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Eine Ausbildung als Alternative

Buchstaben bilden das Wort "Studium"
Ein Studium ist nicht für jeden der Weg zum Glück.
Foto: Tim Wraneschitz

Studienum- und -ausstieg

Eine Ausbildung als Alternative

Ein Studium muss nicht für jeden der richtige Weg sein. So hat Felix Zippel (25) selbst nach einem Fach- und Hochschulwechsel gemerkt, dass eine Ausbildung besser zu ihm passt.

Nach dem Abitur war für Felix Zippel klar: „Ich werde studieren.“ Deswegen begann er ein Bachelorstudium in Maschinenbau an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg. Schon bald merkte er aber, dass ein anderes Fachgebiet ihm mehr liegen würde und wechselte nach zwei Semestern für ein Informatikstudium an die Fachhochschule Würzburg.

Mittlerweile hat der 25-Jährige allerdings auch das abgebrochen. „Mir hat das Informatikstudium Spaß gemacht, der Fächerwechsel war deshalb durchaus richtig“, erklärt Felix Zippel. „Doch mir fehlte der Praxisbezug – es war mir weiterhin zu viel Theorie.“ Das hatte ihn auch schon beim Maschinenbaustudium gestört, weswegen er von der Uni an eine Fachhochschule gewechselt war. „Das war zwar praxisbezogener, reichte mir aber letztendlich nicht aus.“

Erleichterung nach der Entscheidung

Ein Porträt-Foto von Felix Zippel

Felix Zippel

Foto: privat

Deswegen beendete er sein Studium vollends. „Ich bin damals in ein kleines Loch gefallen“, erinnert sich Felix Zippel. Immerhin hatte er im Informatikstudium schon mehr als vier Semester studiert. „Ich hätte nicht mehr so lange bis zum Abschluss gebraucht. Gleichzeitig war ich aber sehr erleichtert, als ich mich entschlossen hatte, das Studium hinter mir zu lassen.“ Schließlich fühlte er sich dort schon lange nicht mehr wohl.

Sein Berufswunsch aber blieb unverändert, deswegen informierte Felix Zippel sich zunächst im Internet, welche Ausbildungen es im Informatikbereich gibt. Dann ging er zur Agentur für Arbeit und ließ sich über den Wechsel von der Hochschule in eine Ausbildung beraten. Dabei merkte er auch, dass ihm sein Studium mal mehr, mal weniger auf eine Ausbildung angerechnet werden würde. „Ich habe mich auf einige Ausbildungsplätze im IT-Bereich beworben und in einigen Betrieben hätte ich die vollen drei Jahre absolvieren müssen“, erzählt der 25-Jährige.

Als Studienabbrecher die Ausbildung verkürzen

Nicht so bei seinem jetzigen Ausbildungsbetrieb: Felix Zippel wurde beim IT-Systemhaus der Bundesagentur für Arbeit (BA) angenommen und begann im September 2015 seine Ausbildung zum Fachinformatiker für Anwendungsentwicklung. Als operativer Dienstleister der BA betreibt das IT-Systemhaus in Nürnberg eine der größten IT-Landschaften Deutschlands. „Das IT-Systemhaus hat ein Programm, in dem Studienabbrecher ihre Ausbildung um ein Jahr verkürzen können. Das gilt auch für mich.“ Weil er außerdem gute Leistungen erbrachte, durfte er um ein weiteres halbes Jahr verkürzen, so dass er nach nur eineinhalb Jahren seine Abschlussprüfungen ablegte.

„Rückblickend würde ich es andersherum machen: erst die Ausbildung, dann das Studium“, sagt der 25-Jährige. „Die Ausbildung war für mich genau das Richtige.“ Sie verlief so praxisbezogen wie er sich das gewünscht hatte. Außerdem war er finanziell unabhängig. Während des Studiums hatten ihn noch seine Eltern unterstützt und er musste nebenbei jobben.

Nach dem Ausbildungsabschluss möchte Felix Zippel erst einmal in seinem Beruf arbeiten. „Ich werde auf der Karriereleiter wahrscheinlich nicht so weit aufsteigen können wie mit einem abgeschlossenen Studium. Aber das ist mir nicht so wichtig.“ Ihn reizt jetzt vielmehr, dass er fest übernommen wird. „Ich möchte etwas Geld sparen – und vielleicht werde ich doch noch mein Studium abschließen.“ Und selbst wenn er das nicht machen sollte, ist er zufrieden: „Nicht jeder muss studieren, eine Ausbildung ist aus meiner Sicht eine gute Alternative.“ Mit dieser sind später auch ein berufsbegleitendes Studium oder eine Weiterbildung möglich, zum Beispiel in IT-Sicherheit und Datenschutz.

abi>> 21.02.2017