation unerlässlich ist. „Der Schreibende muss bekanntes Wissen stets als Quellennachweis im Text angeben, um sich vor Plagiatsvorwürfen zu schützen. Die eigenen Ergebnisse lassen sich gut mit Sätzen wie ‚Wie die Messungen ergaben‘ oder ‚Wie im Versuch beobachtet wurde‘ einleiten und mit ‚Dies lässt den Schluss zu‘ oder ‚Ich konstatiere‘ erläutern“, sagt sie.

Bei all der intensiven Schreibarbeit gilt es, die Zeit im Auge zu behalten und Eventualitäten wie Krankheit oder die späte Lieferung eines Buchs in die Planung einzurechnen. „Denn: Der letzte Tag kommt immer zu früh“, weiß Felicitas Söhner aus Erfahrung.

Weitere Informationen

studienwahl.de

Infoportal der Bundesländer in Kooperation mit der Bundesagentur für Arbeit. Hier kannst du im „Finder“ nach Studiengängen in ganz Deutschland suchen und die Ergebnisse nach deinen Wünschen filtern.
www.studienwahl.de

Hochschulkompass

Informationen über deutsche Hochschulen, deren Studien- und Promotionsmöglichkeiten sowie internationale Kooperationen
www.hochschulkompass.de

Schreibzentren im deutschsprachigen Raum

Die Schreibwerkstatt Stuttgart hat auf ihrer Homepage alle Schreibzentren im deutschsprachigen Raum aufgelistet.
www.schreibwerkstatt.uni-stuttgart.de/wir-ueber-uns/Vernetzung/Schreibzentren_im_deutschsprachigen_Raum.html

abi>> 30.12.2016