Logo Bundesagentur für Arbeit
Logo Bundesagentur für Arbeit
  • Drucken
  • Versenden
  • PDF (Öffnet sich in neuem Fenster)

Kategorien

Stressfrei durchs Studium

Eine Hand bedient den Touchscreen eines Smartphones.
Smartphones sowie soziale Netzwerke sind große Zeitfresser, die einen beim Lernen oftmals ablenken.
Foto: Martin Hirschmann

Interview

Stressfrei durchs Studium

Cordula Nussbaum gilt bundesweit als Expertin in Sachen Zeitmanagement. Die Autorin, Coach sowie Begründerin des „kreativ-chaotischen Selbstmanagements“ gibt Tipps, wie Studierende ihre Zeit optimal einteilen können.

abi>> Frau Nussbaum, ist der Leistungsdruck an Hochschulen im Vergleich zu früher gestiegen?

Cordula Nussbaum: Der Leistungsdruck per se nicht, aber der Druck, wie es beispielsweise nach dem Studium weitergeht, schon. Hinzu kommt, dass „Stress“ in unserer Gesellschaft fast schon ein „Must-have“ ist. Speziell die Deutschen haben die Einstellung „Nur wer ackert, ist wichtig“. Der Druck, der in der Arbeitswelt herrscht, ist mittlerweile auch auf die Welt der Studierenden übergegangen.

abi>> Welche Methoden empfehlen Sie, um mit den hohen Anforderungen umzugehen?

Ein Porträt-Foto von Cordula Nussbaum

Cordula Nussbaum

Foto: privat

Cordula Nussbaum: Je nach Persönlichkeit empfehle ich unterschiedliche Herangehensweisen: Kreative Chaoten lernen anders als analytische Systematiker. Erstere dürfen bei der Zeiteinteilung mehr Freiraum für Spontanes zulassen. Sehr leistungsorientierte Studierende können sich hingegen fragen, was genau sie eigentlich antreibt und wie gesund ihre Arbeitsweise ist. Auch wenn man im Studium unter Stress steht, sollte man alles human angehen und die Messlatte wenn möglich etwas tiefer hängen. Mein Lieblingstipp lautet: Pausen machen! Wenn wir das nicht berücksichtigen, baut unsere Leistungsfähigkeit stark ab. Jeder sollte also Zeit in Pausen investieren, um Zeit zu sparen.

abi>> Wodurch lassen Studierende sich beim Arbeiten ablenken?

Cordula Nussbaum: Smartphones sowie Facebook und Co. sind die größten Zeitfresser. Solche Ablenkungen reißen uns aus der Konzentration. Im Durchschnitt dauert es acht Minuten, bis wir den roten Faden wiedergefunden haben. Studierende sollten sich also auch mal ein bis zwei Stunden ausklinken können oder mit Freunden und Kommilitonen ausmachen, dass sie nachmittags während einer bestimmten Zeit nicht erreichbar sind.

abi>> Wie vermeiden Studierende Stress bei der Vorbereitung auf Prüfungen?

Cordula Nussbaum: Lernen braucht in der Regel mehr Zeit, als wir denken. Es hilft, sich zu überlegen, wann ich welches Kapitel abschließen möchte, damit ich mich auf gesunde Art und ohne Nachtschichten auf eine Prüfung vorbereiten kann. Studierende sollten nicht erst fünf Tage vor der Klausur mit der Vorbereitung anfangen – in der stillen Hoffnung, dass alles klappt. Die Realität sieht meistens anders aus: Es kann zum Beispiel passieren, dass wichtige Bücher ausgeliehen sind oder der Computer Probleme bereitet. Am besten ist es, sich früh genug ein Konzept zu überlegen und sich so gut vorzubereiten, dass man den Tag vor der Prüfung frei hält und höchstens zum Wiederholen des Gelernten nutzt.

abi>> Was raten Sie Studierenden, die auf einen Nebenjob angewiesen sind?

Cordula Nussbaum: Meiner Wahrnehmung nach sind Studierende, die einen Nebenjob haben, oft besser organisiert: Sie sind sich bewusst, dass sie die Zeit, die ihnen für das Studium zur Verfügung steht, auch wirklich nutzen müssen. Allgemein beobachte ich die Tendenz: Je mehr Zeit ich habe, desto eher lasse ich mich hängen.

abi>> Welche Vorteile hat ein gutes Zeitmanagement?

Cordula Nussbaum: Wer sich selbst gut organisiert, kann mehr Freiräume für Menschen und Dinge schaffen, die einem wichtig sind, und somit gelassener durchs Leben gehen.

abi>> 15.07.2016