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Forschen und Netzwerken in den USA

Mann in Kittel sieht durch Lichtmikroskop.
Ein Forschungspraktikum bietet beispielsweise die Möglichkeit, das eigene Forschungsgebiet im Ausland noch intensiver kennenzulernen.
Foto: Martin Rehm

Praktikum im Studium

Forschen und Netzwerken in den USA

Für sein Forschungspraktikum reiste Jascha Manschwetus (26) zum ersten Mal in die USA. Sechs Wochen verbrachte der Masterstudent der Biologie an der amerikanischen University of Georgia in Athens, um dort seine Forschungen in der Biomedizin zu vertiefen.

In der Studienordnung der Universität Kassel ist für Biologie ein sechswöchiges Pflichtpraktikum vorgeschrieben. „Aber es war egal, wo wir es absolvieren“, schildert der 26-Jährige. Die Chance, für ein Forschungspraktikum in den US-Bundesstaat Georgia zu reisen, ergab sich über seine Bachelorarbeit.

„Für diese habe ich mich mit chemisch modifizierten Peptiden auseinandergesetzt, also mit organischen Verbindungen. Diese könnten zukünftig gegen Krebs und Malaria eingesetzt werden“, fasst der Masterstudierende zusammen. „Um das Thema näher zu erforschen, beteiligte ich mich während meiner Bachelorarbeit an einem Kooperationsprojekt, an dem neben Biologen der Universität Kassel auch Mitarbeitende der University of Georgia beteiligt waren. Wenige Monate später konnte ich das Projekt bei einer Tagung mit internationalen Kooperationspartnern vorstellen und kam dort mit einer Professorin aus Athens ins Gespräch.“ Diese bot ihm an, in der Abteilung Pharmazie und Biomedizin der University of Georgia ein Praktikum zu absolvieren. „Ich habe bisher immer positive Eindrücke von Freunden über Auslandsaufenthalte gehört, also sagte ich zu“, berichtet Jascha Manschwetus.

Finanzierung mit Risiko

Ein Porträt-Foto von Jascha Manschwetus

Jascha Manschwetus

Foto: privat

Da die Forscher der amerikanischen Universität ihn bereits kannten, lief der Bewerbungsprozess recht unkompliziert ab. Aufwändiger war hingegen die Vorbereitung auf seinen Auslandsaufenthalt. „Ich musste zum Beispiel einen Reisepass und eine Kreditkarte beantragen und mich über die Einreisegenehmigung informieren“, erinnert er sich. Vor allem die Finanzierung bereitete ihm Sorgen: „Ich habe BAföG erhalten und nebenbei als Hilfswissenschaftler an der Uni Kassel gearbeitet, aber ich wusste, dass ich meinen Aufenthalt in den USA damit nicht finanzieren konnte“, schildert der Studierende.

Trotzdem wollte er deswegen nicht das Praktikum absagen und bewarb sich um ein Stipendium, das die Uni Kassel regelmäßig ausschreibt. „Allerdings lief die Bewerbungsfrist hierfür erst ab, als ich schon auf dem Weg in die USA war – ich ging also ein Risiko ein.“ Er hatte Erfolg und erhielt die Zusage: „Damit ist mir eine große Last von den Schultern gefallen.“ Was die Unterkunft betraf, hatte Jascha Manschwetus ebenfalls Glück: Eine Professorin der pharmazeutisch-biomedizinischen Abteilung hatte ein freies Zimmer, in dem er wohnen durfte. „An das Klima musste ich mich allerdings erst gewöhnen – die Luftfeuchtigkeit in Georgia ist im Sommer sehr hoch“, erzählt der 26-Jährige.

Beruflich und persönlich bereichert

Die Zeit in den USA war für ihn eine wertvolle Erfahrung: „Ich habe sehr viel gelernt – unter anderem habe ich zwei für mich neue Methoden angewandt, um Peptide zu reinigen und zu verifizieren – zum Beispiel durfte ich mit einem Massenspektrometer arbeiten, einem speziellen Messgerät“, schildert Jascha Manschwetus. „Außerdem habe ich nicht nur neue Freunde gefunden, sondern auch mein Netzwerk in meinem Fachgebiet erweitert. Mir wurde sogar angeboten, in der pharmazeutisch-biomedizinischen Abteilung der Uni Georgia zu promovieren.“

Aber nicht nur wegen seiner Forschungen hat sich das Praktikum gelohnt: Auch persönlich hat sich der 26-Jährige weiterentwickelt. So ist er selbstständiger geworden und konnte seine Englischsprachkenntnisse verbessern. „Viele Menschen sagen zwar, sechs Wochen seien zu kurz für ein Praktikum im Ausland, aber mir hat es wirklich viel gebracht.“

Wie es nach dem Studium weitergeht, „kann ich schwer sagen – erst einmal möchte ich meine Masterarbeit schreiben. Allerdings hat mir die biochemische Abteilung der Uni Kassel bereits eine Stelle angeboten, dann könnte ich auch für eine gewisse Zeit wieder im Labor in den USA arbeiten“, freut sich der Studierende.

Forschen mit Stipendium

Bachelorstudierende der Natur- oder Ingenieurswissenschaften, die ebenfalls ein Forschungspraktikum im Ausland absolvieren möchten, können sich beim Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) um ein Stipendium bewerben. Mit dem Programm „RISE Weltweit – Research Internships in Science and Engineering“ fördert der DAAD den internationalen Austausch in diesen Studiengängen.

abi>> 31.01.2017