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Mehr Zeit für ehrenamtliches Engagement

Foto einer alten Taschenuhr
Masterarbeit, Studierendenrat und eigenes Unternehmen: Um all das unter einen Hut zu bekommen, braucht Stephan Reinisch ein gutes Zeitmanagement.
Foto: Meramo Studios

Zeitmanagement im Studium

Mehr Zeit für ehrenamtliches Engagement

Stephan Reinisch hat einen vollen Terminkalender: Zurzeit studiert der 25-Jährige „Erneuerbare Energien Management“ an der Fachhochschule Erfurt, schreibt seine Masterarbeit, engagiert sich im Studierendenrat und ist nebenbei selbstständig tätig. Dank seines guten Zeitmanagements schafft er es, alle Aufgaben zu meistern.

Wie er sich selbst effizient organisiert, lernte Stephan Reinisch vor zwei Jahren in einem Kurs für besseres Zeitmanagement an der Leibniz Universität Hannover. „Früher kam das Studium bei mir deutlich zu kurz: Irgendwann habe ich gemerkt, dass ich mit dem ganzen Stoff kaum noch hinterher kam, weil ich fast jede freie Minute für mein Engagement in der Hochschulpolitik genutzt habe“, erinnert sich Stephan Reinisch. „Ich bin eher ein Morgenmensch und kann abends ab einer bestimmten Uhrzeit nicht mehr gut arbeiten – Nachtschichten kommen für mich daher nicht infrage.“ Vor Klausuren musste er also den Lernstoff der vergangenen Monate in kürzester Zeit aufarbeiten. Das funktionierte allerdings nicht so gut wie erhofft.

Ein Porträt-Foto von Stephan Reinisch

Stephan Reinisch

Foto: privat

Weil er aber nicht auf sein Engagement im Referat für Hochschulpolitik des Studierendenrates verzichten wollte, nahm er während seines Bachelorstudiums „Wirtschaftsingenieur/-in“ an der Leibniz Universität am Kurs „Zeitmanagement und Selbstorganisation“ teil, der dort regelmäßig am Zentrum für Schlüsselkompetenzen angeboten wird. „Der Workshop dauerte insgesamt fünf Tage und wurde von einer externen Dozentin geleitet“, erzählt der Student. Damit die Kursteilnehmer sich besser kennenlernen, sollte sich jeder am Anfang vorstellen und die eigene Problemsituation beschreiben. „Das half uns später dabei, unser Selbstbild mit dem Fremdbild zu vergleichen, das andere von uns hatten.“ Es stellte sich heraus, dass viele Teilnehmer dazu neigten, Aufgaben aufzuschieben und sich zu spät auf Klausuren vorzubereiten. Grund sei oft fehlende Motivation. „Also haben wir gemeinsam überlegt, wie wir unattraktive Aufgaben spannender gestalten können“, sagt Stephan Reinisch. Ein effektiver Trick sei zum Beispiel, sich nach jeder erledigten Aufgabe zu belohnen.

Zeitmanagement ist Selbstmanagement

Ebenfalls im Workshop vermittelt wurde das sogenannte Eisenhower-Prinzip: „Diese Methode fand ich besonders hilfreich. Es geht darum, Aufgaben in vier Kategorien nach Wichtigkeit und Dringlichkeit einzuordnen, damit man leichter entscheiden kann, womit man sich als Erstes beschäftigt und welche Aufgaben man zurückstellen kann.“ Auch die „80/20-Regel“ war Thema des Kurses: Bei dieser Herangehensweise wird abgewogen, welche Teile eines Projektes die höchste Priorität haben und welche Aufgaben man eher als Zeitverschwendung verbuchen kann. So soll man bereits in 20 Prozent der Zeit 80 Prozent der Ergebnisse erzielen.

Eine Aussage habe sich ihm besonders eingeprägt, berichtet Stephan Reinisch: „Zeitmanagement ist vor allem Selbstmanagement – das eine kann man nicht ohne das andere betrachten.“

Die gelernten Methoden wandte er auch in seinem Masterstudium an. „Der Kurs hat mir auf jeden Fall viel gebracht, seither erreiche ich meine Ziele deutlich leichter.“ Inzwischen ist es ihm gelungen, sich neben seinem Studium selbstständig zu machen. „Ein Kommilitone und ich haben ein Unternehmen gegründet, in dem wir Energiekonzepte für verschiedene Kunden entwickeln“, erläutert er. Durch sein optimiertes Zeitmanagement könne er bereits erste Projekte in Angriff nehmen, während er sein Masterstudium abschließt. „Außerdem habe ich mir vorgenommen, für jedes Engagement, das ich neu starte, zwei andere abzulegen.“

abi>> 15.07.2016