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Drei Ausbildungsorte, ein Studium

Zoll-Wappen auf dem Ärmel eines Hemdes.
Die Tätigkeiten des Zolls erstrecken sich von polizeilichen Arbeiten bis hin zu Aufgaben im Verwaltungsbereich.
Foto: Martin Rehm

Studieren beim Zoll

Drei Ausbildungsorte, ein Studium

Der öffentliche Dienst braucht kluge Köpfe, die sich mit IT-Lösungen in der Verwaltung bestens auskennen. Bundesbehörden wie der Zoll entsenden dafür Beamtenanwärter wie Falk Clemens Richter (23) an die Hochschule des Bundes für öffentliche Verwaltung und lassen sie im dualen Studiengang Verwaltungsinformatik ausbilden.

„I ch wollte gern dual studieren, um nach meiner bereits abgeschlossenen Ausbildung zum Fachinformatiker auch im Studium weiter praktisch tätig sein zu können“, erzählt Falk Clemens Richter. Mit IT kann er sich nun auch weiter beschäftigen. Mittlerweile absolviert er den ersten Teil seines Hauptstudiums an der Hochschule des Bundes in Münster, das ihn auf den gehobenen nichttechnischen Verwaltungsinformatikdienst vorbereitet. „Ich finde es spannend, öffentliche Verwaltung mitzugestalten. Als Bürger hat man immer nur den Blick von außen, aber wir lernen, wie es innen funktioniert, “ sagt der angehende Diplom-Verwaltungswirt, der sich im Studium vorrangig mit Informationstechnik beschäftigt, aber auch Kurse in Verwaltungsmanagement und Allgemeiner Verwaltungslehre belegt.

Studienphasen und Praktika in der Einstellungsbehörde

Ein Porträt-Foto von Falk-Clemens Richter

Falk Clemens Richter

Foto: Herr Geiseler

Das duale Studium Verwaltungsinformatik beginnt jährlich am 1. August und dauert sechs Semester. Theoretische Studienphasen wechseln sich dabei mit praktischer Arbeit ab. Gemeinsam mit seinen Kommilitonen hat Falk Clemens Richter zunächst das sechsmonatige Grundstudium absolviert. Dieses erste Halbjahr hat er an der Hochschule des Bundes für öffentliche Verwaltung in Brühl verbracht. In der abschließenden Zwischenprüfung stellte er sein erworbenes Wissen in Recht, Wirtschaft, Informatik und Mathematik unter Beweis.

Insgesamt stehen in der Ausbildung zwölf Monate Praktikum an, die an unterschiedlichen Einsatzstellen stattfinden. Zunächst absolvierte Falk Clemens Richter ein Verwaltungspraktikum im Personalbereich. In der ersten Praxisphase IT hospitierte er jeweils ein paar Wochen lang bei Zoll-Dienststellen in Münster, Dresden und Hamburg. In Münster hat er bei der IT-Sicherheitskoordination des Zolls mitgearbeitet, in Dresden bei der Konzeption und Redaktion des Intranets für die Zollverwaltung geholfen und in Hamburg im Team ein Tool programmiert, das der Zoll nun für die Stellenplanung 2017 benutzt.

Aktuell befindet er sich im ersten von drei Abschnitten des Hauptstudiums, in dem er mehrere Modulprüfungen ablegen muss. Zu Beginn des Hauptstudiums wechseln die Studierenden an den Hochschulstandort Münster. Neben Theorieblöcken an der Hochschule stehen hier auch Praktikumsphasen auf dem Programm, die er erneut bei unterschiedlichen Einsatzstellen verbringen wird. Ist das geschafft, wird er eine Diplomarbeit verfassen und damit seinen Abschluss erreichen.

Beamtenanwärter bekommen ein Gehalt

Neben dem Zoll bieten auch andere Bundesbehörden ein duales Studium an. „Auf vit-bund.de findet man eine Liste der Einstellungsbehörden, bei denen man sich für das nächste Jahr bewerben kann“, erläutert Falk Clemens Richter. Auf seine Bewerbung folgten ein schriftliches und ein mündliches Auswahlverfahren, bevor er als Beamtenanwärter vereidigt wurde. Als solcher bekommt er schon während des Studiums ein entsprechendes Gehalt.

Um Verwaltungsinformatik beim Bund studieren zu können, ist die allgemeine, die Fachhochschulreife oder ein vergleichbarer Abschluss nötig. Für die Vereidigung als Beamter gelten außerdem die Voraussetzungen aus Paragraf sieben des Bundesbeamtengesetzes: Die Anwärter müssen beispielsweise bereit sein, jederzeit für die freiheitliche demokratische Grundordnung im Sinne des Grundgesetzes einzutreten. „Man sollte gute Noten in Mathe haben und sich für IT begeistern“, findet Falk Clemens Richter. „Wichtig sind außerdem Leistungsbereitschaft, Flexibilität und vor allem Teamfähigkeit, weil die meisten Projekte gemeinsam erarbeitet werden.“

Gute Übernahmechancen

Wenn Falk Clemens Richter sein Studium zum Diplom-Verwaltungswirt beendet hat, hat er sehr gute Chancen, vom Zoll übernommen zu werden: „Konzeptionell zu arbeiten, wie im Praktikum, hat mir großen Spaß gemacht. Ich habe noch in keinem Bereich gearbeitet, den ich mir für später nicht vorstellen könnte. Ich lasse mich einfach überraschen, was kommt“, fasst er zusammen.

abi>> 14.10.2016