Ihre Existenz verdankt die mittlerweile drittgrößte Stadt Niedersachsens, die fast an der niederländischen Grenze liegt, einer Entscheidung Karls des Großen vor mehr als 1.200 Jahren. An einem Knotenpunkt alter Handelsstraßen gründete er einen Bischofssitz und damit die Stadt Osnabrück. Bis 1977 war sie Regierungsbezirk, heute gehört sie zum Bezirk Weser-Ems. Einen bedeutenden Platz in der europäischen Geschichte erhielt Osnabrück 1648 als Verhandlungsort des Westfälischen Friedens. Davon zeugt auch das „Rathaus des Westfälischen Friedens“.
„Osnabrück ist eine junge, lebendige Stadt, die von Studenten geprägt ist. Schließlich haben wir heute fast 20.000 – und das bei 165.000 Einwohnern“, betont Oberbürgermeister Boris Pistorius. Aber auch als Zentrum einer ganzen Wirtschaftsregion hat sich Osnabrück einen Namen gemacht. Immerhin werden in der Region Industriegüter nahezu aller Sparten produziert. Dazu zählen beispielsweise die Kunststoff- oder die chemische Industrie. Mehr als die Hälfte der Arbeitsplätze entfallen jedoch auf die Metall verarbeitende Industrie und die Papierindustrie.
Es gibt vor allem viele mittelständische Unternehmen, die auch gute Praktikums- und Jobmöglichkeiten für die Studierenden der Universität und der Hochschule Osnabrück anbieten. „Osnabrück hat ein breites Angebot an Unternehmen aus dem verarbeitenden Gewerbe, wo immer wieder auch Nebenjobs angeboten werden“, erklärt Tim Frerichs, Berater für akademische Berufe im Team der örtlichen Agentur für Arbeit. „Darüber hinaus sind viele Studierende als Hilfskraft in den Hochschulen tätig. Außerdem sind mehrere große Call-Center in Osnabrück ansässig, die Studierenden Nebenjobs mit flexiblen Arbeitszeiten anbieten.“ Wer Fragen zum Thema Praktikum hat, kann sich etwa die Broschüre „GO!“ holen, die die örtliche Arbeitsagentur zusammen mit Universität und Hochschule herausgibt.
Und auch nach dem Studium bleiben viele Absolventen in der Region. „Im Osnabrücker Land gibt es eine Wirtschaftsstruktur mit einem hohen Bedarf an qualifizierten Arbeitskräften. Daher finden viele Absolventen attraktive Stellenangebote in der Region“, erklärt Tim Frerichs. An Organisationen gibt es die „Deutsche Bundesstiftung Umwelt“ sowie die deutsche Zentrale des internationalen Kinderhilfswerks „terre des hommes“ und die Deutsche Stiftung Friedensforschung.
Einzigartiges Studienangebot
Annika Ries kam aus Aachen nach Osnabrück, weil es den Studiengang „Cognitive Science“ in dieser Form nur an der Uni Osnabrück gibt. „Ich habe mich großartig eingewöhnt und viele nette Menschen aus ganz Deutschland und sogar der ganzen Welt kennengelernt“, erzählt die 21-Jährige, die momentan im zweiten Semester studiert. Die romantische Altstadt mit ihren Gassen und Fachwerkhäusern, der romanische Dom und das imposante Barockschloss tun ihr übriges, damit sich die Menschen in der Stadt wohlfühlen. „Besonders schätze ich, dass ich alles wunderbar mit dem Fahrrad erreichen kann, “ schwärmt Annika Ries, „und das schneller als mit Auto oder Bus!“
Osnabrück ist auch grün: Etwa zwei Drittel des Stadtgebietes sind unbebaut. Es gibt Wälder, Ackerflächen und Grünland, Wasser und Parks, Kleingartenanlagen und Sportplätze. Erholung in der Natur ist jederzeit möglich. Und wer etwas weiter von der Stadt wegwill, ist in einer knappen Stunde im Teutoburger Wald, der etwa Klettermöglichkeiten am Fels bietet.
Wohnungssuche
Der Wohnungsmarkt in Osnabrück ist relativ entspannt. Als erste Adresse empfiehlt sich die Wohnraumvermittlung im Studentenwerk. Der Internet-Wohnungsmarkt des AStA (Allgemeiner Studierenden Ausschuss), schwarze Bretter in den Fachbereichen und Fakultäten, in Mensen oder Bibliotheken sowie der Anzeigenteil der Neuen Osnabrücker Zeitung helfen ebenfalls weiter. „Wohnungsprobleme gibt es hier nicht. Auch nicht aufgrund der doppelten Abiturjahrgänge“, erklärt Oberbürgermeister Boris Pistorius.
Und wer seine beruflichen Chancen nach dem Studium klären möchte oder Probleme im Studium bekommt, kann sich an Tim Frerichs wenden: „Die Agentur für Arbeit Osnabrück kooperiert mit der Zentralen Studienberatung der Hochschulen. Ich biete etwa wöchentlich eine Sprechzeit an, in der die Studierenden mit mir ihre persönlichen Anliegen klären können.“
Der Hochschulstandort Osnabrück
Einwohner: circa 164.000
Studierende: 18.500
Hochschulen: Universität Osnabrück, Hochschule Osnabrück
Studiengebühren: 700 Euro
Miete: Im Wohnheim zwischen 139 und 536 Euro, privat bekommt man eine Zwei-Zimmer-Wohnung in Innenstadtlage für etwa 450 Euro





