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Im Hafen und an der Hochschule

Zollwappen am Oberarm einer Uniform
Um im gehobenen Dienst beim Zoll zu arbeiten, muss ein duales Studium an der Hochschule des Bundes für öffentliche Verwatlung absolviert werden.
Foto: Martin Rehm

Zolldienst des Bundes

Im Hafen und an der Hochschule

Benjamin Platz (20) absolviert den dualen Diplomstudiengang „Gehobener nichttechnischer Zolldienst des Bundes“ an der Hochschule des Bundes für öffentliche Verwaltung. Seine Praxisphasen verbringt er beim Hauptzollamt Hamburg.

Mit einer maritimen Kontrolleinheit von einem Zollboot aus die Kaimauer hochklettern, um auf der Brücke und im Maschinenraum eines Containerschiffes nach versteckten Waren zu suchen – während seiner Praxisphasen macht Benjamin Platz bereits einschlägige Erfahrungen. „Im Hamburger Hafen durfte ich nach einer Einarbeitung auch Zollanmeldungen annehmen und selbstständig bearbeiten. Der Ausbilder hat nur noch abschließend mein Ergebnis kontrolliert“, berichtet der 20-Jährige. Er ist derzeit im dritten und somit letzten Ausbildungsjahr beim Hauptzollamt Hamburg.

Verschiedene Rechtsgebiete studieren

Ein Porträt-Foto von Benjamin Platz

Benjamin Platz

Foto: privat

Die Studienabschnitte absolviert er am Bildungs- und Wissenschaftszentrum (BWZ) in Münster, das zur Hochschule des Bundes gehört: „Zunächst lernen wir im sechsmonatigen Grundstudium die rechtlichen Grundlagen sowie entsprechende Arbeitsweisen. Nach einer Zwischenprüfung beginnt dann das Hauptstudium, das drei weitere Abschnitte umfasst.“

Ein breites Spektrum an Fächern bereitet dabei auf die vielfältigen möglichen Aufgabenbereiche beim Zoll vor. „Zum einen natürlich das Allgemeine Zollrecht, das die rechtliche Grundlage für die Ein- und Ausfuhr von Waren in die Europäische Union bildet“, erklärt der duale Student. „Das Verbrauchssteuerrecht wiederum beschäftigt sich mit der Besteuerung von beispielsweise Alkohol oder Tabak, und das Recht der sozialen Sicherung dient der Bekämpfung von Schwarzarbeit. Ein weiterer großer Fachbereich ist die Betriebswirtschaftslehre.“ Zwischen den Studienabschnitten wird Benjamin Platz an verschiedenen Dienststellen in Hamburg eingesetzt. „Dort bin ich in der Regel zwischen zwei und acht Wochen. In dieser Zeit erfahre ich, wie das zuvor gelernte Recht in der Praxis angewandt wird.“

Um beim Zoll im gehobenen Dienst für das Studium zugelassen zu werden, benötigt man das Abitur oder die allgemeine Fachhochschulreife. „Außerdem darf man nicht vorbestraft sein und muss eine Staatsangehörigkeit der EU oder des Europäischen Wirtschaftsraumes haben“, ergänzt Benjamin Platz. Auf die Idee, den Zolldienst anzustreben, kam er auf der Suche nach einem dualen Studium. Nach dem Abitur wollte er nämlich studieren und gleichzeitig Geld verdienen: „Auf einer Jobmesse konnte ich mich genauer über den Zoll informieren. Die Vielfältigkeit an Einsatzmöglichkeiten, der Beamtenstatus mit den damit verbundenen Sicherheiten, die gute Besoldung sowie mein Interesse am Recht gaben für mich den Ausschlag.“ Nach der Bewerbung wurde der junge Mann zu einem vierstündigen schriftlichen Auswahlverfahren eingeladen, auf das ein mündliches Auswahlverfahren folgte. „Da ich beide bestanden habe, konnte nach einer gesundheitlichen Untersuchung mein Studium beim Zoll beginnen“, erzählt er.

Vielfältige Einsatzbereiche beim Zoll

Das Studium wird Benjamin Platz nun bald mit einer Laufbahnprüfung abschließen. „Ungefähr zwei Monate vor dem Abschluss erfahre ich dann meine künftige Stelle“, erklärt der 20-Jährige. „Dafür darf ich drei Wünsche äußern, kann aber als Bundesbeamter nach bestandener Laufbahnprüfung grundsätzlich deutschlandweit eingesetzt werden. Allerdings hoffe ich aufgrund der Größe des Zollstandorts Hamburg, hier bleiben zu dürfen.“ Möglich wären hier außer einer Stelle im Hamburger Hafen etwa der Bereich Finanzkontrolle Schwarzarbeit und weitere Stellen in der Sachbearbeitung.

Die ihm zugewiesene Stelle hat Benjamin Platz dann für die nächstens drei Jahre inne, anschließend könnte er sich auf eine andere Stelle bewerben. „Für einige Stellen muss ich mich gegebenenfalls weiterbilden, zum Beispiel einen mehrwöchigen Eigensicherungslehrgang mit einer Schusswaffenausbildung absolvieren. Grundsätzlich kann ich mein Wissen dann über die Jahre durch viele verschiedene Weiterbildungen vertiefen“, sagt er.

Beruflich ist er beim Zoll so oder so abgesichert: „Zurzeit bin ich noch Beamter auf Widerruf, aber nach dem Studium werde ich Beamter auf Probe mit einer dreijährigen Probezeit. Wenn alles nach Plan läuft, werde ich danach auf Lebenszeit verbeamtet.“

abi>> 01.03.2019

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