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Hilfe beim Neustart

Ein Abiturient laesst sich in der Arbeitsagentur zur Studienwahl beraten.
Ein Beratungsgespräch kann bei der Suche nach dem passenden Studiengang helfen.
Foto: Martina Striegl

Studienum- und -ausstieg: Beratungsprotokoll

Hilfe beim Neustart

Schon lange stand für Maria Eidinger* fest: Ich werde Medizin studieren. Doch mittlerweile ist sie im zweiten Semester – und unglücklich. Mehr kann sie aber noch nicht sagen, eine wirkliche Alternative zu diesem Studium hat sie bisher nicht. Studienberater Stefan Hatz von der Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald hilft ihr weiter.

„Maria geht es wie vielen anderen jungen Menschen auch: Sie hat sich für eines der beliebten Studienfächer wie Medizin, BWL oder Germanistik entschieden. Oft ist das auch eine Vernunftentscheidung. Vielleicht findet man zum Beispiel asiatische Kulturen faszinierend, glaubt aber nicht, dass man damit Geld verdienen kann – und fängt dann mit Betriebswirtschaftslehre an.

Ich frage Maria zunächst, warum sie so unzufrieden ist. Praktika hat sie schon einige gemacht; die Arbeit mit Patienten findet sie weiterhin spannend. Und trotzdem sei der Job in der Praxis doch nicht so, wie sie sich das vorgestellt hatte. Vor allem aber hat sie auf das viele Pauken im Studium keine Lust mehr. Das interessiere sie schlichtweg nicht, sagt sie.

In der Schule war das Lernen bei ihr nie ein Problem, sie hatte immer hervorragende Noten. Sie stellt fest: ‚Irgendwie hieß es immer: Wer gute Noten hat, studiert Jura oder Medizin. Auch meine Eltern haben ähnlich gedacht.‘ Was im Medizinstudium aber inhaltlich konkret auf sie zukommen wird, darüber hatte sich Maria im Vorfeld nicht gründlich informiert.

Über die Interessen auf Alternativen stoßen

Wir versuchen nun herauszufinden, was eine Alternative für sie wäre. Das Studium an sich gefällt ihr, sagt sie. An der Universität möchte sie bleiben, daran hat sie keinen Zweifel. Nur die Fachrichtung ist noch ziemlich offen. Ob es Teile des Medizinstudiums gibt, die ihr gefallen? Nein, eigentlich interessierten sie schon in der Schule die Naturwissenschaften nicht.

Ich frage sie: ‚Wenn ich die gute Fee wäre und Sie einen Wunsch frei hätten, was würden Sie sich dann für einen Beruf wünschen? Denken Sie mal nicht ans Geld, sondern hören auf Ihr Herz.‘ Sie erzählt, dass sie schon immer gerne viel gelesen hat und ihre Lieblingsfächer in der Schule Deutsch, die Fremdsprachen und Geschichte waren. Außerdem möchte sie nicht alleine arbeiten, sondern viel Kontakt zu anderen Menschen haben.

Tests helfen bei der Selbsteinschätzung

Das ist zwar schon ein erster wichtiger Schritt – damit sie ihrem Ziel aber noch näher kommt, rate ich ihr, Online-Interessenstests zu machen, zum Beispiel beim Hochschul-Kompass. Um sich näher an bestimmte Berufsfelder heranzutasten, schlage ich ihr außerdem die Recherche im BERUFENET vor und zeige ihr auch die Rubrik „Ich will etwas machen mit…“ bei abi.de. Ich persönlich finde darüber hinaus das Online-Beratungstool der Ruhr-Universität Bochum spannend, das Menschen in Marias Situation weiterhelfen kann. (siehe auch „Zuerst der Test, dann die Entscheidung“)
Maria möchte sich das alles erst einmal in Ruhe zu Hause anschauen. Wir vereinbaren einen Folgetermin, damit wir in einer weiteren Beratung ihre Test- und Rechercheergebnisse besprechen und die nächsten Schritte klären können.“

* fiktives Beispiel

abi>> 27.02.2017