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Neue Themen und Epochen

Mann in einem Archiv hält eine alte Urkunde in seinen Händen.
Im gehobenen Archivdienst haben die Beamten mit den verschiedensten Arten von Akten und Dokumenten zu tun.
Foto: Maria Bayer

Gehobener Archivdienst

Neue Themen und Epochen

Karina Jaeger (22) wird Beamtin im gehobenen Archivdienst. Im Hessischen Hauptstaatsarchiv in Wiesbaden lernt sie alles, was für die Arbeit mit Akten und anderen Dokumenten wichtig ist.

Karten, Pläne, Fotos, Videos, Kassetten – in einem Archiv sammelt sich eine Menge Material an. Da braucht es Menschen, die Ordnung in die Sammlung bringen und den Überblick behalten. Eine davon ist Karina Jaeger. Nach Abitur und Praktikum im Stadtarchiv Siegen bewarb sie sich beim Hessischen Hauptstaatsarchiv. Im Vorstellungsgespräch setzte sie sich gegen rund 300 Mitbewerber durch und erhielt einen der drei freien Ausbildungsplätze. Zu den Voraussetzungen gehören neben dem Abitur Latein- und/oder Französischkenntnisse sowie geschichtliches Interesse. Praktika sind sinnvoll. „Einige meiner Kommilitonen haben schon ein Geschichtsstudium oder eine Ausbildung zum Fachangestellten für Medien- und Informationsdienste absolviert“, berichtet die 22-Jährige.

Das Bild zeigt Karina Jaeger.

Karina Jaeger

Foto: Privat

Ihr dreijähriges duales Studium begann an der Hessischen Hochschule für Polizei und Verwaltung, wo Karina Jaeger sich juristisches Wissen aneignete, zum Beispiel öffentliches Recht und Verwaltungsrecht, und weitere Fächer wie etwa Politologie belegte. „Anschließend habe ich verschiedene Bereiche im Staatsarchiv Hessen in Wiesbaden durchlaufen.“ Sie begleitete Kollegen, die zum Beispiel für bestimmte Ministerien oder andere Organisationen zuständig sind, und übernahm erste eigene Aufgaben. „Ich habe unter anderem den Bestand eines Forstamtes verzeichnet. Das heißt: Ich schaute in die Akten, erfasste mithilfe eines Archivprogramms den Inhalt und ordnete sie ins Magazin ein, sodass man sie bei Bedarf schnell wiederfindet.“ Viele der Akten liegen heutzutage in digitaler Form vor, aber es gibt auch noch genügend Unterlagen, die elektronisch erfasst werden müssen.

„Des Weiteren war ich für Anfragen zuständig. Ins Archiv kommen zum Beispiel Studierende, die sich mit einem bestimmten Thema beschäftigen, oder Familienforscher“, erzählt Karina Jaeger weiter. Außerdem führte sie Besuchergruppen, zum Beispiel Schulklassen, durch die Räumlichkeiten.

Von Wappenkunde bis zu IT-Themen

Derzeit durchläuft Karina Jaeger die theoretische Ausbildung an der Archivschule Marburg, wo sie zum Beispiel lateinische Urkunden übersetzt oder in französischen Akten diplomatische Beziehungen analysiert. Schriftenkunde, wie Sütterlin oder mittelalterliche Schriften, Wappen- und Siegelkunde sowie Landesgeschichte stehen auf dem Lehrplan. Und auch mit IT-Themen beschäftigen sich die Studierenden: „Wir lernen, wie man Programmiersprachen liest und mit elektronischen Akten umgeht.“ Rund zwei Drittel ihrer Arbeitszeit im Archiv verbringt Karina Jaeger schließlich vor dem Computer. Allein im stillen Kämmerlein sitzt sie dabei keinesfalls: Wer im Archivdienst arbeitet, hat viel mit Menschen zu tun, zum Beispiel in der Öffentlichkeitsarbeit oder der Kooperation mit anderen Institutionen.

„Mir gefällt an der Archivarbeit besonders, dass man sich ständig mit unterschiedlichen Themen und Epochen beschäftigt – man lernt immer wieder Neues dazu. Heute kann es um den Landeshaushalt gehen, morgen um ein Atomkraftwerk“, resümiert die Studentin. In einem Staatsarchiv ist es möglich, sich auf einen Themenbereich zu spezialisieren, in einem kleinen Archiv ist man eher der Allrounder, der sich mit allem auskennen muss. „Ich möchte nach meinem Diplomabschluss in einem größeren Archiv arbeiten, weil ich gern Teil eines Teams bin“, sagt Karina Jaeger. Bewerben kann sie sich später in ganz Deutschland etwa bei Staats- und Landesarchiven.

abi>> 27.07.2015