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Jura als Arbeitsgrundlage

Man sieht ein Gesetzesbuch
Wer im Sozialversicherungswesen arbeitet, muss sich gut mit Recht und Gesetz auskennen.
Foto: Martin Rehm

Sozialversicherung

Jura als Arbeitsgrundlage

Tobias Groneberg (22) absolviert das duale Studium Sozialversicherung an der Hochschule des Bundes und arbeitet bei der Deutschen Rentenversicherung Bund in Berlin.

Nach dem Abitur machte Tobias Groneberg erst einmal ein Freiwilliges Soziales Jahr und arbeitete dabei unter anderem in der Verwaltung. Weil ihm das so gut gefiel, schaute er sich nach einem passenden Studium um. Über einen Aufruf der Deutschen Rentenversicherung Bund wurde er auf das duale Studium für den gehobenen nichttechnischen Dienst aufmerksam. „Weil der Fachbereich Sozialversicherung der HS Bund und der Arbeitgeber in Berlin ansässig sind und ich gern in der Hauptstadt leben wollte, bewarb ich mich bei der Behörde und wurde angenommen“, erinnert sich der 22-Jährige.

Das Auswahlverfahren hatte es in sich: Zunächst musste der Bewerber in den Fächern Deutsch, Mathe, einer Fremdsprache und einer Gesellschaftswissenschaft mindestens die Note befriedigend vorweisen. Anschließend ging es zu einem Auswahltest, bei dem er Mathe- und Textaufgaben lösen musste. Am Ende durchlief er einen Tag lang Gruppen- und Einzelgespräche, bevor er die Zusage bekam. „Heutzutage findet ein Teil des Auswahlverfahrens online statt“, weiß der Student.

Anfrage der Versicherten bearbeiten

Man sieht Tobias Groneberg

Tobias Groneberg

Foto: Privat

Das duale Studium ist ein Wechsel aus Theorie- und Praxisanteilen. Der Schwerpunkt der Vorlesungen und Seminare an der FH liegt auf juristischen Fächern wie Rentenrecht, Versicherungs- und Beitragsrecht, Staatsrecht oder Verwaltungsrecht. Des Weiteren besucht Tobias Groneberg Veranstaltungen zu betriebs- und volkswirtschaftlichen Themen sowie sozialwissenschaftliche Fächer, bei denen es zum Beispiel um Führung und Motivation geht. „Das Schöne ist: Was wir in einem Theorieblock gelernt haben, können wir in der Praxis direkt anwenden“, sagt der angehende Sozialrechtler. Er freut sich, dass er von Anfang an selbstständig Akten bearbeiten und Fragen der Versicherten beantworten durfte.

Tobias Groneberg hat bereits in der Inlandsabteilung gearbeitet, die deutsche Versicherte in Deutschland betreut, sowie in der Auslandsabteilung, die sich unter anderem um deutsche Versicherte in Ungarn sowie ungarische Versicherte in der Bundesrepublik kümmert. „Wir Studierende haben hier ein eigenes Team inklusive Teamleiter gebildet und waren für die Organisation der Arbeit selbst verantwortlich – das war eine spannende Zeit“, erzählt Tobias Groneberg.

Zwei Praktika führten ihn intern zur Abteilungsleitung, wo er sich mit Qualitätsmanagement beschäftigte, und extern ans Landessozialgericht Berlin, wo er bei einem Richter für Rentenangelegenheiten tätig war.

Stelle als Sachbearbeiter in Aussicht

„Die vielfältigen Aufgaben bei der Deutschen Rentenversicherung gefallen mir so gut, dass ich hier gern nach meinem Bachelorabschluss weiterarbeiten möchte. Jura ist zwar die Grundlage unserer Arbeit, aber wir haben bei vielen Fällen Spielraum, in welche Richtung wir uns entscheiden wollen.“ Eine Stelle als Sachbearbeiter steht bereits in Aussicht. Alternativ könnte er auch ein Masterstudium beginnen, doch er ist sich sicher: „Ich möchte erst einmal Berufserfahrung sammeln.“

Während seines Studiums ist Tobias Groneberg kein Beamter auf Widerruf, sondern Angestellter. Später wird er mit diesem Status auch bei der Behörde arbeiten. Mit seinem Studienabschluss könnte er ebenfalls in andere öffentliche Verwaltungen beim Bund, bei den Ländern oder den Kommunen einsteigen, ebenso bei einer Krankenkasse. „Ich finde es aber schön, die Rentenversicherten zu betreuen und selber Verantwortung zu übernehmen. Nicht zuletzt ist eine Behörde ein sicherer Arbeitsplatz, der viele Themenfelder und ein attraktives Gehalt bietet. Ich würde mich deshalb immer wieder für diesen Weg entscheiden.“

abi>> 27.07.2015